Erlebe Bretten

DAF weist mit Straßenaktion auf „Tag des Flüchtlings“ hin
Verlorene Schuhe bringen Marktplatz in Unordnung

Gerhard Junge-Lampart vom DAF und Gunter Hauser, Pfarrer für Flucht und Migration im Evang. Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal, (von rechts) erfahren Lob, aber auch Kritik für die Aktion.
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  • Gerhard Junge-Lampart vom DAF und Gunter Hauser, Pfarrer für Flucht und Migration im Evang. Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal, (von rechts) erfahren Lob, aber auch Kritik für die Aktion.
  • hochgeladen von Katrin Gerweck

Bretten (ger) Achtlos weggeworfene Pantoffeln und Pumps am Fuße eines Wegweisers, eine rote Jacke, um einen Baumstamm geknüpft, am Brunnen gar eine ganze Girlande mit Schuhen – der sonst so malerische Marktplatz ist am Freitag in Unordnung geraten. Was ist da los?

Fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht

Vor dem Brunnen lösen Mitglieder des DAF, des Internationalen Freundeskreises Bretten, an ihrem Infostand das Rätsel. Die ganztägige Straßenaktion unter dem Motto „Die verlorenen Schuhe“ möchte auf den Tag des Flüchtlings am 2. Oktober aufmerksam machen. Weltweit sind fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung, Hunger und Menschenrechtsverletzungen, etwa die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche.
Auf Plakaten sind aktuelle Informationen und bohrende Fragen zu lesen: Es geht um die Menschen, die auf der Flucht sterben, um die Gründe für die Flucht, die Zustände in Moria und anderen Flüchtlingslagern, und es wird auch die Brücke zu uns geschlagen, die wir im wohlhabenden Teil der Welt geboren sind. Der Klimawandel, den unser Lebensstil befeuert, sorgt für immer mehr Dürren und Überschwemmungen, und Hunger ist ein großer Fluchtfaktor. Und Deutschland verdient gut an den Rüstungsexporten, die Kriege und Not in anderen Ländern schüren.

Wut über schlechtes Gewissen

Gerhard Junge-Lampart, Vorsitzender des DAF, Gunter Hauser, Pfarrer für Flucht und Migration im Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal, und ihre Mitstreiter*innen erfahren Lob, aber auch Kritik für die Aktion. „Ein Passant warf uns vor, dass wir ihm ein schlechtes Gewissen machen würden“, so Hauser. Auf ein weiteres Gespräch habe sich der Mann aber nicht einlassen wollen. Auch nicht alle Ladenbesitzer waren glücklich über die Unordnung, die der Freundeskreis vor ihren Geschäften anrichtete. Viele sind aber auch interessiert und offen. Eine Dame berichtet von ihren eigenen Fluchterfahrungen nach dem Krieg, und dass sie schon ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig ist.
Junge-Lampart berichtet, dass Corona auch die ehrenamtliche Arbeit im Bereich Migration überschattet habe. „Wir wollen mit dieser politischen Aktion wieder aufmerksam machen auf das Thema.“ Und wer noch ein offenes Herz hat, wird gewiss angerührt von der Aktion und der zentralen Frage, die am Zunftbaum auf dem Marktplatz angeschlagen ist: „Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, dass er seine Heimat verlässt, um Tausende von Kilometern zurückzulegen, um einen besseren, sichereren, friedlicheren Ort zu finden?“

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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