Wasserrückhaltung im Hungergraben erfolgreich

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Die Stadt Bretten hat in den Hungergraben zwei Rückhaltesperren eingebaut und zwar im Abschnitt zwischen Rinklinger Verbindungsweg und Steiner Straße.

Bretten (gf) Die Stadt Bretten hat in den Hungergraben zwei Rückhaltesperren eingebaut und zwar im Abschnitt zwischen Rinklinger Verbindungsweg und Steiner Straße. Dort führt der in den Talgrund verlegte Hungergraben direkt am Naturschwerpunkt „Jeremias“ des NABU Bretten vorbei. Wasserrückhaltung in der Fläche ist ein erklärtes Ziel der Landespolitik. Sie hat mehrere nachhaltige Effekte: Erosion wird vermindert, Hochwasserschutz wird verbessert und die Grundwasserneubildung wird begünstigt. Erosion hat der neuen Trasse des Hungergrabens im Talgrund bereits sehr zugesetzt. Die Sperrmauern verlangsamen die Fließgeschwindigkeit des Gewässers entscheidend, wodurch erheblich weniger wertvoller Löss abgetragen und weggeschwemmt wird als bisher.

Salzach wird entlastet

Der Hungergraben führt nur bei Starkregen Wasser, das sich aus Richtung Nußbaum, Sprantal und dem Roschbachtal sammelt. Durch die Rückhaltung wird somit auch ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet und die Salzach entlastet. Ein weiterer Punkt ist die Grundwasserbildung, die für kommende Generationen besonders auch wegen der Klimaerwärmung zunehmend wichtiger wird. Nach monatelangem Niederschlagsdefizit gab es erstmals in der zweiten Julihälfte eine größere Niederschlagsmenge von bis zu 70 Litern pro Quadratmeter. Dies war der erste Test für die Wasserbaumaßnahmen und für die Rückhaltung von Regenwasser im Tal. Der Rückstau durch die größere Mauer betrug circa 150 Meter – die Hälfte der Entfernung bis zur Steiner Straße. Die geschätzte Rückstaumenge betrug 600 bis 800 Kubikmeter mit sehr guter Wasserqualität.

Rasche Besiedelung mit Vielzahl von Wasserinsekten

Dies bestätigt auch die rasche Besiedelung innerhalb weniger Tage mit einer Vielzahl von Wasserinsekten wie Rückenschwimmern, Wasserkäfern und Libellen. Vielleicht wird sich hier der seit vielen Jahren auf der Brettener Gemarkung nicht mehr beobachtete Laubfrosch wieder Ansiedeln können – er war vor seinem Verschwinden zuletzt hier am Hungergraben heimisch. Bernd Diernberger und Gerhard Fritz vom Arbeitskreis "Jeremias" im NABU Bretten sind sich sicher: Die Stadtverwaltung hat hier eine besonders langfristig wirksame Maßnahme für die Natur umgesetzt. Das Tal kann mit diesem Wasserreichtum seine einstige Vielfalt und Einmaligkeit zurückgewinnen. Mit der direkten Anbindung an den Naturschwerpunkt „Jeremias“ und den Wanderkorridor zwischen Großem Wald und Langem Wald ergibt sich hier eine Naturinsel von überregionaler Bedeutung.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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