Vier-Sterne-Hotel soll Besucher anlocken: Gemeinderat gibt grünes Licht für Erweiterungspläne der Software-Firma Seeburger

Seeburger erweitert: In dem rot umrandeten Areal sollen ein Business Resort und ein neues Bürogebäude entstehen.
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  • Foto: Amt für Stadtentwicklung und Baurecht Bretten
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Das weltweit agierende Software-Unternehmen Seeburger AG will seinen Brettener Unternehmenssitz um ein sogenanntes Business Resort mit Vier-Sterne-Hotel und einen Bürobau erweitern. Nach einer Präsentation durch Unternehmensgründer Bernd Seeburger und kurzer Beratung machte der Gemeinderat gestern Abend mittels einstimmig gefasstem Aufstellungsbeschluss den Weg frei für den nötigen Bebauungsplan „Edisonstraße, II. Abschnitt“.

BRETTEN (ch) Das weltweit agierende Software-Unternehmen Seeburger AG will seinen Brettener Unternehmenssitz um ein sogenanntes Business Resort mit Vier-Sterne-Hotel und einen Bürobau erweitern. Nach einer Präsentation durch Unternehmensgründer Bernd Seeburger und kurzer Beratung machte der Gemeinderat gestern Abend mittels einstimmig gefasstem Aufstellungsbeschluss den Weg frei für den nötigen Bebauungsplan „Edisonstraße, II. Abschnitt“.

Firmenerweiterung auf Optionsfläche

Das Erweiterungsgelände schließt unmittelbar südlich und östlich an das gegenwärtige Firmenareal an. Es wurde der Firma bereits bei ihrer Umsiedlung an den Standort der ehemaligen Stadtgärtnerei im Jahr 2000 von der Stadt als Optionsfläche, das heißt als Reserve für spätere Erweiterungsbauten, zugestanden. Im ersten Bauabnschnitt soll an der Edisonstraße das Business Resort, auf Deutsch etwa geschäftliches Erholungszentrum, errichtet werden. Es besteht aus einem Tagungscenter mit flexiblen Tagungsräumen für bis zu 180 Teilnehmer, einem Vier-Sterne-Hotel mit etwa 100 Zimmern, einem Boarding House genannten Beherbergungsbetrieb mit rund 30 Apartments und ausreichend Parkraum in Form einer Tiefgarage und oberirdischen Stellplätzen.

Weiterentwickeltes Geschäftsmodell als Auslöser

Notwendig geworden sei das Business Resort infolge der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von Seeburger, erläuterte Bernd Seeburger Während noch bis vor vier Jahren die Mitarbeiter bei den Kunden Lösungen zur Digitalisierung und Integration von Geschäftsprozessen installiert hätten, habe sich das Verhältnis nach der Installierung einer Cloud als zentraler Datendrehscheibe umgekehrt: Inzwischen kämen die Kunden zu Seeburger nach Bretten, um die Ausstattung des Rechenzentrums und dessen Mitarbeiter kennen zu lernen. Dadurch steige ständig der Bedarf an Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie an Möglichkeiten, um zum Beispiel Hausmessen, Schulungen und Workshops mit den Kunden durchführen zu können.

Hotel mit Werbung für die Region

Der wachsenden Besucherzahl will Seeburger künftig mit dem Hotel eine hochwertige Unterkunft direkt neben der Firma bieten. Alle Zimmer des Hotels, für das der Arbeitstitel „Kraichgau-Stromberg Hotel“ gewählt wurde, sollen barrierefrei, klimatisiert und mit schnellem Internet ausgestattet werden. Mit einer regional ausgerichteten Küche, beispielsweise heimischen Weinen und Bieren, ebenso mit Ausstattungselementen, darunter Fototapeten mit regionalen Sehenswürdigkeiten und eine Boutique mit regionalen Souvenirs, soll im Hotel die Region vorteilhaft dargestellt werden. Auch touristische Angebote, Wellness und Fitness sind geplant. Unter anderem dafür soll das Gebiet künftig nicht mehr als Mischgebiet, sondern als „urbanes Gebiet“ ausgewiesen werden soll. Betreiben soll das Hotel die Hamburger RIMC Hotels & Resorts Gruppe, die nach eigenen Angaben eine der führenden internationalen Hotelgesellschaften ist.

Nutzung auch für Firmen aus der Umgebung

Für neue Mitarbeiter suche Seeburger ständig möblierte Zimmer, in denen diese ihre Probezeit überbrücken könnten, sagte Bernd Seeburger. Diesem Zweck sollen künftig die Zimmer im Boarding House dienen. Vor allem neue Mitarbeiter, für die die tägliche Anfahrt zu weit sei, könnten dort längere Zeit wohnen und die Hotelinfrastruktur nutzen. Um die Auslastung des Business Resorts insgesamt sicherzustellen, stehe es auch Firmen aus der Umgebung, beispielsweise für Tagungen, Seminare oder die Unterbringung von Mitarbeitern und Gästen offen.

Bekenntnis zum Standort Bretten

„Unser Ziel ist es, das Business Resort zu Peter und Paul im Jahr 2020 zu eröffnen“, so Seeburger. Mittelfristig soll dann im zweiten Bauabschnitt auch ein Erweiterungsbau mit Büros für 100 neue Mitarbeiter entstehen. Derzeit beschäftigt die Seeburger AG in Bretten 407 und deutschlandweit weitere 447 Mitarbeiter. Dieses Jahr habe man allein in Bretten bereits 40 neue Mitarbeiter eingestellt, bis zum Jahresende kämen 17 weitere hinzu. Mit der Gesamtkonzeption eines Firmen-Campus will das Unternehmen laut Seeburger langfristig seinen Standort sichern. Zur Verkehrserschließung des neuen Seeburgergeländes plant die Stadt eine neue Straße um das Gelände herum, die zugleich als zweite Zufahrt für die Rechbergklinik dienen soll.

Lob und Superlative von OB und Gemeinderat

Das zustimmende Klopfen im Saal nach der Präsentation interpretierte Oberbürgermeister Martin Wolff mit den Worten: „Ihr Projekt ist willkommen.“ Das Vorhaben stärke Bretten in seiner Funktion als Mittelzentrum und schaffe Arbeitsplätze. Wolff dankte Seeburger für seinen „unternehmerischen Mut“ und betonte: „Wenn Sie in Bretten bleiben wollen, ist das ein sehr gutes Signal für unsere Wirtschaft.“ Die Sprecher der Fraktionen ihrerseits sparten nicht mit Superlativen wie „Vision der Extraklasse“ (Martin Knecht, CDU), „Meilenstein“ (Renate Knauss, SPD), „geniale Idee“ (Heidemarie Leins, FWV), „Leuchtturm“ (Otto Mansdörfer, Grüne) und „win-win-Situation“ (Günter Gauß, CDU), um ihre volle Zustimmung (Gerd Bischoff, FDP) und ihr Gefallen (Ariane Maaß, aktive) zum Ausdruck zu bringen.

Seeburger erweitert: In dem rot umrandeten Areal sollen ein Business Resort und ein neues Bürogebäude entstehen.
Langfristige Standortsicherung: Firmengründer Bernd Seeburger stellte die Erweiterungspläne im Gemeinderat vor. Foto: ch
Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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