Festakt zum 1250. Jubiläum: "Mir ist nicht bange um Diedelsheim"

Ortsvorsteher Martin Kern (links) feierte am Jubiläums-Tag zudem seinen Geburtstag und bekam von Oberbürgermeister Martin Wolff französischen Wein überreicht.
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  • Ortsvorsteher Martin Kern (links) feierte am Jubiläums-Tag zudem seinen Geburtstag und bekam von Oberbürgermeister Martin Wolff französischen Wein überreicht.
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Mit einem großen Festakt hat der Brettener Stadtteil Diedelsheim sein 1250-jähriges Jubiläum gefeiert.

Bretten-Diedelsheim (swiz) "Ideenreichtum, Fleiß und Ausdauer." Das seien die Attribute gewesen, die die Diedelsheimer schon immer ausgezeichnet haben, betonte Ortsvorsteher Martin Kern am vergangenen Freitag in seiner Begrüßung zum Festakt "1250 Jahre Diedelsheim" in der dortigen Schulturnhalle. "Und unsere Vorfahren waren Menschen, die es auch verstanden haben, Notzeiten zu überstehen", so Kern. So sei es ihnen gelungen, einen prosperierenden und funktionierenden Ort aufzubauen, der heute, seit der Eingemeindung 1975, der größte Stadtteil der Melanchthonstadt ist.

"Damals nur kleine Mehrheit für die Fusion"

Auch Oberbürgermeister Martin Wolff lobte die herausragende Infrastruktur Diedelsheims und betonte die enge Verbundenheit und zunehmende, auch bauliche, Verflechtung mit der Kernstadt. Wolff blickte aber auch auf die nicht ganz einfache Eingemeindung zurück. "Damals gab es nur eine geringe Wahlbeteiligung und auch nur eine kleine Mehrheit für die Fusion." Inzwischen sei man aber immer mehr zusammengewachsen. Die Eingemeindung hat sich für Diedelsheim dabei auch in finanzieller Weise gelohnt, erläuterte Wolff. "Seit der Eingemeindung wurden dort rund 20 Millionen Euro investiert." Herausgestellt wurden vom OB auch das sehr rege Vereinsleben und die "hervorragende Jugendarbeit der Feuerwehr in Diedelsheim".

"Die Geschichte hat es gut gemeint mit Diedelsheim"

Und so folgerte Landrat Christoph Schnaudigel schon ganz richtig, als er zusammenfasste: "Die Geschichte hat es gut gemeint mit Diedelsheim". Natürlich dürfe man nicht alles schönreden. Denn nicht alles habe sich verbessert, so Schnaudigel mit einem Augenzwinkern. "1850 gab es für die damals 350 Einwohner noch zwölf Gaststätten und Besen. Bei der heutigen Einwohnerzahl müssten das eigentlich 116 Betriebe sein." Trotz dieses "Nachteils" habe er den Eindruck, "dass die Eingemeindung der richtige Schritt war", so Schnaudigel. Dank kam vom Landrat auch noch einmal für die Bereitschaft Diedelsheims 120 Flüchtlinge aufzunehmen und diese mit großem ehrenamtlichen Engagement zu betreuen und zu integrieren. "Nur in schwierigen Zeiten bewährt sich eine Gemeinde. Und daher ist mir nicht bange um Diedelsheim", schloss Schnaudigel sein Grußwort.

Aufgelockert wurde der Festakt in der warmen Festhalle immer wieder durch sehr gelungene Auftritte des Posaunenchors der Evangelischen Kirchengemeinde Diedelsheim, des Männergesangvereins "Freundschaft", der Trommlergruppe der Pestalozzischule und einer Tanzeinlage einer Gruppe aus Hidas, der ungarischen Partnergemeinde Diedelsheims.

Die Geschichte des Stadtteils und Aufruf zur Zusammenarbeit

Einen ausführlichen Rückblick auf die Geschichte Diedelsheims, von der Steinzeit bis in die heutigen Jahre, gab Eberhard Schallhorn. Er stellte Diedelsheim unter anderem als archäologischen Fundort von Bandkeramikvasen oder auch bronzezeitlichen Grabhügeln heraus. Und auch die Lehens-Geschichte des Brettener Stadtteils wurde von Schallhorn ausführlich beleuchtet. Nicht ausgelassen wurde von ihm auch die Zeit der Nationalsozialisten, "denen Diedelsheim damals verfallen sei", so Schallhorn. Dass sich die Zeiten in Diedelsheim nach diesem dunklen Kapitel inzwischen aber vollkommen verändert haben, bewies auch die Festrede des Bürgermeister von Hidas, Csaba Berg. Er ging noch einmal auf die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Ungarns ein und betonte: "Die Grundbedingung für eine funktionierende Gemeinschaft ist der gegenseitige Respekt." Die Freundschaft zwischen Hidas und Diedelsheim solle ein Vorbild für ganz Europa sein, so Berg. Er sei sicher, dass dieses Treffen "Brücken zwischen unseren Städten und Ländern baut".

Beendet wurde der Festakt mit der stimmgewaltigen Intonierung des Diedelsheimer Lieds. Zuvor hatte der Saal schon Ortsvorsteher Kern ein Geburtstagsständchen gesungen. Er feierte an diesem Abend auch seinen Geburtstag.

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