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Die Region blüht auf
Blühende Vielfalt in den Gärten der Region

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In den letzten 30 Jahren ist der Bestand der Insekten in Deutschland um 75 Prozent zurückgegangen. Von 550 Wildbienenarten in Deutschland sind 31 vom Aussterben bedroht, fast die Hälfte gilt als gefährdet. Schuld daran sind mitunter die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch die extensive Landwirtschaft und vermehrte Flächenversiegelung, der Einsatz bienengefährlicher Pestizide in der Landwirtschaft und auch der Trend zu vermeintlich pflegeleichten Schotterwüsten in privaten Vorgärten. Diese „Gärten“ bieten Insekten nicht die dringend benötigte Nahrung in Form von Pollen und Blütenstaub blühender Pflanzen und sind damit völlig nutzlos für die Bienen, von deren Bestäubungsleistung ein Drittel unserer Nahrungsmittel abhängig sind.

Der eigene bienen- und insektenfreundliche Garten

Mit dem Volksbegehren für Artenschutz in Baden-Württemberg kam im vergangenen Sommer das endgültige Verbot von Schottergärten im Ländle. Diese wichtige Entscheidung zeigt: Privatgärten im Land haben eine wichtige Funktion im Kampf gegen das Insektensterben. Und die gute Nachricht ist: Es ist gar nicht schwer, im eigenen Garten etwas für Natur und Tierwelt zu tun. Denn pflegeintensiver als grüner Rasen und Buchsbäume ist ein bienen- und insektenfreundlicher Garten keineswegs. Wer in seinem Garten insektenfreundlichen, heimischen Sträuchern und Stauden den Vorzug vor exotischen Pflanzen gibt, hat Pflanzen, die an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst sind und kaum an Krankheiten wie Pilzbefall erkranken. Die folgende Auswahl bienenfreundlicher und trockenheitsresistenter Stauden und Sträucher kann mit gutem Gewissens der „Pflegestufe 0“ unter den Gartenpflanzen zugeordnet werden. Einmal angewachsen brauchen sie nur in längeren Trockenphasen ab und zu eine Dusche aus der Gießkanne und maximal einen Rückschnitt pro Jahr.

Stauden

Genau wie der bienenfreundliche Klassiker Lavendel bevorzugt auch die ebenfalls lila blühende Katzenminze vollsonnige Standorte mit kargen, trockenen Böden. Gemeinsam haben beide außerdem, dass sie durch ihren Geruch lästige Stechmücken aus dem Garten fernhalten. Nützlinge dagegen lieben und umschwärmen ihre Blüten bis in den Herbst hinein.
Eine weitere anspruchslose Staude ist der rote Scheinsonnenhut echinacea purpurea, der von Juli bis September purpur-rosafarbene margaritenähnliche Blüten ausbildet. Auch die Züchtungen mit weißen oder gelben Blüten sind sehr schön und bei Bienen heißbegehrt.
Alle drei Stauden lassen sich wunderbar im Beet miteinander kombinieren und elegant mit modernen Ziergräsern, wie Federgras, in Szene setzen.

Sträucher

Weiden sind ökologisch äußerst wertvoll, da sie je nach Witterung bereits Anfang März blühen, wenn Bienen und andere Insekten ansonsten noch wenig Nahrung finden. Strauchig wachsende Weiden können gut als niedrige Hecken gepflanzt werden. Die als Hochstämmchen wachsende Hängende Kätzchen-weide eignet sich sehr schön als Blickfang in kleinen Gärten oder Beeten. Ab April blüht dann
die Kupfer-Felsenbirne mit zahlreichen weißen Blüten, die sich als wahrer Bienenmagnet erweisen und dutzende weitere Nützlinge anziehen. Der Falsche Jasmin blüht ab Ende Mai mit wunderschön weißen Blüten, die den Garten erstrahlen lassen. Mit ihrer Blüte von Juli bis in den Oktober hinein sichert die Blaue Bartblume, ein kräftig blau blühender Halbstrauch, die Versorgung der Bienen mit Nektar, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind und das Nahrungsangebot knapp wird. Das gleiche gilt für den weiß oder lila blühenden Schmetterlingsflieder. Wer im Garten auch etwas ernten möchte, kann außerdem mit Beerensträuchern wie Himbeeren und allerlei Küchenkräutern gleichzeitig sich und den Bienen etwas Gutes tun. Das funktioniert auch wunderbar in Töpfen und auf dem Balkon!

Blumenwiese statt Rasenfläche

Eine besonders bunt blühende und pflegeleichte Variante, den eigenen Garten in ein Bienen-Paradies zu verwandeln ist, einen Teil der Rasenfläche in eine Bienenblumen-Wiese umzuwandeln. Einmal angelegt, bedürfen die ein- und mehrjährigen Blumen der sogenannten „Bienenweide“ kaum mehr Pflege – lediglich einmal im Jahr werden sie heruntergemäht und bei Bedarf gewässert. Niedrig wachsende Mischungen eignen sich auch ganz wunderbar, um bestehenden Beeten einen blühenden Rahmen zu geben. Wer nun Lust bekommen hat, seinen Garten oder Vorgarten in diesem Frühjahr mit frischen Ideen aus dem Winterschlaf aufzuwecken, kann gleich damit loslegen. Und wer ein wenig Ansporn für das eigene Bienenparadies möchte, nimmt am Wettbewerb „Blühende Vielfalt in den Gärten der Region“ teil. Laura Prochaska

Autor:

Kraichgau News Ratgeber aus Bretten

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