Bahnübergänge haben wieder geöffnet
Freie Fahrt in Diedelsheim und Gondelsheim

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Bretten/Gondelsheim (kn) „Es wird eine schwierige und anstrengende Zeit.“ Mit diesen Worten hatte der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner im Februar die anstehende Sanierung der Schnellbahntrasse Mannheim – Stuttgart beschrieben, die seit 10. April für die Sperrung von zahlreichen Bahnübergängen in der Region gesorgt hat. Betroffen waren auch die Übergänge in Gondelsheim und im Brettener Stadtteil Diedelsheim. Nötig waren die Sperrungen geworden, weil die Züge, die sonst auf der Schnellfahrstrecke unterwegs sind, unter anderem über die Strecke zwischen Bruchsal und Bretten umgeleitet wurden. Während der Sanierung wurden in 205 Tagen Gleise, Weichen und Schwellen der Trasse erneuert. Seit dem 1. November können die Fahrgäste nach der Freigabe der Strecke nun wieder in 37 Minuten zwischen Mannheim und Stuttgart unterwegs sein. Doch so notwendig die Sanierung auch war, für die Gemeinden an der Bahnstrecke brachte die Schließung der Bahnstrecke große Probleme mit sich. So wurden die Orte Gondelsheim und Diedelsheim durch die Sperrung der Bahnübergänge regelrecht entzweigeschnitten.

Gondelsheim mit Vorteilen während der Sperrung

In Gondelsheim, wo die Sperrung seit Mitternacht, 31. Oktober, wieder komplett aufgehoben ist, wurde der Ort in einen Ost- und einen Westteil getrennt. Dennoch hatte die Kraichgau-Gemeinde einen kleinen aber entscheidenden Vorteil. Der Bahnübergang war „lediglich“ für den motorisierten Verkehr und somit „straßenverkehrsrechtlich“ geschlossen. Weil die Schranken sich daher normal geöffnet und geschlossen haben, war ein Queren für Fußgänger und Radfahrer auch während der Sperrung möglich. Ebenso konnte die Feuerwehr, die sich im Westen der Gemeinde befindet, den Ostteil in einer Notlage erreichen.

Diedelsheimer Bahnübergang seit 13. November komplett geöffnet

Im Brettener Stadtteil Diedelsheim stellte sich die Lage indes deutlich anders dar. Dort war der Bahnübergang sogar seit 6. April komplett geschlossen. Auf die andere Seite kam man nur über eine acht Meter hohe Brücke mit steiler Treppe. Dies hatte viel Unmut in Bevölkerung und Politik nach sich gezogen. Ärger gab es auch um das Brückenbauwerk selbst. So sind die auf den Brückentreppen für Fahrräder und Kinderwägen montierten Schienen, nach dem Bekunden vieler Bürger, zu weit nach außen gesetzt worden. So könne man leicht mit Pedal oder Lenker am Geländer hängen bleiben, wenn man ein Fahrrad in den Schienen schiebe. Doch auch in Diedelsheim hat die Sperrung, zumindest für Fußgänger und Radfahrer, seit einigen Tagen ein Ende. Am 3. November wurde die Sperrung für diese Gruppe aufgehoben. Inzwischen ist auch der Rückbau der Treppen und der Elektrik abgeschlossen. Seit dem 13. November ist der Diedelsheimer Bahnübergang auch wieder für den motorisierten Verkehr freigegeben.

Daten zur Sanierung der Schnellfahrstrecke

Die 99 Kilometer lange Schnellfahrstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart wurde 1991 in Betrieb genommen. Sie verläuft durch geologisch anspruchsvolles Gebiet und führt durch 15 Tunnel mit einer Länge von insgesamt 31 Kilometern und über 90 Brücken. Hochgeschwindigkeitszüge fahren dort mit bis zu 280 Stundenkilometern, auch Nahverkehrs- und Güterzüge nutzen die Strecke. Rund 24 Millionen Fahrgäste jährlich sind laut Angaben der Deutschen Bahn zwischen Mannheim und Stuttgart unterwegs. Nach mehrjähriger Planung und Vorbereitung hatten die Sanierungsarbeiten auf der Strecke am 10. April 2020 begonnen. Erneuert wurden 190 Kilometer Gleise, 54 Weichen und 300.000 Schwellen. Dabei achtete die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben auch auf Nachhaltigkeit. Neben 200.000 Tonnen Neuschotter wurden 240.000 Tonnen wiederauf bereiteter Altschotter eingebaut. Eine halbe Million Tonne Material wurden im Rahmen der rund sechsmonatigen Sperrung bewegt.

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Kraichgau News aus Bretten

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