Kunsthandwerker sollen für Weihnachtsgeschäft in Brettener Ladengeschäfte kommen
"Der Lockdown wäre eine Katastrophe"

Agathe Pohl (links) und Heike Böhm kritisieren die Pläne für einen erneuten Lockdown im Land.
  • Agathe Pohl (links) und Heike Böhm kritisieren die Pläne für einen erneuten Lockdown im Land.
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Bretten (bea) Bereits vor der Verkündung der neuen Coronaverordnung Mitte Oktober, warnte der Baden-Württembergische Landesvater Winfried Kretschmann vor einem erneuten Lochdown. Nun forderte Innenminister Thomas Strobl (CDU) einen einwöchigen, totalen Lockdown, falls sich die Corona-Lage weiterhin zuspitzen sollte. Doch was würde dies für die Brettener Innenstadt-Händler bedeuten?

"Für uns wäre das eine Katastrophe"

"Für uns wäre das eine Katastrophe", sagt Agathe Pohl, Sprecherin der  Interessengemeinschaft Brettener Innenstadt (IGBI) und Inhaberin eines Schmuck- und Uhrengeschäfts. Ein Lockdown bedeute keinen Umsatz zu generieren, während Mieten und Gehälter weiter bezahlt werden müssten. "In unseren kleinen Geschäften in Bretten halten sich die Kunden an die geltenden Regeln. Außerdem haben wir keinen Massenandrang, während sich in großen Supermärkten die Leute drängeln", sagt sie. Diese böten oft ähnliche Artikel an und dürften trotz Lockdown weiterhin geöffnet haben. "Uns ist noch kein Fall bekannt, bei dem sich Kunden im kleinen Laden angesteckt hätten", sagt Pohl. Das passiere eher im privaten Umfeld. Daher könnten Kunden beruhigt zum Einkaufen kommen.

"Dann gibts uns im Frühjahr nicht mehr"

"Wenn wir kein Weihnachtsgeschäft haben, dann gibt es uns im Frühjahr nicht mehr", sagt die Geschäftsfrau. Denn bereits der Lockdown im vergangenen Frühjahr habe ein großes Loch in den Umsatz der Händler gerissen. "Als wir wieder aufmachen durften, liefen die ersten Wochen sehr verhalten", sagt Pohl. Daher befürchtet sie, dass sich dies bei einem erneuten Lockdown wiederholen und Kunden wieder vermehrt online einkaufen würden.

Sprachlos über möglichen Lockdown

"Ich hoffe, dass keiner kommt", sagt Heike Böhm, Sprecherin der Interessengemeinschaft Brettener Innenstadt (IGBI) im Hinblick auf den Lockdown. Die Inhaberin eines Modegeschäfts für Übergrößen geht davon aus, dass eine Woche nicht ausreichen werde, um die Zahlen spürbar zu reduzieren. "Man ist einfach nur sprachlos und macht sich Gedanken, wie die Geschichte in Zukunft weitergeht", sagt sie. Wenn sie sich die steigenden Zahlen ansehe, erschrecke sie, daher sei es nachvollziehbar, wenn Leute verunsichert seien.

"Ich brauche den Kontakt zu meinen Kunden"

In ihrem Geschäft bediene sie momentan zwischen zwei bis maximal fünf Kunden am Tag. "Die Leute stehen nicht Schlange." Daher könnte der ein oder andere Kollege bei einem erneuten Lockdown Probleme bekommen. "Mein Laden hängt voller Kleidung, die täglich an Wert verliert. Die Mode ist eben sehr schnellebig", so Böhm. Im Falle eines Lockdowns käme für sie der Onlinehandel nicht in Frage. "Ich brauche den Kontakt zu meinen Kunden", sagt sie.

An Regeln halten und positiv denken

Außerdem sei jeder von dem möglichen Lockdown betroffen. Daher sollte sich auch jeder an die Regeln halten. "Natürlich ist man eingeschränkt, aber das ist doch besser, als wenn man krank wird", sagt sie. Daher wünscht sich Böhm, dass sich jeder an die Regeln hält, keine Partys besucht und dafür eine Maske trägt. Auch hoffe sie, dass schnell ein Mittel gefunden wird. "Mit einem möglichen Lockdown habe ich mich zwar schon befasst, aber den Gedanken weit weggeschoben. Ich denke positiv", sagt sie. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft vom 5. bis 23. Dezember wollen die Einzelhändler in Bretten einen Teil ihrer Ladenfläche für Kunsthandwerker freiräumen, die momentan nichts verkaufen könnten, so die Unternehmerin. "Der Zusammenhalt ist jetzt wichtig. Da darf man nicht nur nach sich gucken. Das macht einen stärker", sagt Böhm.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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