Diabetes in der Familie – bin ich gefährdet?

Diabetes kann auch in der Familie liegen. Haben etwa Großvater oder Onkel die „Zuckerkrankheit“, sollte man frühzeitig mit seinem Hausarzt darüber sprechen.
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Diabetes in der Familie – bin ich gefährdet? Risiken wirksam vorbeugen und gesund bleiben.

(djd). Wer Diabetes nur als Wohlstandskrankheit ansieht, der irrt. Denn nicht ausschließlich Übergewicht und zu wenig Bewegung können dafür verantwortlich sein, dass sich die sogenannte Zuckerkrankheit entwickelt – auch die Gene sind laut wissenschaftlichen Erkenntnissen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) mit verantwortlich. Demnach haben Menschen mit familiärer Belastung, die zusätzlich ein Risikogen in sich tragen, das höchste Risiko, an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken. Aber auch der Typ-2-Diabetes kann erblich veranlagt sein.

Mit dem Hausarzt sprechen

Aus diesem Grund sollten Menschen, in deren Familie es zahlreiche Fälle von Diabetes gibt, frühzeitig mit ihrem Hausarzt darüber sprechen. Dr. Helga Zeller-Stefan, Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologie, Diabetes-Zentrum Essen, erklärt: „Betroffene sollten rechtzeitig auf Diabetes getestet werden. Diese Überprüfung sollte man regelmäßig, beispielsweise jährlich machen lassen.“ Allerdings würde die erbliche Veranlagung für einen Typ-2-Diabetes ohne die auslösenden Faktoren eines ungesunden Lebensstils nicht zutage treten. Das bestätigt auch das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung. Daher sind regelmäßige körperliche Tätigkeiten und eine ausgewogene Ernährung auch so wichtig. Dazu gehören laut Experten grundsätzlich keine „besonderen“ Lebensmittel für Diabetiker, die in vielen Supermarkt- und Drogerieregalen zu finden sind. Dr. Zeller-Stefan: „Im Rahmen einer Ernährungsberatung beim Diabetologen oder bei einer Diabetes-Schulung erfahren Patienten, was sie am besten zu sich nehmen sollten.“

Schulungen helfen im Alltag

Umfangreiche Schulungen klären unter anderem auch Eltern von kleinen Diabetes-Typ-1-Patienten darüber auf, wie sie ihren Kindern den Alltag erleichtern und ihnen zeigen können, auf welche Weise sie nach dem Butterbrot in der Schulpause richtig Insulin spritzen. Erwachsene Diabetiker lernen, eine sinnvolle Ernährung in ihren Berufsalltag zu integrieren – dabei werden laut Dr. Zeller-Stefan auch die Lebensmittel berücksichtigt, die man gern isst. So erfahren Betroffene, wie sie ihre Erkrankung positiv beeinflussen können, sodass der Blutzucker gut eingestellt und der Blutdruck sowie der Fettstoffwechsel im Normbereich sind. Auf diese Weise kann man auch Folgeerkrankungen vorbeugen. Zu diesen zählen unter anderem Nervenschäden, die zu Schmerzen, Kribbeln und Brennen in den Füßen führen können. Davon sind viele Diabetiker bereits im Frühstadium ihrer Erkrankung betroffen. Eine Vorstufe des Vitamins B 1, das Benfotiamin, ist laut Experten geeignet, um solche Beschwerden zu lindern und die schädliche Wirkung des erhöhten Blutzuckers auf Nerven und Blutgefäße zu reduzieren.

Wirksame Umstellung des Lebensstils

Wurde der Diabetes einmal diagnostiziert, so kann er zwar laut dem Spezialisten Prof. Dr. Hilmar Stracke nicht geheilt werden. Doch der Internist und Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Gießen und Marburg beruhigt: Wer im Anfangsstadium seinen Lebensstil konsequent auf Vollkornprodukte sowie Mischkost umstellt und sich mehr bewegt, hat eine gute Chance, gar keine Medikamente nehmen zu müssen.

Diabetes kann auch in der Familie liegen. Haben etwa Großvater oder Onkel die „Zuckerkrankheit“, sollte man frühzeitig mit seinem Hausarzt darüber sprechen.
Eine Schulung beim Diabetologen zeigt Betroffenen, wie sie richtig ihren Blutzucker messen oder Insulin spritzen.
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Kraichgau News aus Bretten

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