Interview mit Andreas Kraus, dem Gründer des Glasfaser Blogs – www.glasfaser-bretten.de

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Seit Beginn der BBV-Vermarktung betreibt Andreas Kraus einen Blog unter www.glasfaser-bretten.de. Da dachte ich mir, dass es interessant wäre, mal hinter die Kulissen zu schauen, in Form eines Interviews.

Hallo Andreas, stell dich doch zu Beginn am Besten mal kurz vor. Wer
bist du, was machst du, wo wohnst du?

Hallo Heiko, vielen Dank, dass du mir hier nochmal die Chance gibst dieses tolle Projekt vorzustellen. Mein Name ist Andreas Kraus, ich bin 32 Jahre alt und gelernter Industriekaufmann. Ich wohne ich in Ruit und da haben wir die notwendigen Vorvertragszahlen ja zum Glück schon erreicht ;-)

Als du zum ersten Mal von Glasfaser in Bretten gehört hast, hast du
sofort an DIE große Chance gedacht oder war das erst Mal auch für dich
nur die nächste Sau, die durch's Dorf getrieben wird?

Ich habe davon direkt Ende Januar/ Anfang Februar erfahren. Der erste Gedanke war „geil!“ Ich bin hier in Ruit Skytron Kunde, was bedeutet, dass ich mich fast täglich mit Problemen wie Ausfällen und langsamen Verbindungen rumärgern muss. Ich habe mit der Glasfaserlösung sofort die Chance erkannt. Der zweite Gedanke war „Großer Gott, über 3000 Vorverträge…Das schaffen wir nie ohne Hilfe…Da musst du was tun!“.

Hattest du dann gleich Kontakt mit der BBV aufgenommen oder wie war da
zu Beginn?

Ich habe mich kurz mit meinem Cousin bezüglich des Blogs beraten und dann umgehend Kontakt mit der BBV aufgenommen. Das war eigentlich nur eine einfache E-Mail mit der Bitte um Infomaterial. Daraufhin hat Herr Ruh, Vertriebsleiter der BBV, sofort ein Treffen in Bretten vorgeschlagen.

Und wie ist heute das Verhältnis zur BBV?

Sehr gut. Ich wurde von Anfang an mit allem unterstützt was ich mir gewünscht habe. Egal ob das Werbematerial war, Einladungen zu Pressekonferenzen, oder Exklusivinformationen für meinen Blog. Die Zusammenarbeit ist vorbildlich.

Da könnte man ja leicht auf die Idee kommen, dass du Geld von der BBV
erhälst, sozusagen als Vertriebler im Untergrund. Hand auf's Herz, was
ist da dran?

*lacht* Da ich aktuell auf Jobsuche bin und wirklich jeden Cent gebrauchen könnte, wäre das schon toll. Fakt ist aber, dass ich dieses Engagement rein aus freien Stücken tue. Ich gebe zu, zu Anfang waren das fast nur eigennützige Gründe. Ich wollte besseres Internet bei mir Zuhause haben. Erst als ich später Kontakt zu anderen Bürgern aufbaute die auch begonnen hatten das Thema Glasfaser selbstständig zu unterstützen und zu pushen, wurde mir klar, dass es hier bei weitem nicht nur um mich geht. Es geht um den Standort Bretten, um die wirtschaftliche Stärke Brettens und um jeden einzelnen Bürger, egal ob Kernstadt oder Ortsteile, der mit seinem jetzigen Internet genauso unzufrieden ist wie ich und sehnsüchtig auf eine Lösung wartet.

Woher hast du dann die Motivation, deine Zeit zu investieren?

Die kommt daher, dass ich hier gerne lebe und das schon seit 32 Jahren. Ich möchte sehen, dass Bretten eine aufgeschlossene, eine moderne Stadt ist. 4 Tage im Jahr im Mittelalter und die restlichen oben auf. Wirtschaftliche Stärke fördert Arbeitsplätze und bringt neue, interessante Firmen nach Bretten. Für Privatleute ergeben sich ganz neue Möglichkeiten und in der Zukunft werden sich junge Familien nicht nur 2x, sondern eher 10x überlegen, ob Sie in eine Stadt ziehen, die ihnen so viele Möglichkeiten leider nicht bieten kann. Wenn die Stadt nicht selbständig reagiert muss für eine Infrastruktur auch mal gekämpft werden, zum Wohle aller.

