Planungen für Mieter und Käufer nehmen Zeit in Anspruch
Bauprojekt auf Sporgasse verzögert sich

Das Gesundheitszentrum auf dem Sporgassen-Areal soll eine abwechslungsreiche Fassade bekommen. Baldauf Architekten und Stadtplaner
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  • hochgeladen von Christian Schweizer

Bretten (swiz) Die Bebauung des Sporgassen-Parkplatzes im Herzen der Melanchthonstadt Bretten wird sich verzögern. Das hat der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff im Gespräch mit der Brettener Woche erklärt. Ende November 2018 hatte der Gemeinderat der Firma Weisenburger Bau einstimmig den Zuschlag zur Bebauung des ersten Baufelds erteilt. Das Unternehmen aus Rastatt will auf dem Filet-Areal ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen mit einer Nutzfläche zwischen 2.200 und 2.300 Quadratmetern sowie eine öffentliche Tiefgarage errichten. Das Gesundheitszentrum soll dabei aus vier ineinander verschachtelten Gebäuden mit einem Innenhof bestehen. Der Baubeginn für die geplante Tiefgarage war für November 2019 vorgesehen. Dieser Termin wird aber, so Wolff, nicht zu halten sein. "Weisenburger plant inzwischen mit einem Baustart Ende des ersten, Anfang des zweiten Quartals 2020", so der Schultes.

"Oftmals komplizierte" Detailverhandlungen

Als Grund nennt er die "oftmals komplizierten" Detailverhandlungen mit den künftigen Mietern und Käufern der angedachten Räume im Zentrum. Die Ideen und Vorstellungen der Interessenten unter einen Hut zu bringen, gleiche "einem Puzzlespiel". Zudem bräuchte auch die Abwicklung der aus den Planungen resultierenden Bauanträge ihre Zeit. "Weisenburger kann nicht anfangen die Tiefgarage zu bauen, ohne zu wissen, wie es darüber einmal aussehen wird", so Wolff. Inzwischen seien aber die sogenannten "Letter of Intent" (Absichtserklärungen) an die künftigen Mieter und Käufer versandt worden. Durch den verzögerten Baubeginn wird auch der vom OB anvisierte Fertigstellungstermin "zum Peter-und-Paul-Fest 2021" nicht zu halten sein. "Wir planen mit der Fertigstellung des Bauprojekts Ende 2021/Anfang 2022." Für den Einzelhandel habe die Verzögerung den Vorteil, dass er das Weihnachtsgeschäft 2019 ohne die baulichen Einschränkungen des Sporgassen-Umbaus mitnehmen könne, betonte der OB.

Kein Rummel auf der Sporgasse in 2020

Was in der Folge auf dem zweiten Teil des Areals baulich verwirklicht wird – das Weisenburger Projekt nimmt nur eine Hälfte des derzeitigen Parkplatzes ein – sei indes noch im Bereich der Spekulationen, so Wolff. Sicherlich könne es dabei in die Richtung "Mediathek, Wohnen und Kultursaal" gehen, Genaueres werde man aber aller Voraussicht nach mit dem neuen Gemeinderat in der nächsten Haushaltsklausur besprechen. Eines ist laut Wolff allerdings klar: "Es wird trotz der Verzögerungen in 2020 keinen Rummel des Peter-und-Paul-Festes auf dem Sporgassen-Parklatz geben". Dieser Tatsache blickt auch der Vorsitzende der Vereinigung Alt-Brettheim (VAB), Peter Dick, ins Auge. Auch wenn er sich für sein letztes Jahr in dieser Funktion noch einmal einen Rummel auf dem angestammten Platz gewünscht hätte, wie er im Gespräch mit der Brettener Woche erklärt.

Neuer Standort für Rummel hinter Technischem Rathaus

Dennoch müsse man realistisch sein und für die Vergnügungsmeile einen neuen Standort wählen. Gesucht werden muss dieser indes nicht mehr, denn laut Dick und OB Wolff kommt dafür nur der Platz hinter dem Technischen Rathaus in Betracht. Da dieses Areal allerdings zu klein für die Ansprüche der Schausteller sein könnte, soll der verfügbare Platz durch die Sperrung der Hermann-Beuttenmüller-Straße vor dem Rathaus erweitert werden. Konkret soll der Bereich zwischen der Bahnunterführung Richtung Rechberg und der S-Bahn-Unterführung den Schaustellern zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies die einzige Alternative ist. Die andere Möglichkeit wäre nur, den Rummel ganz abzusagen", wird Dick deutlich. Und weiter: "Aber ohne den Rummel gäbe es kein Peter-und-Paul-Fest wie wir es heute haben." Schon 2012 sei eine eigens gegründete Fachgruppe der VAB im Übrigen zu dem Ergebnis gekommen, dass außer dem damals noch unbebauten Mellert-Fibron-Areal plus der gesperrten Straßenzüge kein anderes Areal als Ausweichplatz zur Sporgasse in Frage komme.

Security an den neuralgischen Punkten

Auf die Schausteller müsse die VAB wegen der neuen Planungen spätestens Ende des Jahres zugehen, betont Dick. "Bis dahin müssen wir wissen, was von Seiten der Stadt Sache ist." Diese müsse unter anderem für die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur, also die Gas-, Wasser- und Stromversorgung, auf dem neuen Areal sorgen. Auch Rettungswege müssten gewährleistet sein, so der VAB-Vorstand. Aus dem Rathaus hört man dazu beruhigende Töne. "Die Infrastrukturmaßnahmen sind in Planung, da sind wir unter anderem schon mit den Stadtwerken im Gespräch", erklärt OB Wolff auf Nachfrage. Und auch beim Thema "Sicherheit" werde man sich etwas einfallen lassen. Gerade die Querung der stark befahrenen Wilhelmstraße könnte für Rummelbesucher eine Gefahrenquelle sein. Denn um vom Rummel zum eigentlichen Peter-und-Paul-Fest zu kommen, muss die vierspurige Trasse überschritten werden. Die Installierung einer temporären Fußgängerbrücke halte er in diesem Fall eher für unwahrscheinlich, so Wolff. "Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass wir Security-Mitarbeiter an den neuralgischen Punkten einsetzen, um für die Sicherheit zu sorgen." Man werde sich aber auch zu diesem Thema noch mit der VAB und den entsprechenden Behörden zusammensetzen.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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