„Gemeinsam noch mehr Lebensqualität erreichen“: Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki strebt dritte Amtszeit an

Erneute Kandidatur: Thomas Nowitzki bewirbt sich 2019 um eine dritte Amtszeit. Foto: ch
 
Stolz auf das Weindorf: Bürgermeister Thomas Nowitzki begutachtet vor dem Amthof spontan die angelieferte, reiche Traubenernte. Foto: ch
Oberderdingen: Rathaus |

Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest, aber Anfang 2019 findet in Oberderdingen die Bürgermeisterwahl statt. Gestern Abend hat Amtsinhaber Thomas Nowitzki vor dem Gemeinderat seine erneute Kandidatur bekannt gegeben. Im Gespräch mit der Brettener Woche/kraichgau.news begründet der 62-jährige Vater von zwei erwachsenen Töchtern seine Entscheidung und spricht über seine Pläne für die nächsten acht Jahre.

OBERDERDINGEN (ch) Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest, aber Anfang 2019 findet in Oberderdingen die Bürgermeisterwahl statt. Gestern Abend hat Amtsinhaber Thomas Nowitzki vor dem Gemeinderat seine erneute Kandidatur bekannt gegeben. Im Gespräch mit der Brettener Woche/kraichgau.news begründet der 62-jährige Vater von zwei erwachsenen Töchtern seine Entscheidung und spricht über seine Pläne für die nächsten acht Jahre.

Herr Nowitzki, ist Ihnen die Entscheidung leichtgefallen oder mussten Sie diesmal länger nachdenken?
Thomas Nowitzki: Durch die schweren Erkrankungen meiner Frau und ihren Tod Ende 2017 haben wir in der Familie zwei schwere Jahre gehabt, weshalb ich natürlich auch überlegt habe, wie es weitergeht. Aber nach dieser Phase intensiven Nachdenkens bin ich zum Schluss gekommen: Ich bin fit, ich fühle mich gut und bin bereit für eine weitere Amtszeit. Die Entscheidung für das Amt ist mir nicht schwergefallen, weil ich nach wie vor für die Aufgabe brenne. Sie bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Und in Oberderdingen gibt es einen Gemeinderat, mit dem es sich gut und konstruktiv zusammenarbeiten lässt.

Was hat noch für das Weitermachen gesprochen?
Die Aufgabe in Oberderdingen hat mir immer viel Freude bereitet und mich erfüllt. Wir haben viel gemeinsam erreicht. Oberderdingen hat sich positiv entwickelt. Ich bin gerne mit Menschen zusammen und ich gestalte gerne. Die Gesellschaft verändert sich – und das alles spielt sich in der Gemeinde ab. Ich arbeite gerne auf der kommunalen Ebene. Und ich denke, dass wir das Miteinander weiter verstärken können. Dann werden wir in Oberderdingen noch einiges erreichen.

Heißt das, Sie treten noch mal für eine vollständige Amtszeit an?
Wenn man antritt, tritt man für eine ganze Amtszeit an. Einen Bürgermeister auf Abruf gibt es in meinen Augen nicht.

Wenn Ihre dritte Amtszeit dann ausläuft, sind Sie 70. Hatten Sie nicht auch den Gedanken, dass es noch ein Leben jenseits der Arbeit gibt?
Ja. Man muss sich natürlich auch Freiräume schaffen. Ich glaube, das bekomme ich hin.

Ihre Bilanz der letzten knapp 16 Jahre kann sich sehen lassen. Welche Ziele haben Sie sich für die dritte Amtszeit gesteckt?
Wir sind infrastrukturell gut aufgestellt. Trotzdem existiert der Anspruch, Vorreiter zu sein. Die Menschen sollen sich in Oberderdingen wohlfühlen. Es geht zum einen um die Sicherung des Vorhandenen. Zum anderen müssen in bestimmten Bereichen Lösungen gefunden werden, zum Beispiel beim Thema Wohnen. Dazu gehört für mich auch das Thema Arbeiten. Wir sind ein guter Gewerbestandort. Mit 5.000 Arbeitsplätzen kann sich Oberderdingen sehen lassen. Dazu haben wir zusammen mit den Nachbargemeinden ein richtig gutes Entwicklungspotenzial. Was das Thema Vereinsleben angeht, wird die Stärkung des Ehrenamts eine der Herausforderungen sein. Ganz wichtig ist mir, dass die Lösungen gemeinsam mit den Bürgern und dem Gemeinderat gefunden werden. Ich möchte versuchen, noch mehr das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, nicht nur in Oberderdingen, sondern in der Region insgesamt. Also: Wir sind gut aufgestellt, was die Lebensqualität angeht. Miteinander können wir noch mehr erreichen.

Was schätzen Sie besonders an Oberderdingen und seinen Bewohnern?
Ich schätze vor allem den direkten Draht, das Gespräch mit den Menschen, die einem sagen, wo sie der Schuh drückt, und was man auch anders machen könnte. Oberderdingen ist seit 40 Jahren meine Heimat.

Der Gemeindeslogan lautet „Oberderdingen – alles zum Leben“: Was fehlt aus Ihrer Sicht noch zum Leben?
Die Breitbandversorgung ist für mich eines der zentralen Themen, die wir unbedingt nach vorne bringen müssen. Das ist für die Menschen wichtig und für die Unternehmen existenziell. Damit tragen wir zur Sicherung der Arbeitsplätze bei. Und natürlich auch die Nahversorgung durch den örtlichen Einzelhandel ist wichtig. Da gibt es noch Ergänzungsbedarf. Dasselbe gilt für die ärztliche Versorgung: Die jetzigen gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen sich ändern. Dass es eine Herkulesaufgabe ist, einen Kinderarzt nach Oberderdingen zu bekommen, ist für mich ein Unding. Dafür werde ich mich vehement einsetzen.
Ansonsten sind wir als Gemeinde mit rund 11.000 Einwohnern sehr gut aufgestellt. Aber Wünsche hat man. Unser Freibad werden wir erhalten – für Familien mit Kindern und die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das ist mir wichtig. Und im touristischen Bereich sehe ich durchaus noch Potenzial, für ein Hotel und auch ein Feriendorf.

Wie steht eigentlich Oberderdingen im Vergleich zu anderen, etwa gleich großen Kommunen im Landkreis da?
Oberderdingen steht gut da. Auch mit der privatgewerblichen Infrastruktur. Wir nehmen durchaus zentrale Funktionen für die Nachbarschaft wahr. Deshalb sollte Oberderdingen auch bei der Fortschreibung des Regionalplans Mittlerer Oberrhein vom Kleinzentrum zum Unterzentrum hochgestuft werden.

Sie engagieren sich auch im Kreistag und als Vorsitzender der Bürgermeisterversammlung im Landkreis. Werden Sie diese Ämter beibehalten?
Als Vorsitzender der Bürgermeisterversammlung, der ich seit 2011 bin, würde ich gerne weitermachen. Daneben bin ich auch Mitglied des Landesvorstands des Gemeindetags Baden-Württemberg und als solches seit vier Jahren im Präsidium einer von zwei Stellvertretern für den Regierungsbezirk Karlsruhe. Ich bin ein Fan davon, dass Bürgermeister im Kreistag sind. Ihre kommunale Kompetenz, die Sachorientierung über Parteigrenzen hinweg ist wichtig für den Kreistag. Die Bürgermeister wissen um die Chancen aber auch um die Probleme in den Gemeinden.

Die Fragen stellte Chris Heinemann

Den Wortlaut der persönlichen Erklärung von Bürgermeister Nowitzki lesen Sie hier
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