Wie sich Diedelsheimer ehrenamtlich den Kreisumweltschutzpreis verdienten
Aufräumen im Hohlweg

„Knochenarbeit“ beim Arbeitseinsatz: Wie andere Ehrenamtliche leisten auch die Mitglieder der Diedelsheimer Jugendfeuerwehr einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Biotops „Ziegelhüttenhohl“, sagt die Bürgervereinsvorsitzende Heidemarie Leins (Vierte von rechts).
  • „Knochenarbeit“ beim Arbeitseinsatz: Wie andere Ehrenamtliche leisten auch die Mitglieder der Diedelsheimer Jugendfeuerwehr einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Biotops „Ziegelhüttenhohl“, sagt die Bürgervereinsvorsitzende Heidemarie Leins (Vierte von rechts).
  • Foto: Bürgerverein Diedelsheim
  • hochgeladen von Chris Heinemann

BRETTEN-DIEDELSHEIM (ch) Wo längere Zeit keine pflegende Hand erkennbar ist, grassiert der Wildwuchs. Und die illegale Müllablagerung. Diese Erfahrung haben die Diedelsheimer mit ihrer „Ziegelhüttenhohl“ gemacht. Der zwischen den Gewannen „Am Ziegelacker“ und „In der Mulden“ liegende Weg ist der einzige Hohlweg auf Brettener Gemarkung, weiß die Vorsitzende des Diedelsheimer Bürgervereins, Heidemarie Leins.

Über Jahre hinweg vermüllt

Als Reaktion auf wiederholte Klagen von Mitbürgern über den verwahrlosten Zustand des etwa 450 Meter langen ansteigenden Wegs, zusätzlich motiviert durch die von der Badischen Heimat ausgezeichnete Forschungsarbeit der Diedelsheimer Gymnasiastin Rebecca Schaufelberger über die Hohle und gewappnet mit einem offiziellen Pflegeauftrag des Diedelsheimer Ortschaftsrats hatte der Bürgerverein im Januar 2005, also genau vor 15 Jahren, seine Mitglieder zur alljährlichen Dreikönigswanderung erstmals in den Hohlweg eingeladen. Die Wanderung war allerdings schon am Eingang zur „Ziegelhüttenhohl“ zu Ende, denn der Weg war unpassierbar. Über Jahre hinweg hatten diverse Unbekannte von den angrenzenden Hängen alle Arten von Bauschutt, auch vom Straßenbau, Grünabfälle und andere, teils kuriose Dinge wie Reste geschlachteter Tiere einfach in den Hohlweg gekippt. Durch die kontinuierliche Aufschüttung war der Böschungsrand abgeflacht und hohes Gras, Brennnesseln, Dornenhecken, junge Bäume und sogar illegal angebaute Marihuana-Pflanzen hatten sich breitgemacht.

Mit vereinten Kräften angepackt

Mit Unterweisung durch Naturschutzspezialisten aus dem Landratsamt Karlsruhe und dem Brettener Rathaus begannen Bürgervereinsmitglieder, Ortschaftsräte und engagierte Bürger nach und nach mit der Auslichtung des Wildwuchses. Ein Verbotsschild und ein Schreiben der Ortsverwaltung an die Anrainer führten allmählich zum Rückgang der illegalen Entsorgungsaktionen. Unterstützung kam auch vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein, der sich der Pflege des Umfelds annahm, indem er eine ebenfalls vernachlässigte angrenzende Streuobstwiese „auf Vordermann“ brachte. Das dort wachsende Obst fand bei der Diedelsheimer Grund- und Hauptschule tatkräftige Abnehmer. Den Bauschutt transportierte die Diedelsheimer Jugendfeuerwehr ab, eine „Knochenarbeit“, wie Heidemarie Leins anerkennend feststellte.

Von der Bevölkerung angenommen

Im Dorf ernteten die Ehrenamtlichen viel Zustimmung für ihre Aktivitäten, erinnert sich die Bürgervereinsvorsitzende. Die Leistungen so vieler Menschen zugunsten des nach Paragraf 24 a des Landesnaturschutzgesetzes sogar als Biotop ausgewiesenen Hohlwegs brachten den Aktivisten schließlich einen vierten Platz beim Kreisumweltschutzpreis ein. Mit dem Preisgeld wurde ein bis heute zur regelmäßigen Hohlwegpflege eingesetzter Freischneider angeschafft. In wenigen Wochen, Ende Februar, haben sich die Aktiven des Bürgervereins zur nächsten Pflegeaktion verabredet. Es sei „wichtig, dass dieses Biotop von der Bevölkerung angenommen wurde, denn nur durch soziale Kontrolle wird es auch erhalten“, sagt Heidemarie Leins.

Mehr Beiträge und Bilder auf unserer Themenseite In Bretten zuhause

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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