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Jagdbehörde: Deutlich mehr erlegtes Wild

Kaninchen haben viele Wildschäden angerichtet, so die untere Jagdbehörde.
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In ihrer Jahresstatistik berichtet die untere Jagdbehörde im Landratsamt Karlsruhe unter anderem von deutlich mehr Abschüssen von Schwarzwild, also Wildschweinen. Durch den milden Winter wird laut Behörde auch weiterhin eine intensive Bejagung nötig sein, um Wildschäden zu minimieren.

Landkreis Karlsruhe (pm) Wildschweine standen bei der unteren Jagdbehörde des Landratsamts Karlsruhe ganz oben auf der Liste der bejagten Tiere. Das geht aus der Jahresstatistik 2015/16 der Behörde hervor. So wurden im Landkreis Karlsruhe 4.307 Stück Schwarzwild, wie man Wildschweine auch bezeichnet, erlegt. Nach dem Rekordjahr 2012/2013 ist das die zweithöchste Abschussrate, die jemals im Landkreis Karlsruhe erzielt wurde und eine in dieser Höhe nicht erwartete Steigerung um über 30 Prozent. Aufgrund des milden Winters und den daraus resultierenden hohen Schwarzwildbeständen ist zur Verhinderung beziehungsweise Minimierung von Wildschäden auch weiterhin eine intensive Bejagung des Schwarzwildes erforderlich, betont die Behörde bei der Präsentation der Statistik.

Auch mehr Rehe gejagt

Einen Anstieg um 13 Prozent gab es auch bei den erlegten Rehen. So wurden im Statistikzeitraum 5.093 Stück Rehwild erlegt. Nachdem bereits seit dem Jagdjahr 2013/2014 nahezu alle Reviere im Landkreis am Modellprojekt Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan (RobA) teilgenommen haben, ist diese Regelung seit dem 1. April 2016 nun gesetzlich verankert. Die Vorgabe der Abschusszahlen seitens der unteren Jagdbehörde entfällt damit. Dies steigert natürlich die Eigenverantwortung von Verpächter und Pächter vor Ort, da diese auf der Grundlage des forstlichen Gutachtens individuelle Zielvereinbarungen schließen müssen.

Weniger Füchse zur Strecke gebracht

Die Anzahl der Füchse, die von Anfang August 2015 bis Ende Februar 2016 zur Strecke gebracht wurden, beläuft sich auf 1.788, was einem Rückgang um rund 13 Prozent entspricht. Zurückzuführen ist dies auf die eingeschränkten Jagdzeiten beim Jungfuchs im Frühsommer. Zum Schutz von Tierarten, die Beutetiere für den Fuchs darstellen, wurden im Landkreis Karlsruhe bis heute insgesamt fünf Hegegemeinschaften gegründet, auf deren Gebiet die Bejagung von Jungfüchsen wieder ab dem 1. Mai möglich ist.

Wieder mehr Nutrias in besiedelten Gebieten

Ein weiterhin aktuelles Thema sind laut der Jagdbehörde Wildtiere im Siedlungsraum. Neben den bekannten Problemen mit Fuchs und Marder sind es besonders Nutria, die im Landkreis Karlsruhe vermehrt auftreten. Diese aus Südamerika stammende Nagetierart ist überwiegend an Bachläufen und Seen anzutreffen und richtet dort Schäden im Uferbereich, aber auch auf Feldern an. Die Zahl der erlegten Nutrias stieg im vergangenen Jahr leicht auf 412 Tiere an. Die gestiegene Population sei oftmals auch auf eine massive Fütterung der Nutrias durch den Menschen zurückzuführen, erklärt die Behörde.

Aufgrund der milden Temperaturen im vergangenen Winter wurde auch eine Zunahme des Kaninchenbestandes, vor allem im Bereich der Ortsrandlage und in Gewerbegebieten beobachtet. Um Schäden an landwirtschaftlichen Flächen sowie durch Unterhöhlungen zu minimieren, wurden rund 70 Prozent mehr Kaninchen, nämlich rund 2.000 Tiere erlegt.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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