„Schuld tragen ignorante Politiker”: Leserbrief zum „Redaktionsgespräch mit CDU-Fraktion” in der Brettener Woche

„Schuld tragen ignorante Politiker”: Leserbrief zum „Redaktionsgespräch mit CDU-Fraktion” in der Brettener Woche.

Bretten. Ob Glyphosat und Co. beim Menschen nun krebserregend sind oder nicht, ist momentan völlig unerheblich. Ausschlaggebend für die Notwendigkeit, Glyphosat wie auch seine schädlichen Nachfolger sofort zu verbieten, ist das alarmierende und auch für den Menschen langfristig verheerende Insektensterben, das nicht mehr zu leugnen ist.
Hierzu eine leider wahre und selbsterlebte Geschichte: Von Jahr zu Jahr kriege ich mehr fehlernährte Vogelkinder in meine sehr ausgelastete Wildvogel-Auffangstation gebracht (pro Brutsaison nehme ich so um die 200 Pfleglinge auf). Da ich seit einigen Jahren bei den Vogelaufklaubern gezielt nachfrage, kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Fehlernährung größtenteils am Insektenmangel liegt.

Weil ein sogenannter „Fachmann” (mit Titel vor dem Namen), der trotz des Insektensterbens die Ganzjahresfütterung der Garten-Singvögel propagiert und auch noch dazu rät, künstliche Nistplätze anzubieten (wie ja auch diverse kurzsichtige Naturschutzorganisationen), brüten die armen gut gefütterten Singvögel unter vom Menschen „geschönten” Bedingungen selbstverständlich eifrig und mit großem Vergnügen. Wenn diese vom Menschen in die Irre geführten Vogeleltern ihre geschlüpften Küken dann füttern wollen, stehen sie vor einem menschgemachten Dilemma, denn alle Vogelküken, auch die der Körnerfresser, müssen anfangs mit Insekten (Blattläusen, kleinen Raupen und Ähnlichem) ernährt werden. Aber woher diese nehmen?

Ganzjahresfütterer erzählen mir auf meine Fragen dann ganz stolz, selbst Meiseneltern – also Insektenfresser! – holten das Futter aus dem Futterhaus, um es ihren hungrigen Küken in den Nistkasten zu bringen. Das ist entsetzlich! Diese mit Körnerfutter gefütterten Jungvögel tragen von der Fehlernährung Gefieder- und Organschäden davon. Die Federn brechen nach einigen Wochen ab und der inzwischen flügge Vogel wird flugunfähig – und somit Katzenfutter, wenn der Ganzjahresfütterer ihn nicht findet, aufklaubt und mir – oder in eine sonstige Auffangstation – bringt. Besonders deutlich sichtbar ist das Fehlen der zur Fütterung benötigten Insekten bei den Rabenvögeln, die ja auch zu den Singvögeln gehören. Jedes Jahr werden es mehr aufgeklaubte junge Krähen und Elstern mit sogenannten „Hungerstreifen” im Großgefieder, die ich dann 17 Monate behalten muss, bis ihr durch die Fehl-ernährung geschädigtes Großgefieder eine Mauser durchlaufen hat. Die vorhandenen Rabenvogel-Brutreviere werden wie immer genutzt – nur die Nahrung (wie zum Beispiel Käferlarven, später Großinsekten) fehlt inzwischen! Also verfüttern die Eltern in ihrer Verzweiflung irgendwelchen Mist. Kurz gesagt, es geht rapide abwärts – auch mit dem Lebensraum des Menschen, mit seiner Zukunft. Es wird nicht mehr lange dauern, dann tut es auch dem Menschen weh, zuerst halt nur dem „dappigen” Fußvolk… Meinen Enkelkindern hab ich jedenfalls klargemacht, wer die Schuld trägt. Nämlich ignorante Politiker ….!

Gerlinde Hörr
Bretten

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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