Karlsruhe: Gedenk-Stele für zwölf im Dienst getötete PolizeibeamtInnen des Landes Baden-Württemberg

Im Foyer des Polizeipräsidiums Karlsruhe wurde eine Gedenk-Stele für die im Dienst getöteten Polizeibeamten des Landes Baden-Württemberg aufgestellt.
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  • Foto: Polizeipräsidium Karlsruhe
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Im Foyer des Polizeipräsidiums Karlsruhe wurde eine Gedenk-Stele für die im Dienst getöteten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Landes Baden-Württemberg aufgestellt.

Landkreis (ots) Im Foyer des Polizeipräsidiums Karlsruhe steht für die Dauer von einem Jahr eine Gedenk-Stele, die an die im Dienst getöteten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Landes Baden-Württemberg erinnern soll. Die aus sechs Glassäulen bestehende Stele wurde 2010 von dem Glaskünstler und Maler Raphael Seitz (1957 - 2015) geschaffen. Auf ihr sind die Namen der 84 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten eingraviert, die seit Gründung des Bundeslandes 1952 bis heute im Dienst ihr Leben verloren.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe, also dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe, der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis sowie dem Landkreis Calw verloren zwölf Beamte im Dienst ihr Leben.

Volker Diefenbacher: Gestorben im Mai 1962 in den Räumen des Polizeireviers Bruchsal. Aus der Pistole eines Kollegen löste sich beim Waffenreinigen unbeabsichtigt ein Schuss und traf den Beamten tödlich.

Erwin Opitz: Am 8. Februar 1964 im Alter von 35 Jahren in Karlsruhe ermordet. Erwin Opitz verfolgte einen 16 Jahre alten Schüler. Vor dem Übersteigen der Umfassungsmauer des Stadtgartens konnte er den Flüchtigen stellen. Der Verfolgte zog plötzlich einen Trommelrevolver und feuerte aus kurzer Entfernung drei Schüsse auf den Beamten ab.

Wolf-Dietmar Hinke: Am 14. Juli 1974 im Alter von 30 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Während des Polizeieinsatzes bei einem Rennen am Hockenheimring setzte an einem Hubschrauber das Triebwerk aus. Der Pilot konnte die Maschine gerade noch von einem großen Heizöltank wegsteuern. Schließlich stürzte der Helikopter auf einem Weg ab, alle drei Insassen starben.

Uwe Hochstraßer: Gestorben am 3. Mai 1986 im Alter von 26 Jahren im Bereich Bad Liebenzell beim Versuch einer Lebensrettung. Uwe Hochstraßer wurde zusammen mit seinem Streifenpartner zu einem Kajakunfall gerufen an die Nagold. Dabei versuchte ein Vater verzweifelt, seine beiden Kinder - ein achtjähriges Mädchen und einen 15 Jahre alten Jungen - aus dem Fluss zu retten. Beide Streifenbeamte sprangen ins eiskalte Wasser. Während es seinem Kollegen gelang, den Buben vor dem Ertrinkungstod zu bewahren, kam Uwe Hochstraßer ums Leben und auch für das Kind gab es keine Rettung.

Manfred Mayer : Am 27. Januar 1987 im Alter von 25 Jahren in Malsch ermordet. Manfred Mayer verfolgte einen 36 Jahre alten arbeits- und obdachlosen Einbrecher und konnte ihn im Garten eines Hauses stellen. Als er dem Mann die Handschellen anlegte, zog dieser eine Waffe und versetzte dem Beamten einen tödlichen Stich in die Herzgegend.

Hans Mosbach: Am 4. Mai 1987 im Alter von 38 Jahren in Karlsruhe tödlich verunglückt. Bei der Überprüfung eines Supermarktdaches brach Hans Mosbach, Angehöriger der Karlsruher Hundeführerstaffel, durch ein Oberlicht, stürzte sechs Meter in die Tiefe und erlitt tödliche Verletzungen.

Bernd Ertl: Am 24. Oktober 1991 im Alter von 36 Jahren in Pforzheim von Verwirrtem mit Messer tödlich verletzt. Als Passanten am Pforzheimer Bahnhof von einem offenbar geistig verwirrten Mann mit einem Messer angegriffen wurden, schritt Bernd Ertl ein. Er konnte den Angreifer überwältigen, allerdings brachte ihm dieser am Kopf so schwere Verletzungen bei, dass der Beamte wenig später im Krankenhaus verstarb.

Thomas Grünewalt: Am 3.Oktober 1996 im Alter von 36 Jahren durch Schuss aus einer Dienstwaffe ums Leben gekommen. Thomas Grünewalt wurde auf der Wache des Polizeireviers Karlsruhe-Oststadt durch einen unbeabsichtigt aus der Dienstpistole eines Kollegen abgegebenen Schuss tödlich verletzt.

Hans-Werner Metzger: Am 12. März 2003 im Alter von 46 Jahren tödlich verunglückt. Hans-Werner Metzger befand sich mit seinem Motorroller auf dem Heimweg von einer Gerichtsverhandlung, als er bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Bruchsal ums Leben kam.

Mario Keller: Am 15. August 2007 im Alter von 39 Jahren im Auslandsdienst in Kabul/Afghanistan ermordet. Der zum Bundeskriminalamt abgeordnete Mario Keller wurde zum Schutz des deutschen Botschafters in Kabul/Afghanistan eingesetzt. Zusammen mit zwei Beamten der Bundespolizei wurde er Opfer eines feigen Bomben-Anschlages auf ein gepanzertes Dienstfahrzeug. Während seines Aufenthaltes berichtete der Beamte immer wieder von den schlechten Lebensbedingungen der afghanischen Kinder und war sich dabei sicher, dass sie ein besseres Leben in Freiheit wollen. Die Errichtung der Mario-Keller-Schule im Osten des Landes trägt seiner Haltung und der Wahrung seines Andenkens in besonderer Weise Rechnung.

Holger Hofmann: Am 15. Februar 2010 im Alter von 45 Jahren in Karlsruhe tödlich verunglückt. Auf der Einsatzfahrt zu eskalierenden Streitigkeiten, kam es zwischen dem Streifenwagen und einer Straßenbahn zur Kollision. Der am Steuer sitzende Holger Hofmann erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.

Mike Scherdi: Gestorben im Alter von 36 Jahren am 16. Juli 2013. Mike Scherdi, Angehöriger der Wasserschutzpolizeistation Karlsruhe, wurde bei einem dienstlichen Tauchgang im Rhein plötzlich ohnmächtig und verstarb wenige Tage darauf, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

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