Diakoniestation Bretten eröffnet: Neuer ambulanter Pflegedienst beerbt bisherigen katholischen Anbieter

Offizielle Eröffnung: (von links) Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs, OB Martin Wolff, Qualitätsmanagerin Ilona Vincenz, Hausleiterin Simone Schmidt sowie (Sechster von links) ESF-Vorstand Hartmut von Schöning und (Achter von links) Verwaltungsleiter Daniel Schies sowie das Team der Diakoniestation bei der Feierstunde. Foto: ch
 
Eröffnungsfeier der Diakoniestation Bretten. Foto: ch
Bretten: Diakoniestation Bretten |

Nachdem sie am bereits am 1. Juli ihren Betrieb aufgenommen hat, ist die neue Diakoniestation Bretten am Freitag, 13. Juli, auch offiziell eröffnet worden.

BRETTEN (ch) Nachdem sie am bereits am 1. Juli ihren Betrieb aufgenommen hat, ist die neue Diakoniestation Bretten am Freitag, 13. Juli, auch offiziell eröffnet worden. Die Eröffnungsfeier fand im neuen evangelischen Altenpflegeheim Im Brückle statt, wo die Diakoniestation auch ihre Räume hat.

Fünf Pflegekräfte betreuen 50 Kunden

Der neu gegründete ambulante Dienst hat den Anspruch, ein stückweit die Lücke zu schließen, die durch die Schließung des katholischen Altenhilfezentrums St. Laurentius mitsamt seinem ambulanten Pflegedienst durch die Caritas Ende Juni entstanden war. „Wir haben gesagt, wir müssen in die Bresche springen“, erklärte Hartmut von Schöning, Geschäftsführer des Evangelischen Altenpflegeheims Bretten und Vorstand von dessen Träger Evangelisches Stift Freiburg (ESF). Das Leistungsspektrum der Diakoniestation reicht von Pflege und Betreuung über Haushaltshilfe bis zu Beratung. Das Team unter Leitung von Benjamin Kessinger sieht seine Aufgabe darin, zur Sicherung der pflegerischen Versorgung in und um Bretten beizutragen. Zunächst betreuen fünf Pflegekräfte mit drei Fahrzeugen 50 Kunden. Sobald der Bedarf steigt, sollen laut von Schöning weitere Pflegekräfte eingestellt werden.

OB Wolff sagt wachsenden Bedarf voraus

„Der Bedarf ist riesengroß und er wird weiter wachsen“, zeigte sich Oberbürgermeister Martin Wolff in seinem Grußwort überzeugt. Schon heute gebe es in Bretten rund 300 über 90-Jährige, für 2030 seien drei Mal so viele vorausgesagt. Die Infrastruktur müsse mit dem Bedarf wachsen. An von Schöning gewandt, lobte Wolff: „Sie haben die richtige Antwort zur richtigen Zeit gefunden.“ Nach den Worten von Schönings wurde die Diakoniestation in Rekordzeit gegründet. Sie ergänzt das stationäre Pflegeangebot des Heims und dessen zwölf Plätze umfassende Tagespflege. Darauf, dass die ambulanten Pflegekräfte mit EDV gestützter Dokumentation, sprich mit Tablets, arbeiten, ist Ilona Vincenz als Leiterin des Zentralen Pflege- und Qualitätsmanagements des ESF besonders stolz. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einem vierköpfigen Querflöten-Ensemble der Jugendmusikschule Unterer Kraichgau in Bretten unter Leitung der Lehrerein Stefanie Finke-Grimm.

Den Menschen ihre Würde bewahren

Eingangs hatte Dietrich Becker-Hinrichs in seiner Doppelfunktion als Brettener Gemeindepfarrer und Bezirks-Diakonie-Pfarrer einen „geistlichen Impuls“ beigesteuert. Ein kirchlicher Anbieter gehöre einfach in die Melanchthonstadt Bretten, begründete Becker-Hinrichs die rasche evangelische Neugründung nach dem Aus für den katholischen ambulanten Pflegedienst. Auftrag der christlichen Krankenpflege sei es, den Menschen ihre Würde zu bewahren. „Mensch sein heißt im Kern, auf andere angewiesen zu sein“, betonte der Pfarrer und fügte hinzu: „Es ist normal, irgendwann auf Pflege angewiesen zu sein.“ Auch Gott selbst sei durch Jesus Christus bedürftig geworden und leide an der Seite der Menschen. „Gott begegnet uns auch in allen Menschen, die leiden.“ Becker-Hinrichs weiter: „Die Verletzlichkeit macht das Leben menschlich.“ Zum Abschluss lud Hausleiterin Simone Schmidt die Gäste zu einem geselligen Austausch bei Häppchen und Getränken ein.
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