Hilfsprojekt aus Bretten für Kinshasa
Junge Mütter werden zu Bäckerinnen ausgebildet

Seit zehn Jahren lebt Nelly Paratore schon in Deutschland, seit 2012 in Bretten, und sie ist inzwischen deutsche Staatsbürgerin.
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Bretten (gh) Seit zehn Jahren lebt Nelly Paratore schon in Deutschland, seit 2012 in Bretten, und sie ist inzwischen deutsche Staatsbürgerin. Sie kam mit einem Berufsvisum und wenn sie jetzt in ihr Heimatland Demokratische Republik Kongo reist, braucht sie dort wieder ein Visum. Das macht sie einmal im Jahr, denn sie leitet ein Hilfsprojekt für junge Mütter am Stadtrand von Kinshasa. Ihr verstorbener Vater war Gynäkologe, und so wurde sie schon in ihrer Kindheit auf die dramatische Situation junger Mütter aufmerksam. Daher hat sie jetzt aus eigener Kraft ein Ausbildungsprojekt für diese Frauen aufgebaut. Paratore selbst hat einen Hochschulabschluss in Pädagogik im Kongo absolviert und ging nach dem Tod ihres Vaters ins Ausland. In Deutschland hat sie dann den Beruf der Konditorin erlernt und arbeitet jetzt als Ausbilderin in einer Großbäckerei. Mit ihren Berufskenntnissen will sie nun jungen ledigen Müttern im Kongo zu einer selbstständigen Lebensführung verhelfen. Die Mädchen lernen Backen, Kochen, Hauswirtschaft und Kleintierzucht und werden so in die Lage versetzt, eigenständig für sich und ihre Familien zu sorgen.

La Luna soll Hoffnung geben

Das Ausbildungsprojekt heißt „La Luna“, der Mond, und soll den Menschen dort Hoffnung für die Zukunft geben. Die Begeisterung für ihre Sache sprüht Nelly Paratore aus den Augen, wenn sie erzählt, was schon alles läuft. Obwohl das Projekt erst 2018 gestartet ist, kümmern sich dort schon sechs Mitarbeitende um zwanzig Auszubildende. Im Gespräch greift sie rasch zum Videotelefon und stellt Pierre Lutanga vor, der vor Ort die Geschäfte führt. Die Backwaren sollen bald an Hotels in Kinshasa verkauft werden und so auch zu Einnahmen führen. 

Selbstloser Einsatz

Bisher stemmt Paratore dieses Projekt ganz alleine. Jeden Euro, den sie entbehren kann, überweist sie in ihre Heimat. Freunde und Förderer unterstützen sie dabei und helfen ihr, Förderanträge zu schreiben und Kooperationen zu beantragen. Aber dies ist ein langer und schwieriger Weg. Doch Nelly Paratore geht ihn unbeirrbar und Schritt für Schritt. Für 2.500 Euro hat sie einen Backofen gekauft und ihn nach Kinshasa geschickt. Dort ist er nun das zentrale Arbeitsgerät. Die Räume, die über die Protestantische Kirche vermittelt wurden, sind dagegen angemietet. Aber Nelly hat schon die Pläne für ein eigenes  Haus in der Schublade.

Alleinerziehende Mütter sind isoliert

Sie weiß auch genau, warum sie das alles tut. Wenn sie von den Nöten der Mädchen in ihrer Heimat spricht, wird sie ernst. Viele Kinder werden aus wirtschaftlicher Not in die Prostitution gezwungen. Wenn sie dann im Alter von dreizehn oder vierzehn Jahren schwanger werden, sind sie gesellschaftlich isoliert und haben keine Perspektive. „Nur mit Gottes Hilfe können sie weiterleben“, sagt Nelly Paratore. „Ich mache das für mein Land, damit den Leuten geholfen wird“.

Evangelische Kirche unterstützt dieses Projekt

Um als alleinerziehende Mutter mit nur 33 Jahren eine solche Sache auf die Beine zu stellen, darf man nicht zögern. „Das hat mir mein Vater beigebracht“, sagt sie mit einem sympathischen Lächeln. Und man spürt die tiefe Überzeugung, die hinter ihrem Hilfsprojekt steht. Hier geht kein Cent in Verwaltungs- oder Werbekosten, dies ist pure Hilfe zur Selbsthilfe auf ganz direktem Weg. Der Evangelische Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal fördert dieses außergewöhnliche Projekt mit einer Bezirkskollekte. Wer das Projekt „La Luna“ unterstützen möchte, kann das mit einer Überweisung tun. Konto: Evang. Dekanat Bretten-Bruchsal, IBAN: DE49 6635 0036 0005 0151 03, Spende für: „La Luna“. Für Spendenbescheinigungen nennen Sie bitte Ihre Adresse.

Autor:

G H aus Bretten

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