Umzug der Intensivstation an der Rechbergklinik: „Wir haben alle Zeit und Ruhe der Welt“

Die Intensivstation war der letzte Teil des Klinik-Umzugs.swiz
 
Roland Walther neben der mobilen Transporteinheit.

Es herrscht eine angespannte Ruhe auf der Intensivstation der alten Rechbergklinik am gestrigen Dienstagmittag, 13.15 Uhr. Dann beginnt der große Umzug.

Bretten (swiz) Es herrscht eine angespannte Ruhe auf der Intensivstation der alten Rechbergklinik am Dienstagmittag, 12. März, 13.15 Uhr. Rund 50 Augenpaare sind auf Roland Walther von der Regionaldirektion der Regionalen Kliniken Holding (RKH) gerichtet. Er erklärt den wartenden Ärzten und Pflegern noch einmal minutiös den Ablauf des wohl heikelsten Teils des Umzugs von der alten in die neue Klinik: Die Verlegung der acht Patienten der Intensivstation, die die Brettener Woche exklusiv begleiten durfte. „Wir haben alle Zeit und Ruhe der Welt“, betont Walther gegenüber den Anwesenden mit ruhiger Stimme und geht dann noch einmal den genauen Ablauf der Verlegung durch.

Transporteinheit für Intensivpatienten

Zuerst werden die Patienten mit ihrem Bett an eine mobile Transporteinheit „angedockt“. Diese enthält neben einem Beatmungsgerät und einem Monitor für die Herzzeichen auch noch einen Defibrillator. „Wichtig ist, dass die Patienten dadurch während des Umzugs in ihren Betten bleiben können“, sagt Walther. Denn die sogenannte „Umladung“, von einem Bett zum anderen, sei immer der heikelste Moment. Diese erfolgt dann nur einmal, wenn der Patient in sein neues Bett im modernen Klinikbau umgebettet wird. Und dann geht es los. Doch von Aufregung keine Spur. Mit einer ruhigen Gewissenhaftigkeit werden Schläuche und Infusionen vom Pflegepersonal routiniert aus- und an die Transporteinheit wieder angesteckt. Gesprochen wird nicht viel, weder von den Pflegern noch von den ebenfalls anwesenden Ärzten, die sämtliche Vorgänge genau überwachen.

"Da sitzt jeder Handgriff“

"Dieses Team arbeitet 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche und 365 Tagen im Jahr zusammen, da versteht man sich einfach und da sitzt jeder Handgriff“, betont Walther mit stolzem Blick. Und so ist die erste Patientin schon nach wenigen Minuten transportfähig. Mit Bett und angedockter Transporteinheit schiebt sich der Tross von Pflegern und Ärzten dann durch die Flure der alten Klinik, vorbei an leeren Zimmern und leeren Büros. Denn bis auf die Intensivstation ist der Umzug bereits vollauf geglückt. Durch den Einsatz von rund 100 Menschen sind dabei knapp 70 Patienten verlegt worden. „Und das sechs Stunden vor unserem eigentlichen Zeitplan“, freut sich Walther. Das liegt auch daran, dass man beim Umzug von einem „Worst-Case-Szenario“ ausgegangen ist, also dass alle 120 Betten der Klinik belegt sind. „Nun hatten wir aber Gott sei Dank ein ‚Best-Case-Szenario‘“, so Walther. Ein großes Lob hat er dabei noch für die Pflegeschüler und -schülerinnen parat. „Die haben die Patienten wirklich vorbildlich betreut, sich um sie gekümmert, mit ihnen gesprochen und ihnen damit auch viel von der Aufregung genommen, die so ein Umzug natürlich bedeutet.“

Von Aufregung keine Spur

Der Tross mit der ersten Intensivpatientin ist inzwischen am Aufzug angekommen und gelangt durch einen Gang in die Magistrale der neuen Klinik und von dort wieder mit dem Aufzug in den ersten Stock zur neuen Intensivstation. Dort angekommen, folgt dann der heikle Moment, das Verlegen von einem Bett ins andere. Doch auch hier, von Aufregung keine Spur. Alles funktioniert reibungslos und die Patientin kann an ihren Platz in der neuen Station gebracht werden. „Das lief jetzt optimal“, erklärt Walther erleichtert. Doch Zeit zum Ausruhen bleibt nicht. Es wartet schon die nächste Patientin auf ihre Verlegung. Als die Pfleger und Ärzte bemerken, dass die Frau sichtlich nervös ist, reagieren sie. Die Gruppe unterbricht ihre Arbeit und nach einer ruhigen, fast schon liebevollen Ansprache von Pflegern und Ärzten, beruhigt sich die Patientin und es kann weitergehen. Die Prozedur wiederholt sich noch sechsmal, bevor Walther verkündet: „Alle Patienten sind verlegt.“ Um im gleichen Atemzug zu betonen: "Jetzt muss ich meinen Leuten erst einmal ein ganz dickes Lob aussprechen".
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