Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien der Diakonie Bretten
Stimme für „vergessene“ Kinder

  • Foto: Luisella Planeta Leoni auf Pixabay
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Bretten (hk) In einer Atmosphäre von Unsicherheit und Angst wachsen mehr als 2,6 Millionen Kinder in Deutschland auf – ihre Eltern sind alkoholkrank und/oder drogensüchtig. „Jedes sechste Kind wird somit durch familiäre Suchtprobleme in seiner Entwicklung beeinträchtigt“, verdeutlicht Psychologin Sabine Junginger-Gregorian vom Diakonischen Werk in Bretten. Das Leiden unter dem Suchtproblem der Eltern werde oft nicht wahrgenommen: „Die Kinder lieben ja ihre Eltern und dadurch entsteht ein Loyalitätskonflikt“, erklärt Sozialpädadogin Renate Fischer von der Suchtberatungsstelle Bretten der Evangelischen Stadtmission Heidelberg.

Familiengeheimnis zu hüten ist Belastung

„Oft müssen sie dieses Familiengeheimnis hüten, und das ist natürlich eine große Belastung für die Kinder.“ Soziale Isolation sei die Folge, obwohl die Kinder eigentlich eine Vertrauensperson bräuchten – „Menschen, die ihnen Verlässlichkeit bieten“, so Fischer. Häufig kümmern sich die älteren Geschwister um die Jüngeren und übernehmen Verantwortung. Durch ihr Verhalten wollen sie ihre Eltern entlassen wollen, damit es ihnen besser geht. „Sie unterliegen dem Glauben, dass ihrem Verhalten die Erkrankung zugrunde legt – und das ist ein ganz großer Fehlschluss“, sagt Junginger-Gregorian. Betroffen seien Kinder aus allen Gesellschaftsschichten, unabhängig von Bildung oder finanzieller Situation.

„Nicht schuld an der Erkrankung ihrer Eltern“

Seit drei Jahren gibt es in Bretten die „Kid.T“-Gruppe für Kinder, deren Eltern psychisch krank oder suchtkrank sind. Dort kann offen über Probleme geredet, sich ausgetauscht oder auch nur Zeit mit „Gleichgesinnten“ verbracht werden. „Wir versuchen den Kindern auch zu vermitteln, dass sie nicht schuld an der Erkrankung ihrer Eltern sind“, sagt Ergotherapeutin Karin Kalenda vom Diakonischen Werk. Wichtig sei es zudem, dass die Kinder in der „Kid.T“-Gruppe eine unbeschwerte und entlastende Zeit verbringen, zum Beispiel durch gemeinsames Essen oder Gemeinschaftserlebnisse wie etwa ein Ausflug zum Freizeitpark „Tripsdrill“. „So entstehen auch Freundschaften außerhalb der Gruppe“, berichtet Kalenda.

„Nicht schuld an der Erkrankung ihrer Eltern“

Die Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Diakonischen Werks in Bretten und die Suchtberatung der Evangelischen Stadtmission Heidelberg tragen und begleiten das Projekt „Kid.T“. In den Startlöchern steht nun die „COA-Aktionswoche“ vom 9. bis 15. Februar, an der sich die beiden Träger beteiligen. Mit der COA-Aktionswoche (COA steht für Children of Alcoholics/Children of Addicts; Anm. d. Red.) wird weltweit jedes Jahr in der Woche um den Valentinstag am 14. Februar die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die betroffenen Kinder gelenkt.

Kooperation mit Kinostar Filmwelt Bretten

Im Rahmen der Aktionswoche zeigen die Psychologische Beratungsstelle und die Suchtberatungsstelle in Kooperation mit der Kinostar Filmwelt Bretten am Dienstag, 11. Februar, um 18 Uhr den Film „Die Beste aller Welten“ von Regisseur Adrian Goiginger. Der verarbeitet darin seine eigene Kindheit mit einer heroinsüchtigen Mutter. Karten können im Vorverkauf beim Diakonischen Werk in Bretten (Hermann-Beutenmüller-Straße 14) zum Preis von vier Euro (Abendkasse fünf Euro) vorbestellt werden. Zur Unterstützung der COA-Aktionswoche klebt die Brettener Bäckerei Leonhardt zudem vom 3. bis 15. Februar auf ihre Brottüten Infoflyer zur Kid.T-Gruppe.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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