Doppeltes Maßnahmenpaket für Erhalt der Altenhilfe

Mit einem doppelten Maßnahmenpaket soll das Aus der katholischen Altenpflege in Bretten noch abgewendet werden.
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Mit einem doppelten Maßnahmenpaket soll das Aus der katholischen Altenpflege in Bretten noch abgewendet werden. Darüber hat Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz berichtet. 

Bretten (swiz) Mit einem doppelten Maßnahmenpaket soll das Aus der katholischen Altenpflege in Bretten noch abgewendet werden. Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Donnerstag, 23. November hat der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff nicht nur ein Strategiepapier zur Folgenutzung des zum 31. Dezember 2018 schließenden Altenheims St. Laurentius präsentiert. Auch der Neubau des katholischen Altenheims auf dem Mellert-Fibron-Areal soll durch die Billigung des Vorentwurfs zur Umwidmung des bisherigen Gewerbegebiets in ein urbanes Gebiet möglich gemacht werden. Über beide Punkte wird der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 30. November abstimmen.

Vier-Säulen-Konzept für Gebäude in der Apothekergasse

Schon bevor der Caritasverband Ettlingen auf seiner Gesellschafterversammlung am 7. November die Betriebsschließung des Laurentiusheims vereinbart und ein Schließungskonzept präsentiert hatte (wir berichteten), habe man intern an einem Folgekonzept für das Gebäude an der Apothekergasse gearbeitet, so Wolff. Herausgekommen ist ein Strategiepapier, das ein "Vier-Säulen-Modell" für die Immobilie St. Laurentius vorsieht. Dieses Nutzungskonzept sieht Betreutes Wohnen, ambulant betreute Wohngruppen, die Weiterführung und den Erhalt der Tagespflegeplätze sowie eine Begegnungsstätte einschließlich einer Frischeküchevor. Als Investor, zumindest für Teilbereiche, kann sich der OB auch weiterhin den Caritasverband Ettlingen vorstellen. Dies sei zwar grundsätzlich wünschenswert, aber keinesfalls eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung und Umsetzung des Projekts, so Wolff. Bei der Konzeptentwicklung für die Apothekergasse will der Caritasverband nach eigener Aussage in jedem Fall unterstützen. Und auch als möglicher Betreiber stehe die Caritas bereit, wenn es sich bei den neuen Angeboten um "ein tragfähiges, refinanzierbares und zukunftsweisendes Angebot" handle. Bei der Suche nach Investoren für die Umsetzung des "Vier-Säulen-Modells" sieht Wolff wiederum die Katholische Kirchengemeinde und die Stadt in der Pflicht, gemeinsam Investorenmodelle zu erarbeiten. Bei der angedachten Mischform an Nutzungen sei es auch vorstellbar, dass verschiedene Investoren, private als auch kommunale, sich engagieren, betont Wolff.

Neubau auf dem Mellert-Fibron-Areal soll doch noch realisiert werden 

Der zweite Teil des Maßnahmenpakets zielt auf den umstrittenen Neubau des Katholischen Altenheims auf dem Mellert-Fibron-Areal. Dieser hatte einen wohl schon länger schwelenden Konflikt zwischen Kirchengemeinde und Caritas zutage gefördert und für erbitterte Diskussionen in Bevölkerung und Politik gesorgt. Höhepunkt des Konflikts war der Beschluss zur Betriebsschließung durch die Caritas sowie das Aus für alle Angebote der katholischen Altenhilfe in Bretten. Sollte der Gemeinderat am 30. November den Weg für eine Umwidmung des Gebiets nun freimachen, könnte der Neubau des Altenheims auf dem Mellert-Fibron-Areal durch die Caritas noch realisiert werden. Aktuell verfüge die Caritas im Laurentiusheim noch über ausreichend Mitarbeiter, Bewohner, Gäste und Patienten, um bei einer positiven Entscheidung des Gemeinderats das Schließungskonzept noch zu stoppen, erklärt Wolff. Sollten sich diese Zusagen weiter hinauszögern, könnte das wirtschaftliche Risiko eines Neubaus für die Caritas zu groß sein. Jetzt bestehe daher noch die Chance, Pflege- und Arbeitsplätze zu erhalten. Sollte der Gemeinderat der Umwidmung des Areals zustimmen, könnte eine Baugenehmigung im Mai/Juni 2018 vorliegen. In der Bauzeit könnten die Bewohner des jetzigen Laurentiusheims in der Bestandsimmobilie bleiben, wenn die Kirchengemeinde den Pachtvertrag über den 31. Dezember 2018 hinaus verlängert. Diese hat dafür bereits in der Vergangenheit ihre Bereitschaft signalisiert. Auch bei den wesentlichen Inhalten und Zielen des Strategiepapiers ist man sich laut Wolff zwischen Vertretern der Stadt, der Kirchengemeinde und des Caritasverbandes einig. Das Papier soll nun noch in eine Endfassung gebracht werden, und dann von allen Vertretern unterzeichnet werden. Das Zünglein an der Waage ist dadurch einmal mehr der Gemeinderat, der am 30. November über die Billigung des Vorentwurfs zur Umwidmung sowie der Umsetzung des Säulen-Modells zustimmen muss.

Lärmschutz soll 900.000 Euro kosten

Auf der Pressekonferenz gab Wolff zudem Neuigkeiten zum Thema Lärmschutz auf dem Mellert-Fibron-Areal bekannt. So ist dort die Einrichtung einer 440 Meter langen Lärmschutzwand geplant, die sich vier Meter über die Gleisoberkante erhebt. Diese soll laut Wolff rund 900.000 Euro kosten. Diese Zahlen seien jedoch noch "nicht zu hundert Prozent verlässlich". Von den Dimensionen des Lärmschutzes sei man ein wenig überrascht worden, so Wolff. Die Wand soll, wie auch schon früher vom OB bestätigt, lediglich auf der Seite des Mellert-Fibron-Geländes errichtet werden. Die Wand absorbiert jedoch laut Ulrich Braun, Amtsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, den Schall und Lärm fast bis zu 100 Prozent, so dass es keine Verstärkung der Lärmbelastung für das angrenzende Wohngebiet gebe. "65 Prozent der Kosten sollen dabei die Eigentümer der auf dem Mellert-Fibron-Areal entstehenden Immobilien tragen. Der Beitrag koppelt sich an die Wertschöpfung der einzelnen Eigentümer" , so Wolff. Erste positive Gespräche mit den Eigentümern seien schon geführt worden. 

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