Bürgermeisterin Sarina Pfründer fördert beim Nachwuchs das Verständnis für demokratische Teilhabe
Jugendbeteiligung ist Chefsache

Achter-Rat: Ein Jahr lang lernen Achtklässler der Blanc- und Fischer-Gemeinschaftsschule praktische Möglichkeiten der demokratischen Einflussnahme auf Entscheidungen in ihrer Gemeinde kennen.
  • Achter-Rat: Ein Jahr lang lernen Achtklässler der Blanc- und Fischer-Gemeinschaftsschule praktische Möglichkeiten der demokratischen Einflussnahme auf Entscheidungen in ihrer Gemeinde kennen.
  • Foto: Gemeinde Sulzfeld
  • hochgeladen von Chris Heinemann

SULZFELD (ch) Kindersprechstunde, Jugendforum, Achter-Rat und Jugendsprechstunde: Jugendbeteiligung steht in Sulzfeld ganz oben auf der Agenda. Und das ist nicht nur dem besonderen Engagement von Bürgermeisterin Sarina Pfründer zu verdanken.

Gesetzliche Verpflichtung

„Seit 2015 ist in Paragraf 41a der baden-württembergischen Gemeindeordnung festgeschrieben, dass die Gemeinden verpflichtet sind, die Jugend bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, zu beteiligen“, zitiert die Rathauschefin die geltende Rechtslage. Allerdings hat sie selbst schon bald nach ihrem Amtsantritt vor neun Jahren die Initiative ergriffen und das Thema zur Chefsache gemacht. 2011 richtete sie eine Kindersprechstunde ein. Seitdem kommen jedes Jahr in den Sommerferien im Rahmen des Kinderferienprogramms bis zu 20 Kinder ins Rathaus, zuletzt in der vergangenen Woche am 5. September.

Kindersprechstunde im Rathaus

Die Bürgermeisterin lässt es sich nicht nehmen, die Kinder persönlich zu begrüßen. Bei einem Besichtigungsrundgang erklärt sie auf kindgerechte Weise unter anderem die Funktion der verschiedenen Ämter und ihre eigene Arbeit. Dass jedes Kind einmal auf dem Bürgermeistersessel probesitzen darf, sei selbstverständlich, schmunzelt Sarina Pfründer. Im Sitzungssaal wechseln die Kinder dann auf die Sessel der Gemeinderäte, während die Bürgermeisterin erklärt, was die gewählten Bürgervertreter leisten. Ihr Ziel dabei: „Ich versuche, eine Diskussion hinzubekommen.“ Die Kinder werden von Anfang an ermuntert, mit Fragen und Wünschen nicht hinter dem Berg zu halten.

Achter-Rat in der Schule

Ebenfalls 2011 brachte die Bürgermeisterin ein Jugendforum auf den Weg, um den Zwölf- bis 18-Jährigen die Möglichkeit zu eröffnen, aktiv ihre Vorstellungen und Wünsche vorzubringen. Doch anfangs fühlten sich nur rund 25 Jugendliche von dem Angebot angesprochen. Eine Resonanz, mit der sie nur „mäßig zufrieden“ gewesen sei, sagt die Bürgermeisterin. Deshalb rief sie 2017 zusammen mit der Blanc- und Fischer-Gemeinschaftsschule den sogenannten Achter-Rat ins Leben. Ein festes Beteiligungsmodell, bei dem Achtklässler ein ganzes Jahr lang parallel zur Behandlung des Themas Kommunalpolitik im Unterricht praktische Möglichkeiten der demokratischen Einflussnahme auf Entscheidungen in ihrer Gemeinde kennenlernen.

Lernen durch Tun

Zwei achte Klassen haben diese Erfahrung bereits gemacht, im nächsten Schuljahr wird der dritte Achter-Rat gebildet. Das Programm bleibt gleich: Im Oktober kommen die Achtklässler mit ihren Lehrern ins Rathaus und stellen eine Gemeinderatssitzung nach. So erfahren sie an Ort und Stelle, welche Aufgaben das Gremium hat. Im Januar gehen umgekehrt die Bürgermeisterin und einige Gemeinderäte an die Schule, um mit den Schülern zu diskutieren. Nachdem die Schüler dann im März eine reguläre Gemeinderatssitzung besucht haben, findet im April das Jugendforum statt, wo bis zu 80 Jugendliche in Arbeitsgruppen über Verbesserungsmöglichkeiten in Schule und Freizeit diskutieren. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Pizzaessen im Juli.

Neu: die Jugendsprechstunde

Vor wenigen Wochen hat die Bürgermeisterin der Jugendbeteiligung in Sulzfeld einen weiteren Mosaikstein hinzugefügt. Künftig soll es vier Mal im Jahr eine Jugendsprechstunde im Rathaus geben. „Wie bei den Bürgermeistersprechstunden für Erwachsenen jeweils eine Viertelstunde Einzeltermin im Bürgermeisterzimmer“, erläutert Sarina Pfründer. Die erste Jugendsprechstunde Ende Juli war offenbar vielversprechend. „Die Vorschläge reichten von einem Mountainbike-Parcours und einer Downhill-Strecke bis zu Tanzmöglichkeiten für Heranwachsende mit Handicap“, so die Bürgermeisterin.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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