Jubiläumskonzerte

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Jubiläumskonzerte trotz großer Veranstaltungskonkurrenz gut besucht

Im Veranstaltungsmarathon anlässlich großem Stadtgeburtstag und Reformationsjahr ist ein anderes kleineres Jubiläum etwas weniger bemerkt über die Bühne gegangen.
Nachdem die Chorgemeinschaft Rinklingen bereits im Frühjahr mit befreundeten Chören ihre langjährigen Mitglieder anläßlich ihres immerhin auch 150jährigen Jubiläums ehrte, hatte sie nun im Herbst zum Konzert eingeladen um das besondere Ereignis gebührend zu feiern und die bestehenden Chöre zu präsentieren.
Trotz vieler Veranstaltungen in Bretten und bestem spätsommerlichem Wetter waren die beiden Jubiläumskonzerte der Chorgemeinschaft Rinklingen gut besucht und Christina Giebmeyer konnte zahlreiche Prominenz aus Politik und Kultur begrüßen.

Konzertbesucher zeigten sich begeistert

Die Konzertbesucher, die sich trotz der rundum stattfindenden Oktoberfestivitäten fürs Bernhardushaus entschieden hatten, waren durchweg begeistert vom dargebotenen Repertoire und der hohen chorischen Qualität. Nachdem der Jugendchor „Chorus Surprise“ überraschenderweise ein erstes deutsches Volkslied zum Besten gab und das Publikum beim Refrain von „Freiheit“ zum Mitsingen brachte, pflückte er beim Früchtekanon mit großer Sing- und Bewegungsfreude diverse exotische Klangfrüchte. Danach wartete der gemischte Chor „Happy Voices“ mit einem, dem 150-jährigen Jubiläum des Vereins würdigen Programm auf, das Dirigent Bernd Neuschl unter das Motto „Evolution“ gestellt hatte. Um die Entwicklung der Chormusik aufzuzeigen starteten die rund 30 Sängerinnen und Sänger mit einem Hinweis auf das selbstverständliche Singen der Naturvölker mit dem „African Call“, bei dem das Publikum eingeladen war, durch Klatschen oder allerlei Geräusche die ausgelassene Lebensfreude lebendig werden zu lassen. Ein erfrischendes Swing- und Soul-Potpourri führte zu der Alpen-Ballade „Weit, weit weg“ und zum Musical „König der Löwen“, womit der Chor kurze Blitzlichter auf sein modernes Repertoire warf.

Anspruchsvolle A-cappella Musik vom Mittelalter bis heute

Der zweite Teil des Abends gehörte anspruchsvoller A-cappella Musik vom Mittelalter bis zu zeitgenössischen Komponisten. Angefangen mit dem achtstimmigen Kanon „Jubilate“ von Praetoritus wurde die Entstehung der Mehrstimmigkeit und die zunehmende Komplexität der Kompositionen über mittelalterliche Weisen wie „Kommt ihr G`spielen“ oder Orffs „Odi et Amo“ deutlich. Einen Reigen durch die Jahreszeiten ließ Komponisten wie den Romantiker Mendelssohn-Bartholdy zu Wort kommen. Sopranistin Christa Doll verzierte mit ihrer Stimme die anrührende Weise „Es geht ein dunkle Wolk herein“ und wusste auch bei „Elijah Rock“ solistisch in den Vordergrund zu treten. Hier zeigte der Chor einen rhythmisch und harmonisch anspruchsvollen Spiritual von Moses Hogan. Bei einer Bachvertonung von Knut Nystedt löste sich ganz die Form und Tonalität auf, was den Zuhörern ein ganz neues Klangerlebnis bescherte. Dazu forderte Dirigent Bernd Neuschl auch ausdrücklich auf, ausgetretene Pfade zu verlassen und auf gewohnte Klangbilder zu verzichten. Ein ähnliches Erlebnis bescherte das ungewöhnlich vertonte „Es ist ein Ros entsprungen“ bei dem das Publikum einem Klangteppich aus verschiedenen gesummten Tönen als Untermalung für den Solisten Michael Graf und den Chor entstehen ließ. Einen Eindruck von Bodypercussion, also Begleitung des Gesanges unter Einsatz von Körperteilen durch Klatschen, Schnipsen, Stampfen bekam das Auditorium bereits eingangs bei dem Titel „Hit the road, Jack“, dies wurde jedoch getoppt von „Sing Allelujah, clap your hands“, welches pro Stimme mit unterschiedlichen Klatschrhythmen begleitet wurde und dem Chor viel Koordinationsvermögen abverlangte. Dies wurde vom Publikum mit anhaltendem Beifall und Begeisterungsrufen honoriert. Mit der zeitgenössischen Psalmvertonung „Dina Tanka“ von Jan Sandström wurde ein harmonisch-friedvoller Schlusspunkt gesetzt.

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