Zweites Stadtbahngleis: Vorbereitungen für S4-Ausbau sind schon angelaufen

Grund für Verspätungen: Hinter der Haltestelle Jöhlingen-West verengt sich die Stadtbahnstrecke bis Karlsruhe-Grötzingen auf ein Gleis. Foto: ch
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Mit ihrem Antrag auf zweigleisigen Ausbau der Stadtbahn zwischen Jöhlingen und Grötzingen rennt die Walzbachtaler SPD anscheinend offene Türen ein.

WALZBACHTAL/LANDKREIS KARLSRUHE (ch) Ganz so weit, wie ein Vertreter der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) es kürzlich ausgedrückt hat, ist es zwar noch nicht, aber die Vorbereitungen für einen zweigleisigen Ausbau der Stadtbahnstrecke zwischen Walzbachtal-Jöhlingen und Karlsruhe-Grötzingen laufen bereits.

AVG-Aussage relativiert

Auf Anfrage von Brettener Woche/kraichgau.news dementierte AVG-Sprecher Michael Krauth, dass die Pläne für einen zweigleisigen Ausbau dieses Streckenabschnitts bereits fertig in der Schublade lägen. Damit hatte die SPD-Fraktionsvorsitzende im Walzbachtaler Gemeinderat, Silke Meyer, vergangene Woche einen Antrag begründet, in dem die Gemeinde aufgefordert wird, beim Landkreis die Realisierung der Planungen einzufordern. Der AVG-Vertreter habe dies zwar auf einer SPD-Veranstaltung in Jöhlingen Anfang Januar so gesagt, räumte der AVG-Sprecher ein. Damit sei aber gemeint gewesen, dass der AVG bekannt ist, was getan werden muss, um das Vorhaben umzusetzen. Vom zweigleisigen Ausbau erhoffen sich die Befürworter ein Ende der wiederholten Verspätungen und Zugausfälle.

Abstimmungsgespräche laufen

Zuerst müsse die AVG aber wissen, was an Fahrplanerweiterungen gewünscht ist, so Michael Krauth. Genau dies werde momentan mit den beiden Aufgabenträgern Landkreis Karlsruhe und Land Baden-Württemberg abgestimmt. Genauer gesagt: Die AVG stimmt derzeit mit Landkreis und Land Baden-Württemberg einen möglichen Fahrplan für vier Züge pro Stunde ab. Von diesen vier Zügen sollen künftig drei Stadtbahnen und einer ein Eilzug sein. Zum Vergleich: Momentan gibt es auf der S4-Strecke drei Verbindungen pro Stunde, wovon eine ein Eilzug ist.

Rückendeckung vom Landratsamt

Aus dem Landratsamt Karlsruhe heißt es dazu, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel habe „mehrfach im Kreistag und seinen Ausschüssen – zuletzt konkret im Kreistag im Rahmen seiner Haushaltsrede am 22. November sowie im Zusammenhang mit den Zugausfällen im Bereich der AVG im Verwaltungsausschuss am 6. Dezember - auf die Notwendigkeit der Kapazitätserweiterung in Form des Ausbaus der Infrastruktur, das heißt eines zweiten Gleises hingewiesen.“ Die Mitglieder des Kreistages hätten dies begrüßt. Sowohl AVG als auch Landratsamt bekräftigen ihr Ziel, „bis Ende Februar Aufschluss über konkrete Fahrzeiten zu haben.“

Beratung im Frühjahr

Auf dieser Grundlage, so Landratsamtssprecher Martin Zawichowski, sollen dann zwischen AVG und Landratsamt die Grundlagen ermittelt sowie die Vorplanungen und eine erste Kostenschätzung erstellt werden. Laut AVG-Sprecher geht es in dieser Phase um die Erarbeitung von Varianten, wo zum Beispiel Ausweichstellen eingerichtet werden können. „In unserer Sitzungsplanung haben wir eine Gremienberatung im Frühjahr vorgesehen“, skizziert Zawichowski den zeitlichen Horizont. Danach müsse die Fördermöglichkeit durch Bund und Land ausgelotet werden.

Eilzug künftig von anderem Bahnunternehmen

Im Zuge des zweigleisigen Ausbaus soll dann nach Aussage von AVG-Sprecher Krauth auch das Stellwerk Jöhlingen modernisiert werden, das im Herbst Zugausfälle verursacht hatte. Zweifeln, ob die AVG genügend Kapazitäten hat, eine künftige Fahrplanerweiterung zu bedienen, begegnet der AVG-Sprecher mit Optimismus: Ihren Mangel an Fahrzeugführern will die AVG bis zum Mai behoben haben. Auch Fahrzeuge stünden genügend zur Verfügung. Im Übrigen weist Krauth darauf hin, dass der stündliche Eilzug zwischen Heilbronn und Karlsruher Hauptbahnhof künftig nicht mehr von der AVG, sondern von einem anderen Bahnunternehmen betrieben werde. Je nachdem, welches die laufende Ausschreibung dieser Dienstleistung gewinnt.

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