„Herausforderung Stadtkultur“: Kunst als Weg-Begleiter

Foto einmal anders: Auch die Melanchthonstraße wird in diesem Kunstwerk zur Kunst. Noch bis 19. November sind in ganz Bretten Werke von 15 Künstlern zu sehen. (Fotos: wod)
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  • Foto einmal anders: Auch die Melanchthonstraße wird in diesem Kunstwerk zur Kunst. Noch bis 19. November sind in ganz Bretten Werke von 15 Künstlern zu sehen. (Fotos: wod)
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(wod). Der besondere Reiz der neuen Ausstellung des Brettener Kunstvereins liegt in ihrer Vielfalt: Nicht nur, dass sich 15 Künstlerinnen und Kunstler der „Herausforderung Stadtkultur“ stellen, ihre Werke sind zudem noch über die ganze Stadt verteilt. Eröffnet wurde diese zweite Kunstschau des umtriebigen Kunstvereins am Donnerstagabend in der Sparkasse. Dort gibt es auch einen Teil der Ausstellung zu sehen. Weitere Werke zieren den Raum des Kunstvereins und Geschäfte in Bretten. Eine Herausforderung – für den Betrachter ebenso wie für die beteiligten Künstler.

Kunst im öffentlichen Raum bestimmt das Schaffen des Kunstvereins im 1250. Jahr Brettens. Nach der Open-Air-Aktion „Flagge zeigen“ im Stadtpark sind die jetzt gezeigten Werke „indoor“ zu begutachten. Noch bis zum 19. November kann sich der Kunstliebhaber Zeit lassen, die Werke zu schauen. Zeit indes ist notwendig, um sich alle Werke vor Augen zu führen – denn es gilt, mehrere Locations zu besuchen. Eine Kunstschau der langen Wege also. Lohnt sich der Weg?
Ja. Das tut er. Schon bei der offiziellen Ausstellungseröffnung in der Sparkasse wurde klar: Was die Brettener und Bretten nahestehenden Künstlerinnen und Künstler da geschaffen haben, sollte, ja muss man gesehen haben – nicht nur als Betrachter aus Bretten, mit dessen Geschichte und Menschen sich die Künstler auseinander setzen. Bilder, Skulpturen, Fotos, Trickfilm – wer genau hinschaut, den erwartet ein abwechslungsreiches Kaleidoskop von kritischen, nachdenklichen, aber auch humorvollen kunstlerischen Aussagen zur Stadtkultur.

Persönliche Handschrift schafft Vielfalt

Dem kulturellen Gedächtnis wollten die Künstler auf die Spur kommen, sagte Kunsthistorikerin Lucia Weigel bei der Eröffnung. Verarbeitet worden sei, was Neuankömmlinge und Touristen mit der Stadt verbinden. Klar sind da Peter-und-Paul-Fest und Melanchthon zwei maßgebliche Identität stiftende Themen. Gegenständlich, weniger abstrakt, sind die Werke, Motive sind eher Dinge und Persönlichkeiten der Stadt. Interessant, wie die persönliche Handschrift der Kunstschaffenden eine umfassende mediale Vielfalt schafft. Seien es die zart farbigen, nebeneinander gestellten Stadtansichten von Brigitte Brand, die tiefdunklen Zeitreisen des Tryptichons von Christoph Brudi, die grelle Farbwelt von Joachim Czichon, die Kleinfiguren von Helga Essert-Lehn, die Holzdrucke von Gert Fabritius, der in der Sparkasse auch einen Turm aus Druckstöcken aufgebaut hat, die blumige Farbwelt von Benedikt Forster, die wässrigen Farbwelten von Judith Fritz, die geradlinige Farbigkeit von Hans-Jürgen Gabriel, die kleinen, zusammengefaltet wirkenden Skulpturen von Willi Gilli, die Zeitungsausschnittscollagen von Harald Kille, die akkurat nebeneinander montierten Straßenfotos von Udo Köhler, die Aktfotografie von Tom Naumann, die mannshohen, an Pflanzen erinnernden Skulpturen von Günter Reichenbach, die Melanchthon-Cartoons von Jürgen Tenz oder die aus dem Film geschnittenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Rolf Urban.
Neben der Sparkasse - mit Werken von Udo Köhler und Jurgen Tenz - und dem Kunstverein im Beylehof sind die Werke in den Geschäftsräumen von neun Brettener Unternehmen zu sehen. Der Rundgang beginnt im Autohaus Melter, Melanchthonstr. 137 (Benedikt Forster, Gunter Reichenbach), und hat weitere Stationen im Autohaus Fischer, Melanchthonstraße 114 (Willi Gilli, Harald Kille), Fahnster-Immobilien, Melanchthonstraße 86 ((Helga Essert-Lehn), Schmuckgalerie Gillardon, Melanchthonstr. 32 ((Brigitte Brand, Christoph Brudi, Udo Köhler), Leonhardt Optik Melanchthonstraße 13 (Tom Naumann), AigenArt & Carpe Diem, Pforzheimer Straße 31 (Hans-Jurgen Gabriel), Restaurant Krone à la table de Guy Graessel, Marktplatz 2 (Judith Fritz), Haus & Grund, Marktplatz 15 (Gert Fabritius, Rolf Urban), Magazin K, Weißhofer Straße 1 (Joachim Czichon, Willi Gilli).
Einen wunderbaren Einblick in diese außergewöhnliche Ausstellung bietet der wunderschön gemachte kleine Katalog, den Lindemanns Bibliothek aufgelegt hat und der für 15 Euro im Buchhandel, der Tourist-Info und beim Kunstverein zu haben ist.

INFO
„Herausforderung Stadtkultur“
Ausstellung des Kunstvereins Bretten
15 Künstlerinnen und Künstler an verschiedenen Orten in Bretten
Ende: 19. November 2017
Katalog zur Ausstellung bei Lindemanns Bibliothek, 15 €

Autor:

Gerd Markowetz aus Bretten

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