Brettener Gemeinderat nimmt Pläne für Modernisierung und teilweisen Neubau wohlwollend zur Kenntnis
Sparkasse Kraichgau baut am Engelsberg um

Die Filialdirektion nach der Modernisierung: Der dem Pfeiferturm zugewandte ältere Gebäudeteil wird durch einen schmaleren, verglasten Anbau mit dem neuen, barrierefreien Haupteingang und mehr Parkplätzen vor der Tür ersetzt.
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  • Die Filialdirektion nach der Modernisierung: Der dem Pfeiferturm zugewandte ältere Gebäudeteil wird durch einen schmaleren, verglasten Anbau mit dem neuen, barrierefreien Haupteingang und mehr Parkplätzen vor der Tür ersetzt.
  • Foto: Sparkasse Kraichgau
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BRETTEN (ch) Bauprojekte, zumal wenn sie die Brettener Innenstadt berühren wie das erst kürzlich auf nach Peter und Paul 2020 verschobene Gesundheitszentrum Sporgasse, stoßen in Bretten auf lebhaftes Interesse. Das zeigte einmal mehr die stattliche Zahl von rund 40 Zuhörern, als es am Dienstagabend im Gemeinderat um die Modernisierung der Sparkassen-Filialdirektion am Engelsberg ging. Die Sparkasse Kraichgau plant dort ab 2021 eine Sanierung des Hauptgebäudes in Verbindung mit einem Neubau des Richtung Pfeiferturm gelegenen, älteren Gebäudeteils. Abgesehen von einzelnen kritischen Untertönen, nahmen die Ratsfraktionen das Vorhaben überwiegend wohlwollend zur Kenntnis.

Bekenntnis zum Standort

Die zur Vorstellung der Pläne entsandte Dreierdelegation unter Leitung von Sparkassen-Vorstandschef Norbert Grießhaber begann mit einem Standortbekenntnis. Die Filiale Bretten mit dem angeschlossenen zentralen Sparkassen-Schulungszentrum sei „wichtig“, sie solle gestärkt und weiter ausgebaut werden, betonte der für Bausachen zuständige Abteilungsdirektor Gerald Schwedes. Im Brettener Beratungs-Center würden weiterhin alle Dienstleistungen angeboten, ebenso die beliebten Ausstellungen. Während das 1972 errichtete viergeschossige Hauptgebäude energetisch auf den neuesten Stand gebracht wird, ist geplant, das kleinere, aus dem Jahr 1958 stammende Gebäude zu ersetzen.

Transparenter neuer Anbau

Anstelle des Altbaus entsteht ein neuer, schmalerer Anbau. Seine Verglasung soll den Blick aus dem Gebäudeinneren auf die Altstadt öffnen. Im Zuge des Umbaus wird der Haupteingang auf die Westseite am Pfeiferturm verlegt und mit einem barrierefreien SB-Bereich ausgestattet. Weil sich die Nutzfläche von derzeit über 3.000 auf etwa 2.000 Quadratmeter verkleinert, gibt es zwischen Sparkasse und Pfeiferturm Platz für 21 zusätzliche Parkplätze. Auch Ladesäulen für Elektrofahrzeuge sind vorgesehen. Nach Ansicht der Sparkassen-Verantwortlichen entsteht damit nicht nur ein „ansprechendes, modernes und kundenfreundliches Gebäude mit angenehmem Ambiente“, sondern es kommt auch der Pfeiferturm besser zur Geltung. Der Bauantrag soll noch dieses Jahr eingereicht werden. Baubeginn könnte 2021 sein, Fertigstellung im dritten Quartal 2022.

Kontroverse um Farbe und Dach

In der anschließenden Fragerunde entspann sich unter den Stadträten vor allem um die Farbe der Fassade und die Frage, ob das sanierte Gebäude statt seines Flachdachs ein der Umgebung angepasstes Satteldach bekommen sollte, eine Kontroverse. Neben Martin Knecht (CDU) stellte auch Edgar Schlotterbeck (SPD) die geplante dunkle Fassade infrage, Jörg Biermann (aktive) fühlte sich gar an Mekka erinnert. Dagegen unterstützten Sibille Elskamp (FWV), Otto Mansdörfer (Grüne) und Tom Rebel (FWV) mehr oder weniger vehement den Sparkassen-Chef, der zu beruhigen versuchte: „So dunkel wie in der Visualisierung wird es nicht.“ Gleichwohl werde man darüber noch einmal nachdenken.

Geschmacks- und andere Fragen

Dem Wunsch nach einem Satteldach erteilte Grießhaber allerdings eine Absage: Dieses sei „mit den klaren, geometrischen Formen des Gebäudes nicht in Einklang zu bringen“. Während Martin Knecht prophezeite, die Bevölkerung werde auf Dauer „mit dieser Klotzform“ nicht glücklich werden, erinnerte Oberbürgermeister Martin Wolff daran, dass kein Neubau, sondern eine Sanierung beabsichtigt sei. Im Übrigen stamme das Flachdach aus der Zeit, als auch der Pfeiferturm noch kein Dach hatte. Weitere Fragen betrafen die von der Sparkasse selbst geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Erhaltung des Gedenksteins für die ehemalige Synagoge, die Schaffung von Stellplätzen nicht nur für Autos, sondern auch für Roller und Fahrräder, mehr Grün und die vom OB für notwendig erachtete Beibehaltung der Bedarfshaltestelle für Reisebusse vor dem Gebäude. Am Ende stimmten der OB und Martin Knecht überein, dass in punkto Gestaltung eben vieles Geschmacksache ist.

Die Filialdirektion nach der Modernisierung: Der dem Pfeiferturm zugewandte ältere Gebäudeteil wird durch einen schmaleren, verglasten Anbau mit dem neuen, barrierefreien Haupteingang und mehr Parkplätzen vor der Tür ersetzt.
Die Sparkassen-Filialdirektion am Brettener Engelsberg heute: Das kleinere, aus dem Jahr 1958 stammende Gebäude neben dem Pfeiferturm soll durch einen schmaleren Neubau ersetzt werden.
Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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