Faust-Museum Knittlingen
Ausstellung in neuem Glanz

Museumsleiterin Denise Roth (sitzend) mit Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und ihrem Team Zlatko Hranic, Jonathan Hille und Gabi Leger (von links)
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  • Museumsleiterin Denise Roth (sitzend) mit Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und ihrem Team Zlatko Hranic, Jonathan Hille und Gabi Leger (von links)
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Knittlingen (ger) Die Räumlichkeiten des Faust-Museums erstrahlen in neuem Glanz. In einem dreijährigen Kraftakt hat Museumsleiterin Denise Roth, tatkräftig unterstützt von ihrem Team, immer wohlwollend begleitet von Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und dem Gemeinderat, die Ausstellung modernisiert und neu geordnet. Auf drei Etagen können Besucherinnen und Besucher auf Spurensuche rund um die Figur Faust gehen. Mit Herzblut, innovativen Ideen und viel Begeisterung ist es der promovierten Germanistin gelungen, das Thema, mit dem viele Menschen nach wie vor in der Schule in Berührung kommen, spannend und vielseitig aufzubereiten. Das Museum soll, wie Roth sagt, ein „Einfallstor sein, das Faust leicht, aber ohne zu vereinfachen, darstellt“.

Faust ist leicht, aber nicht vereinfacht dargestellt

In Kooperation mit dem Verlagshaus Klotz aus Bauschlott, namentlich der Grafikerin Romy Abraham, wirken die Räume nun ganz verwandelt. Große Bilder und Grafiken zieren die Wände und prägen jeder Etage ihr eigenes Gesicht auf. Alle Texte sind auf Deutsch und – dem internationalen Publikum geschuldet – Englisch. In jedem Raum gibt es außerdem eine Station, in der (nicht nur) Kinder selbst Hand anlegen, einen Film schauen oder etwas anhören können. Die Chronologie wurde beibehalten. Im Erdgeschoss finden sich die Besucher in der Renaissance wieder. Eine Wand des Entrées ziert eine Ansicht Knittlingens aus dem 17. Jahrhundert, dann betritt man den Raum, in dem es um den historischen Johannes Georg Faust geht. Zentral in der Saalmitte sind die Belege versammelt, die für Knittlingen als Geburtsort des Mannes sprechen, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Astrologe, Magier, Heilkundiger und Alchemist durch Süddeutschland gereist ist.

Alchemie-Labor als Anschauungsobjekt

Im ersten Stock gelangt man in ein Alchemie-Labor, soll Faust doch bei alchemistischen Experimenten ums Leben gekommen sein. Die Sonderausstellung „Alchemie – Wissenschaft oder Teufelspakt?“, die Roth gemeinsam mit dem Chemiker Rainer Werthmann kuratiert hat, zeigt ganz handfest, wie die Vorläuferwissenschaft der Chemie praktisch angegangen wurde. Im großen Hauptraum nimmt das einzigartige Schmuckstück der Ausstellung einen zentralen Platz ein: Fausts Giftschrank, der im gegenüberliegenden Geburtshaus des Gelehrten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefunden wurde. Hier wird dann auch zur fiktiven Figur des Faust übergeleitet: Nach seinem spektakulären Tod begann die Mythenbildung. Zahllose Sagen und Geschichten rankten sich schon bald um ihn, viele Schriftsteller ließen sich vom Fauststoff inspirieren, legten – wie auch die Ausstellung – den Schwerpunkt auf den vermeintlichen Pakt mit dem Teufel.

Goethe didaktisch-anschaulich

Im zweiten Stock gelangen die Besucher also – wie könnte es anders sein? – in den Goethe-Raum. An den Wänden entfalten sich didaktisch-anschaulich die Worte des großen deutschen Dichters. Mephisto, Faust und Gretchen stehen sich in ihnen geistig und dennoch plastisch gegenüber. Der große Raum daneben widmet sich den weiteren Kunstformen, in die der Fauststoff Eingang gefunden hat: Faust-Illustrationen, Faust in der Musik, Faust in der europäischen Literatur und Faust im Theater, gekrönt vom großen Modell des Bühnenbilds der legendären Faust-Inszenierung von Peter Stein. Am Stehpult können die Besucher selbst aufschreiben, wer dieser Faust für sie ist.

Öffnung so bald wie möglich

Wer sich nun gleich aufmachen möchte nach Knittlingen, muss sich noch ein wenig gedulden: Ganz fertig ist das Schmuckstück nämlich noch nicht. Es fehlt noch die neue LED-Lichttechnik als Tüpfelchen auf dem I. „Bekommen wir schon im Februar dafür die Handwerker, lassen wir so lange noch geschlossen. Falls es länger dauert, öffnen wir, bevor das Licht eingebaut wird“, verspricht Roth. Einen ersten Eindruck kann man sich auf der Website unter faustmuseum.de verschaffen.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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