Würdest du denn heute wieder damit beginnen, jetzt wo immer noch nicht
klar ist, ob sich das alles gelohnt hat? Denn sicher ist da ja noch gar
nichts.

Ja! Darüber muss ich nicht nachdenken. Gerade weil eben noch nichts in trockenen Tüchern ist, würde ich wieder und weiter dafür kämpfen. Wir reden hier von einem Projekt von einer Wichtigkeit, die in Bretten leider viele noch nicht verstehen. Der digitale Wandel kommt nicht, er ist schon da. Nicht mehr lange und die, die jetzt zweifeln, sind die ersten, die später nach schnellerem Internet schreien, sofern Sie es jetzt nicht bekommen.

Du hast früher mal einen ähnlich Blog betrieben, und zwar für Skytron,
was ist daraus geworden und warum hast du deine Meinung offensichtlich
geändert?

*lacht* Oh je, ich hoffe du hast den nicht irgendwo ausgegraben? Die Situation hat sich damals, aus meiner Sicht, nur auf Ruit beschränkt und war der heutigen sehr ähnlich. Es wurde nach einer Lösung für das furchtbar schlechte Internet gesucht. Die Stadt kam dann eines Tages mit Skytron an, einem Anbieter für Funklösungen. Ein kurzer Blick ins Internet hat gereicht, um zu sehen, dass dies unmöglich das Allheilmittel sein kann, auf das wir seit vielen Jahren warten. Ich habe dann damals genau das Gegenteil zu heute versucht: Ich habe gebloggt mit dem Ziel Skytron zu verhindern. Ich wollte damals schon einen kabelgebundenen Anbieter, eine Lösung mit der Telekom oder Unitymedia (damals noch KabelBW). Alles nur nicht Funk. Irgendwann hat die Stadt mehr als deutlich gemacht, dass entweder Skytron oder nichts kommen wird. Mir blieb an diesem Punkt nichts anderes mehr übrig, als Skytron neutral gegenüber zu stehen. Meine Versuche auf eine bessere Lösung waren allesamt gescheitert. Jetzt, Jahre später, hat sich gezeigt, dass ich damals schon recht lag. Und wieder sind wir an einem Punkt, wo wir darüber entscheiden, wie die Zukunft aussehen soll. Ich hoffe sehr, dass dieses Mal viele Leute schlauer sind.

Sag doch mal kurz einen Satz zu den folgenden Punkten, die man immer
wieder hört:

1. Die BBV-Tarife sind zu teuer!

Zu teuer ist eine sehr relative Aussage. Die einen kaufen nur bei LIDL, die anderen gehen in einen Bioladen. Ich denke, man kann behaupten, dass man hier für etwas mehr Geld eine deutlich bessere Qualität bekommt. Bei der BBV ist dies ähnlich. Natürlich kann ich einen 25 Euro 1&1 Vertrag nutzen und sagen alles was mehr kostet, ist zu teuer. Die Qualität, die Leistung, das ganze Produkt ist bei der BBV aber so immens besser, dass man hier in keinem Fall von zu teuer sprechen kann. Im Vergleich mit Anbietern von Glasfaser befindet sich die BBV im Mittelfeld.

2. Die BBV-Vertragsbindung ist zu lang!

Kennst du denn einen Anbieter, der keine 2 Jahre Vertragslaufzeit hat? Unitymedia, Telekom, 1&1, egal ob Handy oder Festnetz…alle haben doch 2 Jahre…. Na gut, bis auf die Easybell, die hat nur 1 Monat Laufzeit. Die ist ja auch in der Vorvermarktungsphase für 0,- Euro Anschlussgebühr zu haben. Über das Netz der BBV.

