Altenhilfezentrum St. Laurentius: „Gutes Team würde auseinandergerissen”

Die Zukunft des Altenhilfezentrums St. Laurentius in der Brettener Apothekergasse ist ungewiss.
  • Die Zukunft des Altenhilfezentrums St. Laurentius in der Brettener Apothekergasse ist ungewiss.
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Viele Seiten haben sich in der Diskussion um den geplanten Neubau des Altenhilfezentrums St. Laurentius auf dem Mellert/Fibron-Gelände in Bretten und die damit verbundene Schließung des derzeitigen Heims in der Apothekergasse schon zu Wort gemeldet. Nun auch die Mitarbeiter des Laurentiusheims.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Brettener Woche-Redakteur Chris Heinemann.

Bretten (swiz) Viele Seiten haben sich in der Diskussion um den geplanten Neubau des Altenhilfezentrums St. Laurentius auf dem Mellert/Fibron-Gelände in Bretten und die damit verbundene Schließung des derzeitigen Heims in der Apothekergasse schon zu Wort gemeldet. Geschwiegen haben bisher die Mitarbeiter des Heims, das von der Caritas Ettlingen betrieben wird. Dies hat sich nun geändert. In einem Leserbrief in der heutigen Ausgabe der Brettener Woche plädieren die St. Laurentius-Mitarbeiter, Barbara Dickemann, Angela Konanz, Monika Frank sowie Werner Scharf und Stefan Schorpp, eindringlich für den Ersatzneubau auf dem Mellert/Fibron-Areal. In dem Brief fordern sie den Gemeinderat auf, in seiner Sitzung am 10. Oktober der Umwandlung des Areals in ein sogenanntes Mischgebiet zuzustimmen. Nur wenn dies geschieht, darf der Neubau auf dem Gelände gegenüber dem Kraichgau-Center realisiert werden. Sollte der Rat gegen diese Umwidmung stimmen, prognostizieren die Mitarbeiter schwerwiegende Konsequenzen und einen Wegfall der katholischen Altenpflege in Bretten. „Es geht hier um die Arbeitsplätze von rund 140 Mitarbeitern”, erklärt Schorpp, Pflegedienstleiter im St. Laurentius, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Am Neubau hängen viele Jobs

Die oft getroffene Aussage, in der Pflege-Branche wäre es leicht, neue Arbeit zu finden, sei dabei nicht wirklich zutreffend, sagt Dickemann, Leiterin der Tagespflege im Brettener Heim. „Man muss wissen, dass bei uns 50 Prozent der Mitarbeiter Pflegefachkräfte sind. Die andere Hälfte sind Pflegehelfer.” Dazu kommen Mitarbeiter der Verwaltung, Küchenhelfer oder auch Rentner, die als Kurierfahrer für das Heim ihre Rente aufstocken. Sollte das Altenheim St. Laurentius geschlossen werden, würden die meisten dieser Pflegehelfer auf der Straße stehen. „Viele dieser Menschen sind inzwischen in einem Alter, wo sie nur sehr schwer eine neue Anstellung finden werden”, betont Dickemann.

Es würde einfach ein „sehr gut funktionierendes Team auseinandergerissen”

Und auch für die Pflegefachkräfte sieht Schorpp die Situation nicht ganz so rosig. „Es mag natürlich sein, dass diese Mitarbeiter leichter einen neuen Job finden. Aber dann bleibt dennoch die Frage, wo dieser neue Arbeitsplatz ist und wie sich die neuen Arbeitszeiten und ein neues Team zum Beispiel mit bestehenden familiären Verpflichtungen vereinbaren lassen.” Es würde einfach ein „sehr gut funktionierendes Team auseinandergerissen”, fasst Konanz die Befürchtungen der Laurentius-Mitarbeiter zusammen. Sollte die Möglichkeit eines Neubaus auf dem Mellert/Fibron-Areal durch den Gemeinderat abgelehnt werden, sieht Konanz auch gravierende Folgen auf die Bewohner des Heims zukommen. Natürlich würde man die Pflege dann nicht einfach komplett einstellen, aber klar sei auch, „dass dann jeder Mitarbeiter sich sofort nach einem neuen Job umsehen wird”. Dies könnte dann natürlich auch zu Einschränkungen bei der Betreuung führen.

Alternativvorschläge sind laut Mitarbeitern nicht praktikabel

Auch von dem Vorschlag der Brettener Wählerinitiative „die aktiven“, die Bewohner des Laurentiusheims in das ehemalige evangelische Altenheim „Im Brettspiel“ umzusiedeln und dann mit der Modernisierung des Gebäudes in der Apothekergasse zu beginnen, halten die fünf Mitarbeiter wenig. Zwei Umzüge, erst ins Brettspiel und dann wieder zurück in das St. Laurentiusheim, seien den Bewohnern nicht zumutbar, so Konanz. „Und auch für die Mitarbeiter würde das bedeuten, zweimal komplett neue Abläufe zu installieren. Das dauert im Normalfall einige Monate”, so Schorpp. Den Aufschrei vieler Brettener Bürger, den die Ankündigung von der Schließung des Laurentiusheims in der Apothekergasse ausgelöst hat, kann Dickemann dennoch verstehen. „Das ist ein lange gewachsenes Zentrum in einer schönen Umgebung”, sagt sie, schränkt aber gleichzeitig ein: „Den Ansprüchen an eine moderne Pflege wird das hier alles aber nicht mehr gerecht. Außerdem bin ich mir sicher, dass auch ein Neubau auf dem Mellert/Fibron-Areal mit der Zeit zu einem verbindenden Zentrum wachsen kann.”

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