Knackpunkt Büroturm: Firma Harsch dringt auf baldigen Bebauungsplan für "Steinzeugpark"

Neues Baugebiet im Kleinformat: (von links) Sven Battenhausen, Rudolf Harsch, Martin Wolff und Andreas Neff bei der Präsentation des Architekturmodells für den „Steinzeugpark“. Foto: ch
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  • Neues Baugebiet im Kleinformat: (von links) Sven Battenhausen, Rudolf Harsch, Martin Wolff und Andreas Neff bei der Präsentation des Architekturmodells für den „Steinzeugpark“. Foto: ch
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(ch) Die Firma Harsch hat am Dienstag die Präsentation eines maßstabsgetreuen Architekturmodells genutzt, um die zeitnahe Verabschiedung eines Bebauungsplans für den auf der Diedelsheimer Höhe geplanten „Steinzeugpark“ anzumahnen.

„Erst wenn wir nahezu Rechtssicherheit haben, können wir mit dem Abbruch loslegen“, sagte Geschäftsführer Rudolf Harsch. Bevor mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden kann, müssen die leer stehenden Werkshallen abgerissen werden, wofür der zuständige Harsch-Architekt Sven Battenhausen etwa fünf Monate veranschlagt.

OB: Erst architektonische Gestaltung des Büroturms klären

Nach den Worten von Oberbürgermeister Martin Wolff, der das "gute, konstruktive Miteinander" von Stadt und Firma Harsch lobte, hängt die Verabschiedung des Bebauungsplans noch an der Gestaltung des oberhalb der B293 geplanten Büroturms, der wegen seiner Höhe künftig stadtbildprägend sein wird. „Man kann keinen Freifahrtschein für ein über 40 Meter hohes Gebäude geben, ohne dass dessen Gestaltung feststeht“, sagte der OB. Es komme darauf an, dass die architektonische Gestaltung des Turms „zur Stadt passt“. Er rechnet damit, dass bis Januar eine Lösung gefunden wird und danach der Bebauungsplan vom Gemeinderat verabschiedet wird.

Hochwertiger Blickfang mit interessanter Fassade

Mit insgesamt 42 Metern und zwölf bis 13 Etagen wird der Büroturm auch den 30 Meter hohen Schornstein des Steinzeugwerks überragen, der als Reverenz an die Brettener Industriegeschichte erhalten bleiben soll. Nach Aussage des Architekten soll das Hochhaus ein qualitativ hochwertiger Blickfang am Stadteingang mit einer interessanten Fassade werden, das – wie Rudolf Harsch anmerkte – täglich von sehr vielen auf der B293 vorbeifahrenden Menschen gesehen wird. Der Harsch-Geschäftsführer geht davon aus, dass für das Bauwerk „interessante Mieter“ gefunden werden, eventuell sogar eine „öffentliche Einrichtung“ aus der weiteren Region.

Größere Multifunktionshalle nicht rentabel

Für die bei der ersten Vorstellung im Gemeinderat im Juni angeklungene Idee, die geplante Multifunktionshalle größer zu planen, sehen sowohl Harsch als auch OB aus Rentabilitätsgründen keine Chance. Deshalb soll ihr Fassungsvermögen auf 400 bis 500 Sitzplätze begrenzt bleiben. Allerdings kann sich Martin Wolff sehr wohl vorstellen, dass die Stadt gelegentlich als Mieter auftritt. Unter der Multifunktionshalle sind in einer Tiefgarage 350 Stellplätze vorgesehen, mehr als doppelt so viele wie vorgeschrieben sind, betonte der Architekt.

Anspruchsvoller Wohnungsbau

Sobald das ehemalige Steinzeugwerk-Gelände freigeräumt ist, soll von Westen her zunächst mit dem Wohnungsbau begonnen werden. Anschließend an die bestehende Wohnbebauung sind drei Zeilen mit je vier dreigeschossigen Reihenhäusern vorgesehen, im Zentrum des Geländes sollen vier unterkellerte Stadtvillen mit je elf Wohnungen auf vier Etagen entstehen. Die zwischen 70 und 115 Quadratmeter großen Wohnungen sollen laut Rudolf Harsch "eine breite Klientel" ansprechen. "Wir werden keinen Billigbau machen, sondern eine auch optisch anspruchsvolle Architektur mit reduziertem Energiebedarf", versicherte der Geschäftsführer.

Zentrale Tiefgarage und Nahwärmeversorgung

Eine zweite Tiefgarage unter den Wohnhäusern wird den ruhenden Verkehr aufnehmen. Die Wohnhäuser sind durch einen Mischgebietsstreifen zur Steinzeugstraße abgeschirmt, in dem sowohl Wohnen als auch Gewerbe denkbar ist. Nach den Worten von Harsch-Prokurist Johan Busic verhandelt die Firma mit der Energieagentur des Landkreises und mit der Stadt bereits über eine mögliche Nahwärmeversorgung für das Baugebiet. In diese könne dann eventuell auch das in Diedelsheim geplante neue Baugebiet Katzhälde einbezogen werden.

Gesamtkosten auf 50 bis 60 Millionen geschätzt

Die Investitionskosten für das gesamte Projekt einschließlich Wohn- und Gewerbebauten schätzt der seit Juni amtierende zweite Harsch-Geschäftsführer Andreas Neff auf 50 bis 60 Millionen Euro. Eine Summe, die allerdings viele Unbekannte enthalte, ergänzte Rudolf Harsch. Die Fertigstellung wird nach seinen Worten für 2020 bis 2021 angepeilt.

Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Themenseite Steinzeugpark

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