RKH-Vertreter zur aktuellen Corona-Lage in den Krankenhäusern der Holding
20 Prozent des Klinik-Personals hatte Covid-Infektion

 In einer digitalen Pressekonferenz hat die Regionale Kliniken Holding (RKH), zu der auch die Rechbergklinik Bretten und die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal gehören, über die aktuelle Entwicklung in ihren Häusern im Hinblick auf Corona informiert.
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Bretten/Region (ger) In einer digitalen Pressekonferenz hat die Regionale Kliniken Holding (RKH), zu der auch die Rechbergklinik Bretten und die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal gehören, über die aktuelle Entwicklung in ihren Häusern im Hinblick auf Corona informiert. Geschäftsführer Professor Dr. Jörg Martin bestätigte, dass sich die Entwicklung der Infektionszahlen im Land auch mit der Fallzahlentwicklung der Covid-19-Patienten vergleichen lasse. So sei in den Kliniken ein rapider Anstieg bis kurz vor Weihnachten zu beobachten gewesen, die Zahlen hatten sich dann auf einem hohen Plateau eingependelt und würden sich jetzt langsam absenken.

20 Prozent des Klinik-Personals hatte Covid-Infektion

Die Ärztlichen Direktoren der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Professor Dr. Götz Geldner im RKH Klinikum Ludwigsburg und Professor Dr. Martin Schuster in der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal bestätigten diese Bewegung für die Intensivstationen, auch wenn die Zahlen dort ein wenig nachhingen. Geldner wies in diesem Zusammenhang eindringlich darauf hin, dass die prozentualen Anteile der belegten Intensivbetten kein Gradmesser für die Belastungen der Kliniken seien. „Wir haben mehr Intensivbetten aufgebaut, als da waren, daher ändert sich anteilig nichts.“ Der kritische Faktor seien die beatmeten Covid-Patienten.
Laut Schuster waren die Mitarbeiter*innen in den letzten Wochen „an der Belastungsgrenze, in Hochzeiten auch darüber“. Er sei daher froh, dass sich die Situation allmählich entschärfe. „Man darf nicht vergessen, dass viele unserer Mitarbeiter auch an Covid-19 erkrankt waren.“ Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, in der nicht mal zwei Prozent eine Corona-Infektion durchgemacht hätten, seien es 20 Prozent beim Klinikpersonal. Unter diesem Gesichtspunkt wünschte sich das medizinische Personal auch einen transparenteren Vorgang im Hinblick auf die Impfungen. Wie die Über-80-Jährigen, die zu den ersten gehören, die sich impfen lassen dürfen, hat auch das Fachpersonal Probleme, Termine zu bekommen. Von Impfskepsis könne keine Rede sein: „Die Impfwilligkeit liegt nach unserer Erfahrung bei Ärzten und Pflege zwischen 90 und 100 Prozent“, betonte Geldner. „Das Nadelöhr ist auch für uns die Bereitstellung des Impfstoffs.“

Betten-Ausgleichssystem beugt Versorgungseinschränkungen vor

Mit einem Cluster-Konzept treten die Kliniken in Baden-Württemberg Versorgungseinschränkungen entgegen. Dank eines ausgefeilten Betten-Ausgleichssystems mit einem gemeinsamen Betten-Management werden alle Intensivpatienten innerhalb der sechs Versorgungsgebiete Stuttgart/Ludwigsburg, Karlsruhe und den Regionen um die Unikliniken in Tübingen, Freiburg, Ulm und Heidelberg bei Bedarf verlegt. Seit Dezember sind so zwischen 200 und 250 Patienten und Patientinnen verlegt worden, auch hier hat sich die Anzahl mittlerweile verringert. Mussten in Hochzeiten täglich zehn bis 20 Verlegungen gestemmt werden, sind es jetzt nur noch wöchentlich so viele.

Besuche weiterhin nur mit negativem Test

Personal und Patient*innen würden seit Mitte Dezember zweimal die Woche auf Corona getestet. Auch bei Besuchern und anderen Externen, zum Beispiel Handwerkern, verfahren die RKH Kliniken weiter so, dass sie nur mit einem negativen Test und einer FFP2-Maske zugelassen sind. Schnelltests werden vor Ort angeboten. Das habe man unter einem riesigen Aufwand umgesetzt, das behalte man bei, auch wenn die aktuelle Corona-Verordnung, die am 18. Januar in Kraft getreten ist, nur eine der beiden Maßnahmen vorschreibt. Das „erhöhte Sicherheitslevel“ sei das wert, betonte Dr. Stefan Weiß, Katastrophenschutzkoordinator und Leiter des Corona-Krisenstabsmanagements der RKH.

Schwere bleibende Schäden bei vielen Patienten

Aktuelle Fortschritte in der Behandlung der Covid-19-Patienten gebe es laut Schuster seit dem Herbst leider nicht. Man verabreiche Immunsuppressiva und Gerinnungshemmer und zögere maximalintensive Beatmung so lange es geht hinaus. „Was wir bei ganz vielen Patienten beobachten, ist, dass sie, nachdem das Virus weg ist, immer noch schwere Schäden wie zum Beispiel bleibende Lungenveränderungen haben“, machte Schuster deutlich. „Wir hoffen sehr, dass die Zahlen weiterhin runtergehen",  brachte Geschäftsführer Jörg Martin zum Abschluss seine Hoffnung zum Ausdruck. Und weiter: "Und ich möchtenochmals allen Mitarbeitern von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt meinen Dank aussprechen, die bei aller Belastung hochmotiviert sind und einen tollen Job machen.“

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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