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Tag des Cholesterins 2022
Cholesterinwerte messen lassen – aber wann und welche?

Tag des Cholesterins 2022. | Foto: Kraichgau News Ratgeber
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Die möglichen Folgen erhöhter Cholesterinwerte sind dramatisch: Zu hohe Blutfette können schwere Erkrankungen wie einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Beinen verursachen oder begünstigen. Die Risiken für die Gesundheit von Herz, Gehirn und Blutgefäßen steigen dabei unmerklich über Jahre hinweg. Denn hohe Cholesterinwerte sind die Folge einer meist langsamen, aber stetig fortschreitenden Verkalkung der Arterien – einer Atherosklerose. Die regelmäßige Überprüfung der Werte ist deshalb ein äußerst wirksames Mittel der Vorbeugung gegen schwere oder lebensbedrohende Erkrankungen. Doch ab welchem Alter sollte man die Werte überprüfen lassen? Und welche Werte genau? Schließlich lassen sich neben dem Gesamtcholesterinwert auch LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride und Lipoprotein(a) messen. Für Klarheit sorgen Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen – kurz DGFF (Lipid-Liga) – in der Sprechzeit.

Alles eine Frage des Gleichgewichts

Cholesterin und Triglyzeride sind Teile geregelter Kreisläufe: Sie werden mit der Nahrung aufgenommen, vom Organismus selbst produziert und dann für die Bildung von Hormonen, die Energiegewinnung und andere Vorgänge verbraucht. Durch fein aufeinander abgestimmte Prozesse in unserem Stoffwechsel erhalten Muskel- und andere Körperzellen genau die Fette, die sie brauchen. Deren Konzentrationen im Blut bleibt mehr oder weniger konstant. Doch dieses gesunde Gleichgewicht kann aus den Fugen geraten: Eine dauerhaft zu hohe Fett- und Energieaufnahme mit der Nahrung, ein zu geringer Energieverbrauch durch Bewegungsmangel oder gestörte Verwertungsmechanismen in unserem Körper führen zu einer Fettstoffwechselstörung. Ablesbar ist sie an den Blutfettwerten – und irgendwann auch am Körpergewicht. Nur beim Lipoprotein(a) – einem dem LDL-Cholesterin sehr ähnlichen Blutfett – ist das anders. Hier sind die Blutwerte erblich bedingt, sprich von Geburt an festgelegt. Das gibt es auch bei den anderen Blutfetten und man spricht dann von einer angeborenen oder familiären Fettstoffwechselstörung.

Messen, bevor die Arterien verkalken

Wenn die Zufuhr und Produktion an Blutfetten den Verbrauch auf Dauer übertrifft oder die Verwertung gestört ist, sind die Blutkonzentrationen zu hoch und können sich in den Arterien Ablagerungen bilden, die die Blutgefäße verengen. Je mehr „Cholesterinjahre“ man den Arterien aufbürdet, desto größer ist das Risiko, dass sie sich verengen und verkalken. Die Folge: Der Blutdruck steigt, das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) nimmt sprunghaft zu. Allein eine PAVK – eine Durchblutungsstörung in den Beinen – senkt die Lebenserwartung um zehn Jahre1. Doch wenn überhaupt, dann kommen viele Menschen erst im höheren Alter auf die Idee, ihre Blutfettwerte messen zu lassen. In den meisten Fällen wird der wichtige LDL-Cholesterinwert sogar erst nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer PAVK bestimmt. Eine frühzeitige Überprüfung der Blutfettwerte ist deshalb für alle Menschen eine wichtige Maßnahme der Gesundheitsvorsorge. Besonders dringlich ist sie für Menschen, die zum Beispiel durch Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder eine chronische Nierenerkrankung ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Auch wenn bei blutsverwandten Angehörigen wie Eltern, Kindern, Großeltern und Geschwistern erhöhte Cholesterinwerte oder Fälle von Schlaganfall oder Herzinfarkt in früherem Alter bekannt sind, hilft die Messung. Je früher man erhöhte Werte senkt, desto besser kann man die eigenen Blutgefäße vor Schäden schützen.

Werte, die zählen

Gesamtcholesterin, LDL-, HDL-Cholesterin, Triglyzeride oder Lipoprotein(a) – welche Werte sollten überhaupt überprüft werden? Entscheidend sind die Werte für LDL-Cholesterin und Triglyzeride: Sind sie zu hoch, steigt das Risiko für eine Atherosklerose und damit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Internationale Leitlinien nennen als Orientierung für einen gesunden Erwachsenen ohne Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung einen LDL-Cholesterinwert von unter 116 mg/dl (3,0 mmol/l). Aussagekräftig ist auch der Wert für Triglyceride: Er zeigt an, ob die Zufuhr über die Nahrung, die Bildung von Triglyzeriden in der Leber und ihr Verbrauch, zum Beispiel in den Muskeln, im Gleichgewicht sind. Dieser Wert sollte 150 mg/dl (1,7 mmol/l) nicht überschreiten. Eine Sonderstellung nimmt das Lipoprotein(a) ein, das einen Hinweis auf eine erblich bedingte Fettstoffwechselstörung liefern kann. Es sollte zumindest einmal im Leben überprüft werden.

Expertinnen und Experten in der Sprechzeit
Ab welchem Alter und wie oft sollte man seine Blutfettwerte untersuchen lassen? Sind meine Werte für mein Alter und meinen Gesundheitszustand zu hoch? Warum sind Menschen mit einem Diabetes und/oder mit Bluthochdruck besonders gefährdet? Was tun bei erhöhten Triglycerid-Werten? Wie senke ich meinen erhöhten LDL-Cholesterinwert? Sollte ich Medikamente dauerhaft einnehmen? Antworten auf alle Fragen rund ums Thema Cholesterin gibt es bei den Expertinnen und Experten der DGFF (Lipid-Liga) in der Sprechzeit – sie alle sind sogenannte „Lipidolog*innen DGFF“:

Prof. Dr. med. Peter Grützmacher; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Leiter des Agaplesion Medizinischen Versorgungszentrums Frankfurt
Dr. Fatima Goudjil; Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Medizinisches Versorgungszentrum Saarbrücken und Lipoproteinapheresezentrum
Prof. Dr. med. Ulrich Julius; Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie; Bereich Lipidologie und Lipoproteinapherese-Zentrum, Medizinische Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden
• Prof. Dr. med. Reinhard Klingel; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Leiter des Apherese-Forschungsinstituts Köln
Prof. Dr. med. Volker Schettler; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Nephrologisches Zentrum Göttingen
Dr. med. Brigitte Öhm; Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie, Agaplesion Medizinisches Versorgungszentrum Frankfurt
Dr. med. Britta Otte; Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie, Leiterin der Lipidambulanz Medizinische Klink D des Universitätsklinikums Münster

Rufen Sie an! Am Donnerstag, den 23. Juni 2022 von 16 bis 19 Uhr.
Der Anruf unter 0800 – 2 811 811 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei.

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1 Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. https://www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/arterielle-erkrankungen/pavk.html Seitenabruf 13.5.2022

Autor:

Kraichgau News Ratgeber aus Bretten

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