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Kontroverse in Königsbach-Stein: Großes Interesse an Einwohnerversammlung zum Thema Gewerbegebiet „Laier”

Volles Haus: Rund 300 Interessierte informierten sich bei der Einwohnerversammlung in der Königsbacher Festhalle über die Planungen für das Gewerbegebiet Laier.
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  • Volles Haus: Rund 300 Interessierte informierten sich bei der Einwohnerversammlung in der Königsbacher Festhalle über die Planungen für das Gewerbegebiet Laier.
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Bei einer von der Gemeindeverwaltung Königsbach-Stein anberaumten Einwohnerversammlung ist kontrovers über das geplante neue Gewerbegebiet Laier in Königsbach debattiert worden.

Königsbach-Stein (ufa) Etwa 250 Bürgerinnen und Bürger – überwiegend Laier-Gegner - waren am 3. Mai in die Königsbacher Festhalle gekommen, um bei der Einwohnerversammlung Antworten auf ihre diesbezüglichen Fragen zu bekommen. Bürgermeister Heiko Genthner hieß alle willkommen, ließ noch einmal die über zwanzigjährige Historie der Planungen Revue passieren und fasste abschließend zusammen: “Bei der Entwicklung des Gewerbegebiets Laier geht es um eine wegweisende Entscheidung”, das heiße, den bislang erfolgreichen Weg in der Gewerbeentwicklung weiterzugehen. “Ein Konservieren der aktuellen Situation kann es allerdings nicht geben. Ohne Weiterentwicklung wird es Rückschritte geben.”

Erschließungsträger: Kritik, aber kein klares "Nein"

Souverän moderiert von Elisabeth Strobel präsentierten Werner Gerhardt und Karin Kies vom Büro Gerhardt Stadtplaner den aktuellen Stand der Planungen. Thomas Dopfer vom ESB-Erschließungsträger Bruchsal berichtete über die Verfahren des Bebauungsplans, die frühzeitige Bürgerbeteiligung und die Einzelgespräche mit den Grundstückseigentümern im Februar 2017. Es habe zwar kritische Stimmen gegeben, aber “das Ergebnis war, dass niemand ein klares “Nein” gesagt hat. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätten wir das nicht weiter verfolgt.” Gerhardt und Kies erinnerten an die Vorgeschichte, die erfolglose Suche nach Alternativstandorten zu dem durch die Topografie nicht unproblematischen Gebiet Laier und nannten unter anderem zwölf Meter als Maximalhöhe der dort zu bauenden Gebäude.

Bürgerinitiative: Kosten neu berechnen

Nach einer Stunde der Vorstellungen, meldete sich Rainer Botz, Vorsitzender der Bürgerinitiative BIKS, zu Wort. “Die Vorträge waren schlüssig, aber kritiklos und geschönt und mitunter nicht ganz der Wahrheit entsprechend.” Die Vorwürfe wurden von den Beschuldigten zurückgewiesen. Botz' Stellvertreter Rolf Engelmann präsentierte anschließend etwa 15 Minuten lang die Meinung der BIKS. Entscheidend sei letztlich, dass die Gemeinde momentan gar nicht Eigentümer eines Großteils der Grundstücke sei und diese wegen der Vetos auch nicht erwerben könne. Ebenso scheine es unmöglich, dass das Gebiet zu den 2016 geplanten Kosten umgesetzt werden könne. “Wir, die Bürger, verlangen eine neue aktualisierte Kostenberechnung mit realistischen Zahlen.” Ebenso wünsche man sich mehr Transparenz von Seiten des Bürgermeisters und der Verwaltung. Vereine, wie der Reiter- und der Keglerverein würden zudem in ihrer Existenz bedroht, außerdem drohe ein Parkplatzchaos. Thomas Dopfer informierte, Parkplätze müssten die Betriebe auf ihrem Gelände einrichten.

Reiterverein: Werden mit Gemeinde einig

Vielen Besuchern ging es um Verkehrsbelastung, Wirtschaftlichkeit, Naherholung, um verbaute Sicht, um Umweltbelastung oder die Größe der anzusiedelnden Firmen. Letzteres, so Kies, sei noch nicht endgültig festgelegt. Zum Reiterverein sagte der RV-Vorsitzende Martin Leopold, er sei am Mittwoch beim Bürgermeister gewesen wegen der auf 2022 befristeten Pachtverträge. “Ich habe den Eindruck, dass wir mit der Gemeinde einig werden.” Wie aus den Plänen hervorgeht, liegen die Grundstücke von Reiter- und Keglerverein außerhalb des Geltungsbereichs der Planungen. Die als Parkraum genutzten Vorflächen sind weitgehendst im Besitz der Gemeinde.

Eigentümer: Steuer auf Grundstücksverkauf zu hoch

Nach über drei Stunden meldete sich Günter Jenisch zu Wort, der Eigentümer von großen Flächen im Plangebiet. Bei einem Verkauf müsse er 65 Prozent Einkommensteuer zahlen sowie Grundsteuer und Gebühren. Das sehe er nicht ein. Seine Familie habe nach dem Krieg eine Existenz aufgebaut “und das soll nun platt gemacht werden.” Die Moderatorin forderte alle auf, ihre Einwände und Vorschläge schriftlich zu formulieren und bis zum 1. Juni bei der Gemeinde einzureichen.

Mehr über die Kontroverse um das Gewerbegebiet Laier lesen Sie auf unserer Themenseite

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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