Anhaltende Nachfrage nach Kinderbetreuung in Walzbachtal: Kita-Quote soll auf über 100 Prozent steigen

Was für ein Baum ist das: Angesichts steigender Nachfrage nach Kinderbetreuung plant die Gemeinde Walzbachtal eine neue Kita mit dem Schwerpunkt Naturpädagogik.
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  • Foto: Gemeinde Walzbachtal
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Die Nachfrage nach Kinderbetreuung in Walzbachtal steigt und steigt. Die Gemeinde reagiert darauf mit Sanierungen, Erweiterungen und neuen pädagogischen Angeboten.

WALZBACHTAL (ch) Kinderbetreuung ist und bleibt in Walzbachtal Vorrangthema Nummer eins. Daran halten Verwaltung und Gemeinderat seit Jahren konsequent fest. Und weil der Zuzug sowohl in neue Baugebiete als auch in die alten Ortskerne weitergeht, war es nicht überraschend, dass vor einigen Wochen auch die Fortsetzung der Ausbaumaßnahmen bei der Kinderbetreuung beschlossen wurde.

Über 20 Prozent der Gemeindeausgaben für Kinderbetreuung

„Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft, einer Gemeinde. Alle Aufwendungen für Kinderbetreuung sind daher für uns eine Investition in die Zukunft“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Burgey. Dies spiegelt sich auch im Haushalt für 2018 wider: 4,69 Millionen Euro gibt Walzbachtal für Kinderbetreuung aus, das sind rund 21 Prozent der Gesamtausgaben. Schon jetzt ist die Versorgungsquote mit Kinderbetreuungsplätzen in Walzbachtal außerordentlich hoch: Nach Informationen aus dem Rathaus beträgt sie bei Kita-Plätzen 94 Prozent (365 Plätze) und bei Krippenplätzen für unter Dreijährige 41 Prozent (114 Plätze). Dennoch sieht man in der Verwaltung weiteren Bedarf. Allein im vergangenen Jahr wurde für beide Ortsteile ein Plus von insgesamt 27 Kindern infolge von mehr Zuzügen als Wegzügen errechnet.

Zuzug treibt Kinderzahlen hoch

„Wir gehen davon aus, dass durch Zuzug von Familien die Kinderzahlen auf hohem Niveau bleiben werden“, so der Bürgermeister. Deshalb müsse die Zahl der verfügbaren Kita-Plätze auf mindestens 102 Prozent erhöht werden, um bei unvorhergesehenem Mehrbedarf noch Reserven zu haben. Immer mehr Eltern möchten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv gestalten. Daher rechnet man im Rathaus auch mit weiter steigender Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren, sodass die Krippenquote mittelfristig auf bis zu 60 Prozent steigen könnte. Dies schließt auch eine steigende Nachfrage nach Ganztagsbetreuung in beiden Bereichen mit den entsprechenden Konsequenzen, zum Beispiel für Raum- und Essenbedarf, ein.

Praktische Sofortmaßnahmen

Als praktische Maßnahmen werden zunächst bis September die kommunale Kindertagesstätte „Am Speyerer Hof“ in Jöhlingen um eine zweite, 22 Plätze bietende altersgemischte Gruppe erweitert und in Wössingen eine „Waldgruppe“ eingerichtet. Diese fungiert künftig als Außengruppe der evangelischen Kita Oberlinhaus. Der Standort oberhalb des Gewanns „Hasensprung“ ist laut Verwaltung für beide Ortsteile gut erreichbar. Die Gemeinde stellt nicht nur das Grundstück zur Verfügung, richtete es her, bereitet einen Spiel- und Aufenthaltsbereich im angrenzenden Gemeindewald vor und beschafft speziell ausgestattete Bauwagen, sondern trägt auch die Investitionssumme von voraussichtlich 120.000 Euro und übernimmt das Betriebskostendefizit. Allerdings vorbehaltlich der abschließenden Gemeinderatsentscheidung am 9. April. Nach Info-Abenden für die Eltern zeichnen sich für das erste Jahr bereits zehn bis zwölf Anmeldungen ab.

Sanierungen mit Erweiterungspotenzial

Parallel wird derzeit die katholische Kita „St. Elisabeth“ in Jöhlingen saniert. Voraussichtliche Kosten ohne Außenanlagen: 3,5 Millionen Euro, wovon die Gemeinde rund 2,9 Millionen übernimmt, ein Teil davon soll durch Zuschüsse vom Land refinanziert werden. Im April beginnt der zweite Bauabschnitt. Nach dem voraussichtlichen Abschluss im Spätjahr 2019 soll auch „St. Elisabeth“ über eine zweite Krippengruppe mit zehn Plätzen verfügen. Über die mittelfristig ebenfalls geplante Sanierung der evangelischen Kita Oberlinhaus wird zurzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, über die bis Ende 2018 entschieden werden soll.

Neues pädagogisches Angebot

Doch damit nicht genug: Mittelfristig denkt man in Walzbachtal auch an einen Neubau. An der Gesamtzahl von derzeit zwei konfessionellen und vier kommunalen Kindertageseinrichtungen soll sich aber nichts ändern. Vorrangig in Wössingen ist an eine neue kommunale Kita mit dem pädagogischen Schwerpunkt auf Naturpädagogik gedacht. Diese soll nach dem vorläufigen Stand der Planungen bis zu vier altersgemischte Gruppen umfassen, wobei die bisherige Kita „Am Speyerer Hof“ darin aufgehen würde. Außerdem ist eine Erweiterung für Krippenbetreuung geplant. Abhängig von der Finanzierungsmöglichkeit, soll der Gemeinderat voraussichtlich noch diesen Sommer darüber entscheiden.

Mit Eigenausbildung gegen Personalmangel

Eine andere Frage ist, woher die Gemeinde das pädagogische Personal für ihre Erweiterungspläne nehmen will. Denn dieses, so ist immer wieder zu hören, sei knapp. Tatsächlich räumt die Verwaltung ein, dass die Gewinnung von Fachpersonal „zunehmend schwieriger“ sei. Aber bisher sei sie „immer möglich“ gewesen, wenn auch gelegentlich unter Hinnahme kurzer Vakanzzeiten. Zudem unternehme man „erhebliche Anstrengungen in Eigenausbildung“ und beschäftige auch Praktikanten sowie junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst.

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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