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Seltener Käferfund im Brettener Stadtwald

Der Große Rosenkäfer ist äußerst selten und daher streng geschützt.
  • Der Große Rosenkäfer ist äußerst selten und daher streng geschützt.
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(gd) „So ein Glück hat man nicht alle Tage“, freut sich Hans-Georg Leonhardt vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Bretten. Im Brettener Stadtwald hat er kürzlich einen seltenen Fund gemacht: Den Großen Rosenkäfer
Protaetia aeruginosa.

Dieses zu den Rosenkäfern zählende Insekt ist in Mitteleuropa nur selten anzutreffen und gilt deshalb nach der Bundesartenschutzverordnung als streng geschützt. Der bis zu drei Zentimeter große Käfer fällt durch seinen besonderen Glanz auf. Je nach Betrachtungswinkel glänzt er gelblich oder metallisch grün, verursacht durch Interferenzeffekte des Lichts an der Feinstruktur seines Chitinpanzers.

Die Käferlarven fressen morsches Eichenholz

Bei seiner Entwicklung ist der Große Rosenkäfer auf Totholz angewiesen. Seine Larven ernähren sich drei Jahre lang bevorzugt im morschen Holz alter Eichen. Dann verpuppen sich die bis zu sechs Zentimeter großen Engerlinge in einem Kokon. Ab Mai sind dann die Käfer anzutreffen. Sie ernähren sich von austretenden süßen Baumsäften. Besonders auffällig ist der Flug: Wie bei allen Rosenkäferarten bleiben die Deckflügel geschlossen, nur die Hinterflügel bewegen sich auf- und abwärts.

in 30 Jahren nur fünf Exemplare entdeckt

Wie selten der Große Rosenkäfer im Vergleich zum Hirschkäfer oder anderen Rosenkäferarten ist, lässt sich an den Fundmeldungen der letzten 30 Jahre ablesen. „Nur fünfmal wurde dieses auffällige Insekt von aufmerksamen Spaziergängern in der Umgebung von Bretten entdeckt und der Fund gemeldet“, weiß Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten. Aber es besteht Hoffnung: Mit dem Alt- und Totholzkonzept der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg sollen Lebensräume speziell für Totholzbewohner erhalten und entwickelt werden. Dabei sollen die Alterung von Bäumen zugelassen und naturnahe Laubwaldbestände gefördert werden.

Im Brettener Stadtwald stehen viele alte Eichen

Im Brettener Stadtwald wird dieses Konzept allerdings schon seit Generationen umgesetzt. „Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Wald einen Altholzbestand von über 100-jährigen Eichen mit mehr als 16 600 Festmeter haben“, betont Ewald Kugler der Leiter der Brettener Forstverwaltung.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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