Oberbürgermeister Martin Wolff hält Schließungen für "richtigen Schritt"
Bretten setzt auf Betreuung von Kindern mit Eltern in "systemkritischen Berufen"

Bretten (kn) Nachdem das Kultusministerium entschieden hat, Schulen und Kindergärten ab Dienstag, 17. März, zu schließen (wir berichteten), stellt das viele Eltern und betreuende Personen vor Herausforderungen. Die Stadt Bretten bietet Kindern von Alleinerziehenden und Familien, in denen beide Elternteile in systemkritischen Berufen (vor allem Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk) arbeiten, daher eine Notbetreuung an, sofern keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht.

Betreuung im Kinderhaus und der Schillerschule

Für Krippen- und Kindergartenkinder findet die Betreuung im Kinderhaus „Im Brückle“, Im Brückle1, im bisher gebuchten Betreuungsumfang statt. Für Schulkinder der Klassenstufen eins bis vier findet die Betreuung in der Schillerschule, Max-Planck-Straße 7, anstelle des planmäßigen Unterrichts statt. Darüber hinaus werden die oben genannten Kinder, die bereits die städtischen Betreuungsangebote besuchen, im bisher gebuchten Umfang betreut, erklärt die Stadt in einer Mitteilung.

OB Wolff hält Entschluss für richtig

Der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff hält den Entschluss, die baden-württembergischen Schulen und Kindergärten ab Dienstag zu schließen, für richtig. "Nachdem die Lage an manchen Schulen ja problematisch wurde, ist das nun der richtige Schritt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen", erklärt Wolff in einem Gespräch mit der Brettener Woche/kraichgau.news. Mit der Einrichtung einer Notbetreuung stünde die Stadt Bretten zudem "Gewehr bei Fuß". Auch die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann  betont, die Schließungen seien "zum jetzigen Zeitpunkt eine der effektivsten Maßnahmen zur Abflachung und Verzögerung der Erkrankungswelle, die allerdings für uns alle im Land und für jeden Einzelnen einen harten Einschnitt bedeutet." Und weiter: "Jeder Einzelne von uns ist aufgefordert, mögliche Einzelinteressen hinten anzustellen. Der Schutz der Bevölkerung steht jetzt an oberster Stelle." 

"Einigermaßen geordneter Übergang"

Durch die Schließungen ab Dienstag sei den Schulen, Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege zudem ein "einigermaßen geordneter Übergang" ermöglicht worden, betont die Ministerin. Am Montag hätten diese noch Zeit, den Schülerinnen und Schülern in geeigneter Form Vorbereitungsinhalte, Lernpakete, Aufgaben oder Lernpläne zusammenzustellen und zu übermitteln.

Besonderer Fokus auf Prüfungen

Ein besonderes Augenmerk will die Ministerin auch auf den Umgang mit den bald anstehenden Abschlussprüfungen an allen Schulen legen. "Hier arbeiten wir bereits mit hohem Nachdruck an verschiedenen Szenarien und Notfallplänen. Oberstes Gebot ist dabei: Den Schülerinnen und Schülern darf diese Notsituation nicht zum Nachteil geraten", sagt Eisenmann. Deshalb werde man flexible und pragmatische Lösungen festlegen und auch mit pädagogischem Augenmaß vorgehen. Ein Ziel sei es dabei, dass sich diese Pläne – da wo es möglich ist – am Fahrplan der Prüfungen orientieren. „Wir prüfen daher auch in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden die Möglichkeit für Prüfungen in kleinen Gruppen auch während der Schließungen“, so Eisenmann. Eine weitere Option sei, in diesem Jahr verstärkt flexible Nachtermine anzubieten.

Stadtbücherei Bretten geschlossen, Veranstaltungen abgesagt

Ebenfalls wegen der Ausbreitung des Corona-Virus ist auch die Stadtbücherei in Bretten ab Dienstag, 17. März, geschlossen. Telefonisch ist das Team der Stadtbücherei in der kommenden Woche zu den gewohnten Zeiten erreichbar. Säumnisgebühren für in der Schließzeit fällige Medien werden keine anfallen.Die Onleihe und auch den Web-Opac mit Online-Nachschalgewerken und Duden Lernhilfen können weiterhin rund um die Uhr genutzt werden.
Ebenso werden die städtischen Museen in Bretten (Museum im Schweizer Hof, Gerberhaus, Melanchthonhaus) bis Sonntag, 19. April, geschlossen bleiben und alle VHS-Veranstaltungen und -Kurse bis 19. April ausgesetzt oder abgesagt. Diese Absagen gelten auch generell für alle Veranstaltungen in städtischen Räumlichkeiten, teilte die Brettener Verwaltung mit. Vereinen, kirchlichen Einrichtungen und privaten Veranstaltern rät die Stadtverwaltung, dazu, "Zusammenkünfte (zum Beispiel auch Trainings und Proben) auf das Notwendigste zu beschränken.
Privatpersonen wird empfohlen, möglichst keine Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen in Räumlichkeiten zu besuchen, Reisen auf das Notwendigste zu beschränken und engen Kontakt im Alltagsleben zu vermeiden."

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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