ADFC Bretten präsentierte Ergebnisse des Fahrradklimatests in der Fußgängerzone in Bretten
„Fahrradfahren ist nicht nur für Kampfradler“

Jutta Biehl-Herzfeld präsentierte die Ergebnisse des Fahrradklimatests beim Weltkugelbrunnen in der Fußgängerzone in Bretten.
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Bretten (bea) Noch vor zwei Jahren hatte die Stadt Bretten beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) den letzten Platz belegt. Bei der Umfrage vom vergangenen Herbst konnte sie jedoch ganze zwei Plätze gut machen und landete dadurch auf dem vor-vorletzten Platz - ist nun Nummer 64 von 66. "Bretten ist aber kein Verlierer", sagt Jutta Biehl-Herzfeld, Sprecherin des ADFC Bretten. Als Verlierer seien ihrer Meinung nach Kommunen anzusehen, die nicht die geforderte Anzahl von 50 Umfrageteilnehmern aufbringen und somit nicht bei der Umfrage berücksichtigt werden konnten. Nichtsdestotrotz habe Bretten ganz klar "unterdurchschnittlich" abgeschnitten. Während der Durchschnitt des Landes Baden-Württemberg bei der Auswertung bei der Note 3,8 lag, erhielt Bretten nur eine 4,4.

Fahrsicherheit der Pedelec-Nutzer erhöhen

Seit dem Herbst habe sich in Bretten jedoch schon einiges verändert, sagt Biehl-Herzfeld. So sei die Friedrichstraße als Fahrradstraße ausgewiesen und für einige Einbahnstraßen der Fahrradgegenverkehr erlaubt worden. Beim kommenden Test in eineinhalb Jahren könne Bretten so nur als Aufsteiger dastehen. Des Weiteren sei die ausgewiesene Fahrradstraße Teil eines größeren Konzeptes und wichtig für die Verbindung Knittlingen-Gondelsheim durch die Melanchthonstadt. Auch der örtliche Verkehrsübungsplatz werde momentan erweitert. Das mache es möglich Fahrsicherheitstrainings mit Pedelecs für alle Altersgruppen anzubieten. Somit könne die Fahrsicherheit der Pedelecnutzer erhöht werden.

Sicherheitsempfingen stach besonders negativ heraus

Das wiederum sei wichtig für das Sicherheitsempfinden der Radler, das bei der aktuell ausgewerteten Umfrage unter den 133 teilnehmenden Brettenern besonders negativ herausstach, so Biehl-Herzfeld. Deutlich werde dies besonders am Alexanderplatz in Bretten. Dort gebe es inmitten der Fahrbahn für Autos lediglich eine schmale Fahrspur für Radfahrer, um nach Diedelsheim zu fahren. Diese werde von Autos und Lkws oftmals jedoch nicht beachtet. Den Beleg dafür präsentierte die Sprecherin in ihrer Präsentation am vergangenen Samstag beim Weltkugelbrunnen in der Brettener Innenstadt mit einem Bild von Lkws, die mitten auf dem Fahrradweg auf das Grünwerden der Ampel am Alexanderplatz warteten.

„Fahrradfahren ist nicht nur für Kampfradler“

In der Präsentation hatte Biehl-Herzfeld die Bewertung des Fahrradklimatests in drei Kategorien aufgeteilt: Weniger schlecht (Note: 3,6 - 4,0), schlecht (Note: 4,1 - 4,5) und abgeschlagen (Note: 4,5 - 5,2). Letztere sei „manchmal echt zum Weinen“. Dazu gehörten die allgemeine Sicherheit der Fahrradfahrer, falsch parkende Autos und eine schlechte Baustellenführung. „Fahrradfahren ist nicht nur für Kampfradler“, so Biehl-Herzfeld. Daher sei eine wichtige Forderung des ADFC an die Stadt Bretten, dass die Führung des Fahrradwegs am "Katastrophenpunkt Alexanderplatz" verändert werde. viele der ADFC-Mitglieder würden lieber den Umweg über Rinklingen in Kauf nehmen, als dort entlang zu fahren.

ADFC im Gespräch mit der Stadt

Zwar habe der Autoverkehr während des ersten Corona Lockdowns abgenommen und der Fahrradverkehr gleichzeitig zugenommen, doch wer sich im Straßenverkehr nicht sicher fühle, nehme eben lieber das Auto, und dem gelte es entgegenzusteuern, sagt Biehl-Herzfeld. Daher sei sie mit der Stadt im Gespräch und gebe den Mitarbeitern Rückmeldungen über die unterschiedlichen Verkehrswege in Bretten. Seit seiner Gründung im September habe der ADFC in Bretten 100 Mitglieder verzeichnen können. Daher wolle der Verein, sobald dies nach Corona wieder möglich sei, unterschiedliche Radtouren, auch für Familien, anbieten. 

Mehr Fuß- und Radwege fördern

Auch Bürgermeister Michael Nöltner kam zum Infostand des ADFC und diskutierte mit den Bürgern. „Der Straßenraum ist nicht vermehrbar und muss aufgeteilt werden." Ein klares Ziel sei es aktuell in der Pforzheimer Straße, das Radfahren durch eine Änderung in der Verkehrsführung attraktiver zu machen und die Poserszene, die am Marktplatz vorbeifahre, auszubremsen. Ebenfalls müsse es der Weg sein, dass die Stadt "ein Stück weit mehr Fuß- und Radwege fördert". Das sei in den vergangenen 50 bis 60 Jahren lang vernachlässigt worden. Geplant sei auch den Gegenverkehr für Radfahrer in der Pforzheimer Straße in Richtung Marktplatz einzurichten. Das könne jedoch erst geschehen, nachdem Weißhofer- und Pforzheimer Straße umgebaut seien. Neben Nöltner waren auch alle Gemeinderatsfraktionen eingeladen. Von diesen waren Fabian Nowak (Grüne), Ute Kratzmeier (Grüne, und in einem kurzen Gespräch auch Hermann Fülberth (Aufbruch Bretten) zu sehen.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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