Brettenerin erhält Preis für Verdienste um die soziale Demokratie

Johanna Kreppein (links) mit einer ihrer Pflegefamilien für Straßenkinder in der Westukraine.
  • Johanna Kreppein (links) mit einer ihrer Pflegefamilien für Straßenkinder in der Westukraine.
  • Foto: Johanna Krepppein
  • hochgeladen von Chris Heinemann

(ch) Die auch als „Großmama ukrainischer Straßenkinder“ bekannte Brettenerin Johanna Kreppein wird mit dem Preis der SPD-Landtagsfraktion für Verdienste um die soziale Demokratie ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung ist am 8. Juli ab 19 Uhr im Rahmen einer privat veranstalteten Feier mit geladenen Gästen im Vortragssaal der Brettener Volkshochschule, Melanchthonstraße 3, geplant. Das hat eine Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion bestätigt.

Claus Schmiedel hält die Laudatio

Demnach wird der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, die Laudatio halten. Im Anschluss wird Schmiedel zusammen mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Dr. Stefan Fulst- Blei den mit 2500 Euro dotierten Preis an Johanna Kreppein überreichen. Ein Grußwort der Stadt Bretten spricht Bürgermeister Michael Nöltner in Vertretung für den terminlich verhinderten Brettener OB Martin Wolff.

„Schoki-Neni“ hilft ukrainischen Straßenkindern

In einer ersten Reaktion nennt die designierte Preisträgerin die angekündigte Preisverleihung einen „unglaublichen Glückstag“. Der Preis gelte nicht nur ihr, sondern auch „ihren Familien“ in der Ukraine. Seit 16 Jahren fährt die evangelische Musiklehrerin und Erzieherin vier Mal im Jahr für zehn bis 15 Tage in die Vorkarpaten in der Westukraine, um dort sechs Pflegefamilien zu unterstützen, die insgesamt 59 Straßenkinder aufgenommen haben. Ihre Erlebnisse dort dokumentiert Johanna Kreppein in deutschlandweit versandten Reiseberichten und gelegentlichen Vorträgen. Im Juni will sie zu ihrer mittlerweile 65. Reise aufbrechen. Vor jeder Reise sammelt sie deutschlandweit Sach- und Geldspenden, die sie persönlich den Patenfamilien überbringt. „Ich heiße dort schon Schoki-Neni, was auf Ungarisch so viel wie Schoko-Tante bedeutet, weil ich den Kindern immer auch ein paar Süßigkeiten mitbringe“, erzählt die 67-Jährige.

Straßenkinder sind Opfer von gesellschaftlichem Umbruch und Krieg

Straßenkinder sind weit verbreitet in der Ukraine. Die Kinder zahlen den Preis für zerrüttete Ehen, Misshandlungen und Alkoholismus in Folge des gesellschaftlichen Umbruchs seit dem Ende der Sowjetunion und des Kriegszustands in der Ostukraine. Sie verstecken sich in Kanalschächten, um nicht gefangen und verkauft oder versklavt zu werden. Sie sind geistig zurückgeblieben, oft unterernährt und von Gewalt, Drogen und Aids bedroht. Als 2006 Eva Luise Köhler, die Frau des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, Odessa besuchte, war von 3.000 Straßenkindern allein in der ukrainischen Hafenstadt die Rede. In der Karpatenukraine sollen es schätzungsweise 8.000 sein, hat Johanna Kreppein gehört. Genaue Zahlen konnte selbst Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, auf Anfrage nicht nennen.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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