Aktuelle Serviceseiten auf kraichgau.news

Hebammenverband: Traumatische Erfahrungen von Gebärenden nehmen zu

Jetzt Leserreporter werden

Die Geburt eines Kindes - ein Erlebnis, das werdende Mütter sich überwältigend schön wünschen. Aber es kommt mitunter anders. Sogar, wenn eigentlich alles gut geht. Warum das so ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Karlsruhe (dpa/lsw) Immer mehr Frauen machen nach Angaben des Hebammenverbandes Baden-Württemberg traumatische Erfahrungen während der Geburt. „Der Gesprächsbedarf frisch gebackener Mütter ist inzwischen enorm“, sagte die Landesvorsitzende Jutta Eichenauer der Deutschen Presse-Agentur dpa kurz vor dem Runden Tisch Geburtshilfe, zu dem das Sozialministerium für Dienstag erstmals eingeladen hat.

Eins-zu-eins-Betreuung sei eigentlich notwendig

Berichte ihrer Kolleginnen machten deutlich, dass Frauen an der Erinnerung des Geburtserlebnisses oftmals schwer zu tragen hätten. Als Grund dafür nannte Eichenauer die oft kritische Situation in den Kliniken, bei der die diensthabenden Hebammen unter großem Zeitdruck arbeiteten und nicht selten mehrere Geburten gleichzeitig betreuten. Täglich erreichten sie Anrufe traumatisierter und verzweifelter Frauen - Tendenz steigend. Das Internet sei voll davon; die Gesamtproblematik erschreckend. Eine Eins-zu-eins-Betreuung sei eigentlich notwendig - in den Krankenhäusern, wo die Hebammen oft bis zur Erschöpfung arbeiteten, vielfach jedoch schlicht unmöglich. „Hätten wir mehr Hebammen, gäbe es weniger traumatisierte Frauen.“

Der Berufsverband der Frauenärzte Baden-Württemberg nannte einen solchen Betreuungsschlüssel utopisch und auch nicht notwendig. „Das ist ein Luxus, den sich die Krankenhäuser schlicht nicht leisten können“, sagte Landesvize Volker Heinecke.

„Es gibt durchaus einen Hebammenmangel“

„Es gibt durchaus einen Hebammenmangel“, sagte eine Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, die ebenfalls am Runden Tisch teilnehmen wird. Dass dies bei den Müttern aber vermehrt zu schlechterer Betreuung und damit schlechteren Erfahrungen führe, sei nicht bekannt. „Oft hängt ein solches Gefühl auch damit zusammen, dass sich Frauen eine natürliche Geburt wünschen - und dann kommt es doch zum Kaiserschnitt.“ Auch der Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten konnte die Beobachtungen des Hebammenverbandes nicht bestätigen.

Gemeinsame Maßnahmen für eine gute Geburtshilfe erarbeiten

Eichenauer forderte erneut mehr Stellen auf Geburtshilfestationen, eine bessere Bezahlung freiberuflicher Geburtshelferinnen sowie eine Erhebung seitens des Ministeriums zum bestehenden Angebot in Sachen Geburtshilfe versus Bedarf von Frauen. „Wir können nicht mehr weitere Löcher stopfen, mal hier basteln, mal dort basteln.“ Der Runde Tisch Geburtshilfe soll mit Vertretern von Ärzten, Krankenhäusern, kommunalen Landesverbänden, Hebammen und Eltern gemeinsame Maßnahmen für eine gute Geburtshilfe erarbeiten.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

13 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuelle Sonderthemen

Senioren

Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen für ein erfülltes Leben im Alter.

KFZ & Zweirad

Nachrichten und Ratgeberartikel rund ums Thema KFZ & Zweirad.

In Bretten zu Hause

Große Sonderbeilage mit vielfältigen Einblicken in das Brettener Leben.

Jetzt Leserreporter werden
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.