Dehoim in Neulingen: Auf der Nußbaumer Heimatbühne ist jede Mundart recht

Männer in Unterhosen: Wenn die „Backkörb“ eines ihrer turbulenten Mundart-Stücke auf die Bühne bringen, hat das Publikum immer viel zu lachen.
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  • Männer in Unterhosen: Wenn die „Backkörb“ eines ihrer turbulenten Mundart-Stücke auf die Bühne bringen, hat das Publikum immer viel zu lachen.
  • Foto: Backkörb
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(ch) Seit über 20 Jahren geben die „Backkörb“ mit ihren meist turbulenten Theaterstücken den Menschen ein Heimatgefühl.

Wenn in Nußbaum Theater gespielt wird, dann wackeln schon mal die Wände. Oft sind die Stücke, die die kleine Laienschauspieltruppe der „Backkörb“ auf die Bühne der Weiherhalle bringt, turbulent, und es wird herzhaft gelacht. Mundarttheater vermittelt Heimatgefühl und ist beliebt. Damit hat sich die Nußbaumer Heimatbühne in den vergangenen 24 Jahren in der Region einen Namen und viele Freunde gemacht.

Auftritte regelmäßig ausverkauft

„Unsere acht Auftritte in Nußbaum sind regelmäßig ausverkauft“, freut sich Paul Negele. Der Vorsitzende des Theatervereins weiß von großen Besuchergruppen, die sozusagen auf die „Backkörb“ abonniert sind: „Aus Diedelsheim zum Beispiel kommen immer ganz viele.“ Bei rund 2500 Besuchern pro Saison werden die 320 Sitzplätze in der Weiherhalle schon mal knapp. Da heißt es, schnell sein: „Viele reservieren bei einer Aufführung schon für nächstes Jahr, weil sie Angst haben, sie kriegen keine Karten mehr.“

Eigenes "Theaterhäusle"

2012 konnten die „Backkörb“ ein eigenes „Theaterhäusle“ erwerben, das ehemalige neuapostolische Kirchlein in Nußbaum. Dort werden Kindertheater, kleinere Theaterstücke und Kleinkunst von anderen Gruppen angeboten. Die großen Theaterabende finden jedoch weiterhin in der Nußbaumer Weiherhalle statt.

Auftritte auch auswärts

Wer für die Theaterabende in der Weiherhalle in Nußbaum keine Karte mehr ergattern kann, hat bei einem der jährlich rund 30 Auswärtsauftritte der „Backkörb“ noch eine Chance, etwas von der Theatertruppe zu sehen. An manchen Wochenenden stehen sogar zwei Auftritte auf dem Programm: „Zum Beispiel beim Welschenfest in Kleinvillars.“ Allerdings weist der Vorsitzende darauf hin, dass auswärts nur Kostproben zum Besten gegeben werden: „Bis maximal eine halbe Stunde oder ein ganzer Abend dann nur mit kurzen Stücken.“ Denn: „Große Stücke sind auswärts wegen der Kulisse zu aufwändig.“

Die Familie spielt mit

Während die großen Stücke meist bei Theaterverlagen eingekauft werden, schreibt Negele die kleinen Stücke selbst. Auch auf der Bühne mischt er kräftig mit. „Am Anfang musste ich immer böse Buben spielen, weil ich der Schwabe bin“, lacht der gebürtige Remstäler, der seit 25 Jahren in Nußbaum lebt. Längst hat die Schauspielerei auch seine Familie erfasst: Bei Kurzstücken wie „Babba un Bub“ steht schon seit Jahren sein Sohn David mit ihm auf der Bühne.

Laufend neue Mitspieler gesucht

Von den rund 150 Vereinsmitgliedern aus der ganzen Region fühlt sich jedoch nur ein gutes Zehntel zur aktiven Schauspielerei berufen. „Deshalb suchen wir laufend neue Talente“, betont Negele und fügt hinzu: „Auch solche, die keine oder eine andere Mundart sprechen – eigentlich ist uns jede Mundart recht.“ Das gilt auch für das Kindertheater. Nicht nur bei den Proben, auch bei den Auftritten und beim geselligen Beisammensein danach haben die Schauspieler jede Menge Spaß miteinander.

Soziales Engagement

Sozial wird bei den „Backkörb“ großgeschrieben. Jedes Jahr werden an einem Theaterabend 70 Gäste der „Lebenshilfe“ eingeladen und bewirtet. Mit manchem Auswärtsauftritt wird auch ein Altennachmittag bereichert oder ein gemeinnütziger Verein unterstützt. Vor allem aber wird seit den Anfängen ein Großteil der Einnahmen für karitative Projekte gespendet. Im Schnitt kommen bis zu 3000 Euro pro Jahr wohltätigen Behinderten- oder Kindereinrichtungen zugute. Denn, so versichert Paul Negele: „Wenn man bei der Spendenübergabe in die leuchtenden Augen sieht, ist das immer ein krönender Abschluss.“

Fotos: Backkörb

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Dehoim in Neulingen

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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