Studenten unterstützen Schulprojekt in Nepal

Ausbau mit Aussicht in Japhe.
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Der Studiengang Bauingenieurwesen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft engagiert sich beim Aufbau einer Schule im nepalesischen Japhe. Den Studenten wird dabei die Möglichkeit geboten, ihr erlerntes Wissen in die Tat umzusetzen.

Die Republik Nepal ist vielen Menschen in den vergangenen Monaten vor allem durch das schlimme Erdbeben im Gedächtnis geblieben. Doch inmitten der großen Zerstörung gibt es auch Zeichen der Hoffnung. Das sieht man am Beispiel einer Schule im nepalesischen Japhe, die rund 130 Kilometer östlich der Hautptstadt Kathmandu liegt. Die Schule wird derzeit neu aufgebaut und erweitert. Für dieses Vorhaben engagiert sich seit drei Jahren auch der Studiengang Bauingenieurwesen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft.

Ausgangspunkt war ein studentisches Projekt unter Leitung von Professor Stefan Linsel und Alexander Keller. „Das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen, gibt Studierenden die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten und das zukünftige Berufsfeld unter realen Bedingungen hautnah zu erproben“, erläutert der Dekan der Fakultät für Architektur und Bauwesen an der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, Professor Erwin Schwing, den Einsatz der Studenten.

Mehr Platz für Bildung

Die Erweiterung der Schule war nötig geworden, da die ursprünglichen Räume nur rund 90 Schülern Raum boten. Und das bei einem Bedarf an Schulplätzen für gut 500 Schüler. Und obwohl die Schule mitten in Japhe liegt, ist sie in keiner Weise verkehrstechnisch erschlossen. So geht es von der Hauptstraße nochmals rund 80 Höhenmeter nach oben. Schüler, Lehrer oder Material – alles muss dabei über enge Stufen nach oben kommen. Trotzdem kommen die Kinder aus der gesamten Region zur Schule und sind teilweise täglich rund eine Stunde zu Fuß unterwegs, um pünktlich da zu sein, sagt Krishna Gautam, Initiator des Schulprojekts. Denn einen Schülertransport oder verlässlichen Bus nach Fahrplan gibt es nicht. „Der kommt morgens, irgendwann zwischen 8 und 11 Uhr“, lacht Gautam. „Und auch nur, wenn es nicht regnet.“ Denn dann ist die Geröllpiste nach Japhe unpassierbar und der Ort quasi von der Außenwelt abgeschlossen.

Zielgerichtetes Engagement

Um den Kindern dennoch eine Chance auf Bildung in der Schule in Japhe zu ermöglichen, war ein zielgerichtetes Engagement notwendig. So wurde der Bau maßgeblich durch den russischen Architekten Roman Gec vorangetrieben. Nach und nach brachten sich weitere Helfer in das Projekt ein. So auch die Hilfsorganisation Hiscos, die Spenden für den Betrieb der Schule sowie die Bezahlung der Lehrer sammelt. Mit an Bord ist als wesentlicher Partner aber auch die Hochschule aus Karlsruhe, die jetzt federführend den künftigen Substanzerhalt übernimmt. Dabei steht vor allem die effiziente Nutzung einfacher Methoden im Vordergrund. Denn größere Geräte können wegen der exponierten Lage der Schule nicht genutzt werden, und Baustoffe und Benzin sind dort sehr teuer.

Das große Beben

Das große Erdbeben in 2015 und der folgende Monsun haben auch Japhe stark in Mitleidenschaft gezogen. Studenten der Hochschule Karlsruhe waren unter anderem auch deshalb kürzlich wieder vor Ort, um die entstandenen Schäden an der Schule zu begutachten. Diese fielen jedoch erstaunlich klein aus und so konnte die Schule schnell wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die bereits angewendeten Baumaßnahmen haben somit eine besonders schlimme Härteprüfung gemeistert und sollen deshalb auch weiter angewendet werden. Für Gautam sind dies gute Nachrichten. „Bisher war es meist so, dass viele die Gegend verlassen haben, damit ihre Kinder eine Möglichkeit zur Bildung bekamen. Mittlerweile bleiben immer mehr wieder hier und müssen nicht weg.“

Infos und Spendenkonto

Der Förderverein (Sitz in Germersheim), der Spenden für den Betrieb der Schule und die Bezahlung der Lehrer sammelt, ist hier erreichbar: www.hiscos.de

Spendenkonto: Himalayan Spirit Welfare Society Förderverein e.V., VR Bank Südpfalz, Konto 1080539, BLZ 54862500, IBAN DE20 5486 2500 0001 0805 39

Aktuell laufen die Planungen, damit im Herbst wieder Studenten der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft für ein Praxissemester nach Nepal gehen können – für eine gezielte Hilfe vor Ort, www.hs-karlsruhe.de ->Fakultäten

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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