Kein Verhältnis zu umweltrelevanten und wirtschaftlichen Auswirkungen
CDU Walzbachtal lehnt Bau der Windenergieanlagen am Heuberg ab

Walzbachtal (kn) Die CDU in Walzbachtal lehnt den Bau der Windenergieanlagen am Heuberg ab, teilt Vorstandsmitglied Tino Villano in einer Pressemitteilung mit. Nach umfassender Recherche und Gesprächen habe die CDU ihre Position gefestigt und positioniere sich gegen den Bau der fünf Windenergieanlagen. Obwohl das Thema in der Öffentlichkeit schon länger präsent sei, habe sich die CDU Walzbachtal dazu entschlossen, sich fachlich intensiv mit dem Thema zu befassen. Neben einer Präsentation der EnBW im Gemeinderat wurde auch mit Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Rahmen einer außerordentlichen Vorstandssitzung diskutiert.

Gesamthöhe von 247 Metern

Ziel der derzeitigen Landesregierung sei es, den Anteil an Windenergie im bestehenden Strommix bis 2030 auf zehn Prozent zu erhöhen, so Villano. Derzeit liege der Anteil bei 3,8 Prozent und werde mit dem Betrieb von 730 Anlagen (Stand Ende 2019) erreicht. Die geplanten fünf Anlagen in Weingarten würden die größten Deutschlands sein mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einer Gesamthöhe von 247 Metern. Dennoch lieferten sie einen zusätzlichen Anteil von lediglich 0,08 - 0,1 Prozent, so Villano.

Nur 17 Prozent Stromertrag im Vergleich zu Nordsee-Anlage

Betrachte man die Entwicklung der Zunahme an Windenergieanlagen in Baden-Württemberg, stelle man fest, dass die Zunahme seit 2017 stagniere. Dies sei unter anderem auf die noch übrig gebliebenen und zur Verfügung stehenden Flächen in windschwachen Regionen zurückzuführen. Angelehnt an die Windgeschwindigkeiten, produziere die geplante Anlage am Heuberg lediglich 17 Prozent des Stromertrags, die eine gleiche Anlage an der Nordsee produzieren würde. Um den gleichen Stromertrag wie an der Nordsee zu erreichen, müsste man in Karlsruhe und Umgebung die 5,8-fache Anzahl an Anlagen bauen. Das bedeute aber auch, dass sich die spezifische Umweltbelastung pro Kilowattstunde um diesen Wert erhöhe, heißt es in der Mitteilung.

Umweltauswirkungen basierten auf veraltetem Stand

Baden-Württemberg gehöre zu den windschwächsten Regionen in Deutschland. Das sei wissenschaftlich bewiesen worden und im Windatlas (2014) mit folgender Aussage vom TÜV Süd festgehalten: "Windkraftanlagen sind im Kraichgau nur sehr bedingt wirtschaftlich zu betreiben". Eine Aussage, die vom Umweltminister Franz Untersteller unterschrieben wurde. Diese Aussage wurde im Windatlas von 2019 bestätigt, indem festgestellt wurde, dass aufgrund der Lage keine hohen Windgeschwindigkeiten im Kraichgau zu erwarten sind, erklärt Villano.Wenn man den Regionalplan Mittlerer Oberrhein und die Teilfortschreibung „Windenergie“ betrachte, sehen man ein weiteres Problem. Alle Umweltauswirkungen im Umweltbericht basierten auf einem veralteten Stand der Technik, denn die Höhe der Referenzanlage, auf die die Teilfortschreibung aufgebaut sei, betrage lediglich 100 Meter. Dies sei eine deutliche Abweichung zur geplanten Anlage. Neben den Umweltauswirkungen wie Lärm, Bodenschwingungen, Naturschutz, sei auch eine bauhöhenbedingte Dominanz und optisch bedrängte Wirkung der geplanten Anlage aufgrund der Nähe zu Jöhlingen nicht zu unterschätzen.

Anlagenbau in Weingarten sei unverhältnismäßig

Grundsätzlich stehe die CDU Walzbachtal mit Blick auf den Klimawandel und deren Folgen zu einer Erneuerbaren Energien Strategie und fordere effiziente Windenergieanlagen. Stelle man aber den zu erwartenden Stromertrag und den Aufwand ins Verhältnis zu den umweltrelevanten und wirtschaftlichen Auswirkungen, so sehe die CDU den Anlagenbau in Weingarten als unverhältnismäßig an und ebenfalls öffentliche Belange massiv betroffen. „Windenergieanlagen sind aus unserer Sicht sinnvoll aber dort zu errichten, wo ein hoher Stromertrag zu erwarten ist. Daher lehnen wir den Bau eines ineffizienten Windenergieparks in Weingarten kategorisch ab“, so Michael Plaumann, Vorsitzender der CDU Walzbachtal.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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