3. Wozu Glasfaser? Die Geschwindigkeit reicht doch!

Das ist auch eher relativ zu sehen. Vielen reicht es jetzt noch, das stimmt. Wenn nur etwas gesurft und mal eine Mail verschickt wird, kommt man auch mit einem 3 MBit/s Anschluss aus. Aber das ist nicht von Dauer. Und die Zeit, in der das nicht mehr reicht, kommt rasend schnell näher. Wer heute schon aktiver im Internet unterwegs ist, zum Beispiel Youtube und Nextflix nutzt, spielt, sich Programme nicht mehr auf CD kauft, sondern diese direkt runterlädt, Fotos in der Cloud speichert um sie auf allen Geräten zur Verfügung zu haben… derjenige weiß ganz genau, was er an der BBV hat. Dazu spricht man heute schon vom Internet der Dinge, in einigen Jahren wird man kaum noch ein Gerät im Haus haben, was nicht in irgend einer Form auf Ihre Internetleitung zugreift. Dann wissen die Leute, was ihr 3 oder 6 MBit/s Anschluss noch Wert ist - nämlich nichts.

4. Warum eine private Firma, die Stadtwerke müssen das machen!

Zuallererst sind die Stadtwerke, wie auch die Stadt Bretten, verschuldet. Um eine so große Investition selbst zu stemmen, würde der Ausbau mindestens 10 Jahre dauern. Viel zu lange für Bretten und die Bürger, die bereits jetzt schon über 10 Jahre warten. Dazu kommt ein hohes finanzielles Risiko. In Essen wurde genau das versucht, mit einem verheerenden Ergebnis. Der Ausbau wurde nach Jahren gestoppt. Die Schulden belaufen sich auf über 10 Millionen Euro. So einfach wie sich das alle vorstellen, ist es dann leider doch nicht.

5. Die Telekom wird das schon bald machen!

Traurig aber wahr, der Telekom ist Bretten egal. Gerade in den Ortsteilen kann man davon ausgehen, dass rund 80-90 % aller Haushalte bereits Telekom Kunde sind. Es gibt für die Telekom faktisch keinen Grund hier das Netz auszubauen. Die Einnahmen wären nur minimal höher als bisher, es besteht kein Konkurrenzdruck, Neukunden würde es faktisch fast keine geben. Die Investitionskosten wären aber immens. Auf die Telekom zu zählen, bedeutet, wahrscheinlich noch Jahrzehnte mit einer langsamen Verbindung zu leben.

6. Ich brauche kein Internet, die sollen mir bloß wegbleiben!

Die BBV bietet auch einen reinen Telefonanschluss an. Für 20,- Euro monatlich erhält man eine Flatrate ins Deutsche Festnetz. Dies ist fast 10 Euro günstiger als bei der Telekom. Zudem hat man die Option, jederzeit Internet dazu zu buchen. Dies kann auch bei einem späteren Verkauf der Immobilie interessant sein. Statistisch betrachtet ist ein Haus mit Glasfaseranschluss rund 6 % mehr Wert, als ein vergleichbares Haus ohne. Und wenn man schon nicht mehr Kosten hat als bisher, darf man auch gerne etwas solidarisch mit seinen Mitbürgern sein. Wenn wir die rund 3500 Verträge nicht schaffen, dann bekommt niemand schnelles Internet. Nicht die Firmen die es benötigen, nicht die Menschen, die von Zuhause aus arbeiten und auch nicht die Kinder und Jugendliche, die den Lernstoff für Schule und Ausbildung über das Internet vertiefen und sich viel interaktiver und moderner ihr Wissen aneignen könnten.

Ok, Andreas, dann vielen Dank für dieses Interview und weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt!

Vielen Dank, dass ich hier nochmals auf das wichtige Thema Glasfaser aufmerksam machen durfte.

Disclaimer: Sowohl Andreas Kraus, als auch der Interviewer, Heiko Seebach, sind Mitglied der von der BBV unabhängigen Bürgerinitiative Glasfaser-Bretten.

Mehr zum Breitbandausbau und zur Glasfaser-Technologie lesen Sie auf unserer großen Themenseite.

Autor:

Heiko Seebach aus Bretten

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