Ruiter Ortsvorsteher Aaron Treut kandidiert "fast" bei Bürgermeister-Wahl in Knittlingen
„Hat sich falsch angefühlt“

Aaron Treut mit seiner Frau Ute und den Töchtern bei einem Ausflug in der Wilhelma in Stuttgart.
  • Aaron Treut mit seiner Frau Ute und den Töchtern bei einem Ausflug in der Wilhelma in Stuttgart.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katrin Gerweck

Bretten (ger) Am Montagmorgen fand die Redaktion der Brettener Woche/kraichgau.news eine Mail mit überraschendem Inhalt im Postfach: In der am Sonntag um 23.13 Uhr versendeten Nachricht hieß es: „Durch den Verzicht einer weiteren Kandidatur des Amtsinhabers in Knittlingen, Heinz-Peter Hopp, haben sich für mich durch die räumliche Nähe zu Ruit neue politische Optionen ergeben.“ Es folgte die Einladung an die Pressevertreter der Region zur Bewerbungsabgabe der Kandidatur für das Amt des Knittlinger Bürgermeisters am Dienstagnachmittag vor dem Rathaus der Fauststadt. Absender der E-Mail war Aaron Treut, der in Bretten nicht nur als Ruiter Ortsvorsteher und Gemeinderatsmitglied, sondern auch als Oberbürgermeisterkandidat in Bretten 2017 bekannt ist.

Treut unterlag knapp im Brettener OB-Wahlkampf

Damals war Treut dem heutigen Amtsinhaber Martin Wolff im zweiten Wahlgang haarscharf mit nur zwölf Stimmen unterlegen, wobei für den dritten Kandidaten, Andreas Leiling, immerhin auch 28,05 Prozent der Wähler votiert hatten. Zermürbende Streitereien in Stadt und Gemeinderat inklusive einer schlussendlich abgewiesenen Anfechtung der Wahl durch den Brettener Bürger Klaus-Georg Müller waren die Folge dieses denkbar knappen Wahlausgangs gewesen.

Es tagt der "Familienrat"

Der Versuch, mit Treut am Montag über seine beabsichtigte Kandidatur zu sprechen, gelingt nicht. Ans Telefon ist er nicht zu bekommen, auf eine E-Mail antwortet er, dass im Tagesverlauf noch weitere Gespräche laufen würden und am Abend der „Familienrat“ dazu tagen würde. Daher bitte er darum, mit der Neuigkeit noch nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Am Dienstagmorgen findet sich dann eine Nachricht des 45-Jährigen im Postfach, dass er entschieden habe, nun doch nicht zu kandidieren. Am Telefon begründet Treut das Hin und Her damit, dass er einerseits, nachdem bekannt geworden war, dass Amtsinhaber Heinz-Peter Hopp nicht mehr antreten werde, eine dringliche Anfrage aus der Knittlinger Bevölkerung erhalten habe, sich doch als Nachfolger Hopps zu bewerben. Auf der anderen Seite sei er aus persönlichen Gründen gerade in einer "hyperextremen Eile gewesen" und habe die Lage jetzt noch einmal gut reflektiert.

„Da hat es sich falsch angefühlt“

Das Gespräch mit dem Knittlinger oder der Knittlingerin – Treut möchte nicht auf die Identität der Person eingehen – sei motivierend und überzeugend gewesen und habe ihn ebenso überrascht wie Hopps Rückzug. Zur Ruiter Nachbargemeinde und dem noch amtierenden Bürgermeister Hopp habe er ein nettes nachbarschaftliches Verhältnis, das sich im Laufe der Jahre zu einer gewissen Verbundenheit entwickelt habe. Daher sei er auch nicht auf den Gedanken gekommen, gegen Hopp anzutreten. Am Montag habe er – Treut ist Diplom Wirtschaftsingenieur und arbeitet bei Daimler in Sindelfingen in der Entwicklungsabteilung – bei Probefahrten mit neuen Prototypen Gelegenheit gehabt, sich die Sache nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. „Da hat es sich falsch angefühlt“, beschreibt er seine Bauchentscheidung.

"Bin da, wo ich sein möchte"

„Mir ist klar geworden, dass ich gerade eigentlich genau da bin, wo ich sein möchte“, konkretisiert er und meint damit dreierlei: Seine Tätigkeit als Ortsvorsteher in Ruit, seine Rolle als Familienvater mit zwei kleinen Töchtern und das Miteinander von politischem Ehrenamt und gutem Job. „Ich bin mit Herzblut Ortsvorsteher in Ruit und gehe für die Ruiter auch durchs Feuer. Ich hätte Ruit nicht allein lassen wollen.“ Die Auswirkungen auf sein Familienleben – „durch ein Bürgermeisteramt ist man doch eher fremdgesteuert“ – fände er gerade im Moment, wo seine Töchter noch so klein seien, ebenfalls eher schwierig. Gewiss, wenn er in Bretten Oberbürgermeister geworden wäre, sähe es ja nicht anders aus, aber „da hätte man sich dann schon drauf eingestellt. Damals hatten wir ja erst ein Kind.“ Die Frage, ob er nochmals in Bretten oder anderswo kandidieren wird, möchte er offen lassen: „Das entscheide ich dann situativ.“

Mehr dazu lesen Sie auf unserer Themenseite Bürgermeisterwahl Knittlingen.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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