Spielverbote gelten ab sofort/Auch auf Mannschaftsbesprechungen soll verzichtet werden
Spielbetrieb im Amateurfußball wird in Baden-Württemberg ausgesetzt

Die Fußballverbände haben entschieden, den Spielbetrieb im Amateurfußball in Baden-Württemberg ab sofort bis zum 30. November einzustellen.
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Karlsruhe (kn) Die Fußballverbände haben entschieden, den Spielbetrieb im Amateurfußball in Baden-Württemberg ab sofort bis zum 30. November einzustellen. Die Verbände reagieren damit auf die von Bund und Ländern beschlossenen einschneidenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (wir berichteten). Die vereinbarten Beschränkungen zielen unter anderem darauf ab, die persönlichen Kontakte um 75 Prozent zu reduzieren und sollen am Montag, 2. November, in Kraft treten. Im Amateurfußball wird ab diesem Zeitpunkt bis Ende November ein Spielbetrieb rechtlich nicht mehr zulässig sein.

Spielverbot gilt ab sofort

Vor diesem Hintergrund haben die drei baden-württembergischen Fußballverbände beschlossen, den gesamten Spielbetrieb der Herren, der Frauen sowie der Jugend von der Oberliga Baden-Württemberg abwärts mit sofortiger Wirkung auszusetzen und ein Spielverbot zu verhängen, das zugleich auch Pokal- und Freundschaftsspiele erfasst. "Die Entscheidung erfolgt bewusst bereits vor der rechtlichen Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse und aufgrund der sehr eindringlichen Appelle der Bundes- und Landesregierung", so der Badische Fußballverband (bfv) in einer Presseerklärung. Insbesondere Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe betont, dass alle nicht notwendigen Kontakte bereits jetzt und insbesondere am Wochenende unterbleiben sollen. Dieser Aufforderung leiste der Amateurfußball in Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung selbstverständlich Folge.

"Auch der Fußball muss seinen Beitrag leisten"

Dennoch, so der bfv, habe man in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Infektionsgefahr "nach den uns vorliegenden Studien beim Fußballspielen im Freien als äußerst gering einzuschätzen ist." Risiken bestünden jedoch beim Zusammentreffen in Umkleidekabinen, in Duschräumen, bei der Bildung von Fahrgemeinschaften und auch dann, wenn sich Zuschauer nicht an Hygienevorgaben hielten. "Bei Abwägung aller relevanten Aspekte konnte bisher trotz dieser Risiken der Spielbetrieb im Amateurfußball aufrechterhalten und verantwortet werden, weil sich die Infektionszahlen zunächst in einem kontrollierbaren Rahmen gehalten haben", so der bfv. Zwischenzeitlich sei das Infektionsgeschehen aber zunehmend diffus und so dynamisch, dass auch vergleichsweise kleine Risiken vermieden werden müssten. 

Auch auf Mannschaftsbesprechungen verzichten

"In diesem Zusammenhang fordern wir alle unsere Mitgliedsvereine zudem auf, den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, selbst wenn die Sportstätten noch geöffnet sind. Auch auf Mannschaftsbesprechungen sollte verzichtet werden. Die erforderliche Kommunikation dieser Aussetzungsentscheidung an Verantwortliche und Spieler ist sicherlich problemlos auch auf elektronischem Wege möglich." Die Entscheidung, die Saison zu diesem Zeitpunkt zu unterbrechen, sei für die daran Beteiligten nicht einfach, betont auch bfv-Präsident Ronny Zimmermann: „Wir erleben gerade ein Déjà-vu, vor allem, was die Geschwindigkeit angeht, in der sich die Lage drastisch verändert. Der Schritt, den Spielbetrieb wieder und vor allem sofort auszusetzen, ist uns allen schwer gefallen. Wenn ein Ministerpräsident sagt: 'jeder Tag zählt', haben wir aber keine Alternative. Dabei sind wir uns glücklicherweise innerhalb Baden-Württembergs erneut einig und es ist uns wie schon zuvor gelungen, unsere Verantwortung für den Amateurfußball und die Gesellschaft gemeinsam und einheitlich wahrzunehmen.“

Ob der Spielbetrieb 2020 wieder aufgenommen werden kann, ist offen

Ob der Spielbetrieb im Kalenderjahr 2020 wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit offen und hängt von den weiteren Entwicklungen ab. Alle drei baden-württembergischen Fußballverbände sind weiterhin bestrebt, die Saison 2020/21 ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Inwiefern dies möglich sein wird, ist derzeit allerdings nicht abzusehen.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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