Bei Infoveranstaltung wurden Eltern, Lehrer und Schüler über Sanierungsmaßnahmen ins Bild gesetzt
Ein mutiger Plan fürs Melanchthongymnasium

Der Bronnerbau des Melanchthongymnasiums Bretten wird generalsaniert. Der Dachaufbau soll komplett erneuert werden.
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Bretten (ger) „Was lange währt, wird endlich gut!“ Unter dieser Überschrift stand die Informationsveranstaltung zu den Sanierungsarbeiten am Melanchthongymnasium Bretten (MGB). Der Vorstand des Elternbeirats hatte dazu geladen und Architekt Uwe Hein, Bürgermeister Michael Nöltner, Stadtbaudirektor Karl Velte und Schulleiterin Elke Bender standen den gut 90 Anwesenden – neben Eltern waren auch Schüler und Lehrkräfte gekommen – Rede und Antwort. Auch auf kritische Nachfragen gingen sie überwiegend sachlich ein.

Von 9,8 Millionen Euro Kosten sind 3,4 Millionen Euro Zuschüsse

Zuerst skizzierte Nöltner ganz offen die „längere Genese“ des Projekts. Das MGB blickt auf eine lange Baugeschichte zurück, die einzelnen Bauten, aus denen es sich zusammensetzt, stammen aus den Jahren 1875 bis 1993. Durch die Schaffung eines zweiten Gymnasiums in Bretten vor über 20 Jahren haben sich die Schülerzahlen gegenüber Hochzeiten halbiert und die Anforderungen heutiger Unterrichtskonzepte an bauliche Maßnahmen seien völlig verändert. Eine größere Sanierung sowie eine neue Raumkonzeption waren dringend angesagt. So gab die Stadt als Schulträger ein Raumnutzungskonzept in Auftrag. Für eine Sanierung wurden 9,8 Millionen Euro anberaumt. Davon erhält die Stadt 3,4 Millionen Euro Landeszuschüsse aus dem Kommunalen Sanierungsfonds.

Nicht geeignetem Architekturbüro aufgesessen

Soweit alles gut. Dann ergaben sich aber durch die Tatsache, dass die Stadt in der Planungsphase einem ungeeigneten Architekturbüro aufgesessen war, längere Verzögerungen. Mit dem neu beauftragten Büro HHL Architekten aus Ludwigsburg, das umfassende Erfahrungen mit kommunalen Projekten habe, sei man aber nun gut aufgestellt. „Mir gefällt der neue Plan sehr gut. Er ist mutig, hält nicht nur an alten Strukturen fest, sondern bringt das nach und nach Angebaute wieder auf eine Linie“, so Nöltner.

Begrüntes Flachdach statt "Schwarzwaldoptik"

Architekt Hein erläuterte im Folgenden ausführlich die Planungen. Die Sanierungen gehen in erster Linie im Bronnerbau vonstatten, der auf allen sieben Ebenen generalsaniert wird. Die Aula im Dachgeschoss – Herzstück des Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Musik, in dem Konzerte der zahlreichen Ensembles, Theateraufführungen, Info-Veranstaltungen etc. stattfinden, aber auch Abiturprüfungen geschrieben werden – wird komplett umgestaltet. An der Stelle des jetzigen Nottreppenhauses zur Straße wird ein richtiges Treppenhaus mit barrierefreiem Aufzug entstehen, über das Besucher zu den Veranstaltungen kommen. Dadurch entstehen dreigeteilte Rettungswege, die den Brandschutzbestimmungen gerecht werden. Der Dachgiebel – Hein sprach von „aufgesetzter Schwarzwaldoptik“ – wird durch ein extensiv begrüntes, gedämmtes Flachdach ersetzt. Damit sowie mittels einer Lüftungs- und Klimaanlage werde auch das Raumklima, das derzeit gerade in der warmen Jahreszeit schweißtreibend ist, verbessert.

Heller, geordneter, digital und ökologisch

In den übrigen Stockwerken werden die Räumlichkeiten geordnet. Durch die Schaffung von Lern- und Aufenthaltsbereichen werden Bauteile aufgebrochen und Licht kommt in die Flurbereiche. Die Mensa wird vergrößert, so dass sie auch als Aufenthaltsraum für die Schüler dienen kann, die von auswärts besonders früh in der Schule ankommen. Auch der Kellerbereich, in dem die Sporthalle sowie die Probenräume für Big Band und Orchester liegen, wird optimiert. Großes Augenmerk wird im ganzen Haus auf zeitgemäße Ausstattung, Stichwort Digitalisierung, und Ökologie gelegt werden. Der Zeitplan sähe so aus, dass nun Fachplaner die Gewerke überplanen, damit im Herbst alle Gewerke zusammen ausgeschrieben und 2021 mit den Umbauten begonnen werden kann. Alle Arbeiten sollen im laufenden Betrieb stattfinden, und zwar ohne eine Containerlösung, und Ende 2022 weitgehend abgeschlossen sein.

Umgang mit Kostensteigerung?

In der anschließenden Fragerunde kam vieles zur Sprache, was Eltern, Schüler und Lehrer beschäftigt. Mehrfach ging es um die Frage, wie man mit Kostensteigerungen, die ja bei Bauprojekten zwischenzeitlich die Regel sind, umgehen werde. Die Befürchtung, dies werde womöglich auf Kosten der Ausstattung und damit der Pädagogik gehen, entkräftete Stadtbaudirektor Velte. Im Falle eines Falles könne man an bautechnischen Details sparen, etwa beim Wandverputz oder bei einer günstigeren Installationsweise von Kabeln. Nöltner berief er sich auf die Expertise des Architekturbüros, aufgrund derer er davon ausgehe, dass knapp 10 Millionen Euro hinkommen. „Sonst wird’s ungemütlich für alle Beteiligten." Auch die Befürchtung eines Lehrers, es handle sich um ein architektonisches Prestigeobjekt, dessen Verwirklichung auf Kosten der Pädagogik gehen könne, wies der Bürgermeister weit von sich. „Die anderen Schulen wären dankbar für so einen Entwurf!“ Auch Velte bekräftigte, dass bei dem Entwurf die Funktion im Vordergrund stehe.

Enge Abstimmung mit der Schule

Für die Sicherheit der Schüler werde man einen Sicherheitskoordinator haben, die Handwerker würden einen separaten Zugang bekommen, die Baustellen sauber abgetrennt sein. Die Zeitfenster für lärmintensive Baumaßnahmen würden eng mit der Schule abgestimmt werden, und vor allem nachmittags und in den Ferien stattfinden. Eines sei aber klar, so Architekt Hein, „Bauen bedingt Staub und Lärm. Das ist wie beim Hupen, leise hupen geht halt auch nicht.“

„Aula primär für Schule“

Eine Mutter wollte wissen, wie die Aussage von Oberbürgermeister Martin Wolff beim Neujahrsempfang zu verstehen sei, die neue Aula werde auch außerschulischen Veranstaltungen offenstehen. Nöltner versicherte, dass die Aula primär für die Schule sei. Bender wies darauf hin, dass für eine andere Verwendung auch kaum Kapazitäten frei seien. „Wenn aber eine andere Schule einen Engpass hat, sind wir gerne bereit auszuhelfen.“ Wohin das MGB selbst für Veranstaltungen ausweiche, während die Aula umgebaut werde, werde man konkretisieren, sobald die Zeiträume klar seien, so Bender. Und weiter: „Ganz klar wird der Umbau für uns alle anstrengend. Aber wir müssen mit gutem Willen daran gehen und flexibel sein.“ Die Schulleiterin dankte zum Schluss für die konstruktiven Fragen.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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