Kommentar: Die Schicksale hinter den Zahlen

Ein Selbstporträt des Irakers Sajad Roma.
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Rund 95.000 Asylanträge hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Jahr 2017 bisher entgegen genommen. Eine nüchterne Zahl, ohne Emotion, ohne Gesicht. Doch Lebenswege wie die von Sajad Roma geben diesen Zahlen eine Geschichte und machen deutlich, wie viel Leid hinter diesen nüchternen Fakten stehen kann. Es sind Geschichten von zerrissenen Familien, von Leid, Folter und von der Angst vor der Zwangs-Rückkehr in ein zerbombtes Land.

Das ist kein Plädoyer für eine uneingeschränkte und blauäugige Einwanderungspolitik. Gerade in Zeiten einer allgegenwärtigen Terrorgefahr muss genau geprüft werden, wer sich nach Deutschland flüchtet und wo seine Absichten liegen. Genauso klar ist, dass jemand der die hiesigen Gesetze grob missachtet, mit seiner sofortigen Abschiebung rechnen muss. Dennoch ist es ein Plädoyer an die Nächstenliebe, die wir den Menschen zukommen lassen sollten, die unter unmenschlichen Entbehrungen vor zerstörerischen Bombenhageln und grausamen Terroristen in unser Land geflüchtet sind. Diese Menschen verdienen unseren uneingeschränkten Schutz.

Es mag sein, dass diese Zeilen bei dem wütenden Mob, der sich immer wieder zusammenrottet, wenn es zum Beispiel um den Bau neuer Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge geht, ungehört verhallen. Ein Großteil der Bevölkerung in diesem Land zeigt jedoch Tag für Tag, in unermüdlicher, ehrenamtlicher Arbeit, dass Begriffe wie „Nächstenliebe”, „Mitleid” und „Fürsorge” auch heute noch ihre Daseinsberechtigung haben und von vielen gelebt werden.

Christian Schweizer, Redaktionsleiter der Brettener Woche/kraichgau.news

Ein Selbstporträt des Irakers Sajad Roma.
Christian Schweizer, Redaktionsleiter der Brettener Woche/kraichgau.news.
Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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