Feuerwehr-Kommandant Bretten: Nach sechs Wochen offenbar die Nase voll

Bei der Feuerwehr in Bretten herrscht Krisenstimmung. Der Kommandant hat das Handtuch geworfen.
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Der hauptamtliche Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bretten hat nach nur sechs Wochen Amtszeit "aus persönlichen Gründen" das Handtuch geworfen. Die Rede ist von einem Gerangel hinter den Feuerwehr-Kulissen und von Auseinandersetzungen im Bereich der freiwilligen Feuerwehr. Dabei geht es wohl auch um die Stellvertreter-Wahl.

Bretten (gm) „Der hauptamtliche Kommandant der Feuerwehr Bretten, Alexander Brückl, hat sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. Die Stelle wird umgehend neu ausgeschrieben. Bis zur Wahl und Bestellung eines ersten ehrenamtlichen Stellvertreters obliegt die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Bretten dem ehrenamtlichen Stellvertreter Karlheinz Leichle“. Mit diesen knappen Worten informierte Oberbürgermeister Martin Wolff mit Schreiben vom 20. Mai die Abteilungskommandanten der Feuerwehr Bretten darüber, dass der erste hauptamtliche Kommandant, den Bretten je hatte, bereits nach sechs Wochen das Handtuch geworfen hat.

Es wird eine raue Tonart angeschlagen

Inzwischen ist die Aufregung groß. Innerhalb der Feuerwehr wird eine raue Tonart angeschlagen, Mitglieder des Gemeinderates sehen einen Informationsbedarf und die Notwendigkeit, entzweite Lager wieder zu vereinen, wenn man einen Imageschaden bei der Feuerwehr vermeiden will. Bürgermeister Michael Nöltner sieht das Ganze etwas gelassener. „Wir wussten, dass das schwierig wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es beim Übergang rüttelt und schüttelt. Das hat sich auch schon in anderen Kommunen wie Bruchsal und Ettlingen gezeigt. So tief sind die Gräben nicht“. Oberbürgermeister Wolff stellt klar: „Ich habe mehrere Gespräche mit Herrn Brückl geführt. Er hat persönliche Gründe angeführt - mehr wollte er nicht sagen. An Spekulationen beteilige ich mich nicht und Personalangelegenheiten werden nicht öffentlich behandelt. Die Feuerwehr ist einsatzbereit – das ist wichtig“.

"Es ging ja immer um die Stellvertreter"

Wie tief die Gräben sind, die sich bei der Feuerwehr aufgetan haben, ist schwer auszumachen. „Es ging ja nie um den hauptamtlichen Kommandanten“, stellt Nöltner fest, „sondern immer um die Stellvertreter“. Die Stellvertreter-Wahl von Oliver Haas und Philipp Pannier hatte die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes wegen formaler Fehler ( zwei nicht stimmberechtigte Mitglieder hatten mit gewählt) annulliert, die Wahl wird am 28. Juni wiederholt. Ob beide, Pannier und Haas, wieder antreten, ist gegenwärtig unklar. Leichle, der jetzt die Feuerwehr kommissarisch leitet, amtiert mit Befugnissen aus der vorigen Wahlperiode, seine Wahl steht am 21. Juni an.

Gibt es interne Machtkämpfe?

Offen sagt niemand, was los ist. Der Begriff „interne Machtkämpfe“ steht im Raum. Brückl, so wird hinter vorgehaltener Hand mitgeteilt, habe als erster hauptamtlicher Kommandant in der Brettener Feuerwehr-Geschichte nicht nur die schwierige Situation einer - übrigens auf Wunsch der Feuerwehr - erstmals praktizierten Gemeinsamkeit von Haupt- und Ehrenamt zu bewältigen gehabt, sondern sich auch mit Streitigkeiten um Stellvertreter-Positionen auseinandersetzen müssen. Ob dabei auch Rivalitäten zwischen Kernstadt und Stadtteilen mitspielen, darüber kann nur spekuliert werden. Es gibt zudem einige, die behaupten, Brückl habe die notwendige Rückendeckung aus dem Rathaus gefehlt. Nöltner, für den das Aus Brückls überraschend kam, widerspricht: „Das halte ich für ein Gerücht. Der OB hat mehrfach mit dem Kommandanten gesprochen. Wir wissen nicht, was hinter den persönlichen Gründen steckt. Ich habe da nur Vermutungen und bedaure sehr, dass Brückl uns nicht weiter zur Verfügung steht. Ich würde gerne noch einmal mit ihm reden“.

Suche nach neuem Kommandanten läuft

Derweil ist die Suche nach einem neuen Kommandanten gestartet worden. In dieser Woche wird die Stelle neu ausgeschrieben.

Autor:

Gabriele Meyer aus Bretten

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