Archaische Stiere und Trojanische Pferde: Vernissage bei der Brettener Woche mit Werken von Heinz Rupp

Zwischen Bildern, Skulpturen und kaltem Buffet: Nach der Einführung in Leben und Werk von Heinz Rupp war ausreichend Zeit für inspirierende Gespräche.
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Mit einer gelungenen Vernissage wurde am Donnerstag, 21. März, die Ausstellung des Kelterner Bildhauers und Malers Heinz Rupp in den Räumen der Brettener Woche im Kraichgau-Center eröffnet.

BRETTEN (ch) Leserinnen und Lesern des im selben Verlag wie die Brettener Woche erscheinenden Magazins „LebensArt“ ist Heinz Rupp schon seit Längerem ein Begriff. Rund 30 Bilder und dazu mehrere ausdrucksstarke Kleinplastiken des Kelterner Bildhauers und Malers sind jetzt erstmals in den Geschäftsräumen der Brettener Woche im Kraichgau-Center in der Pforzheimer Straße 46 zu sehen. Am 21. März ist die beeindruckende Ausstellung mit einer feierlichen Vernissage eröffnet worden. Noch bis Ende April steht die Schau zu den wöchentlichen Geschäftszeiten allen Kunstinteressierten zur Besichtigung offen. Der Eintritt ist frei.

Gäste aus Bretten und der Region

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend hatten sich neben Kunstfreundinnen und -freunden aus Bretten und der Region, darunter der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner und der Gondelsheimer Rathauschef Markus Rupp, auch vereinzelt Freunde und Wegbegleiter des Künstlers aus Pforzheim und dem Enzkreis eingefunden. Nachdem W.M.V.-Verlagsleiterin Suzanne Pfefferle die Gäste herzlich willkommen geheißen hatte, gewährte der Brettener Woche-Redakteur und zeitweise LebensArt-Autor Chris Heinemann eine Reihe anschaulicher Einblicke in Leben und Werk des Künstlers aus subjektiver Perspektive.

Die Rolle des Stiers

Ausgehend von der archaischen Kraft, die einige von Rupps Kleinplastiken, insbesondere seine Stierfiguren, aus seiner Sicht ausstrahlen, beleuchtete der Redner die Rolle des Stiers vom religiösen Fruchtbarkeits- und männlichen Potenzsymbol in der griechischen Antike über den europäischen Gründungsmythos bis zu südwesteuropäischen Stierkult-Massenveranstaltungen heutiger Tage. Hinweise auf die griechische Antike – und damit auf die europäische Kulturgeschichte – fand Heinemann auch in Heinz Rupps Pferdeskulpturen, die oft Namen antiker Sagengestalten tragen.

Ein Pferd mit Innenleben

Am Beispiel des abgewandelten Innenlebens der ausgestellten Bronzeskulptur „Trojanisches Pferd“ wies er auf das berufliche Vorleben des Künstlers hin. Anstelle versteckter griechischer Krieger wie in der Homer´schen Dichtung enthält Heinz Rupps „Trojanisches Pferd“ mechanische Elemente und „Zahnräder, die wie in einem Uhrwerk ineinander greifen.“ Das Uhrwerk verweise „auf die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, seine runde Form auf deren globale Aktivitäten“, zitierte Heinemann eine Aussage des Künstlers. Dieser sei selbst als gelernter Stahlgraveur und Goldschmied fast 40 Jahre lang beruflich in der Schmuck- und Uhrenbranche tätig gewesen, bevor er Ende der 1990er Jahre den Sprung in die freie künstlerische Existenz wagte.

Schleiher des Geheimnisvollen

Nach ersten Stelen aus Fundhölzern, die teilweise mit Mineralien, Gold oder Silber veredelt wurden, wandte sich Heinz Rupp sehr bald dem Bronzeguss zu. Es entstanden besagte Tierfiguren, Pferdeköpfe, Tier-Maschine-Kompositionen sowie babylonische Türme und erotische Figurinen. An dem wiederkehrenden Bezug zur Antike reize ihn „der große zeitliche Abstand zur Gegenwart“, zitierte der Redner den Künstler. Dieser Abstand lege „einen Schleiher des Geheimnisvollen über Erzählungen und Überlieferungen“ und lasse viel Freiraum für Interpretationen.

Im In- und Ausland präsent

Heinz Rupps teils großformatige Gemälde greifen einige Themen und Techniken seiner Skulpturen auf und lassen in ihrer graphischen Strenge den Designer erkennen. Dass seine Kleinplastiken mittlerweile in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland präsent sind, sei nicht zuletzt das Verdienst von Rupps Ehefrau Margit, die als „eine Art persönliche Managerin und Galeristin“ die Werke von Heinz Rupp der Öffentlichkeit zugänglich mache, stellte der Journalist am Ende seiner Rede unter Applaus fest.

Inspirierende Gespräche am kalten Buffet

Anschließend nutzten die Gäste die Gelegenheit, bei Sekt und erlesenen Häppchen vom kalten Buffet mit dem Künstler persönlich ins Gespräch zu kommen. Unter anderem erzählte eine Besucherin, wie eine Nachbarin ihr eine Ausgabe des Magazins „LebensArt“ mit einem Artikel über Heinz Rupps Kunst in die Hand gedrückt habe mit den Worten: „Da müssen Sie unbedingt hin.“ Und es habe sich gelohnt. Das fand auch Verlagsleiterin Suzanne Pfefferle, die ihre Eindrücke mit den Worten zusammenfasste: „Es war ein rundum angenehmer, harmonischer Abend.“
Die Ausstellung ist bis Ende April Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 17.30 Uhr frei zugänglich. Bei Fragen zur Ausstellung erreichen Sie die Brettener Woche unter 07252/9396-8400, info@brettener-woche.de

Alle Fotos: Havva Keskin

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