Schüler der Heidelsheimer Dietrich-Bonhoeffer-Schule erkundeten Naturdenkmal
Ausflug zum Schwallenbrunnen

Auf den Kaskaden des Schwallenbrunnens: Die Schüler der Klasse 3b der Dietrich-Bonhöfer Grundschule in Heidelsheim.
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  • Auf den Kaskaden des Schwallenbrunnens: Die Schüler der Klasse 3b der Dietrich-Bonhöfer Grundschule in Heidelsheim.
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Heidelsheim (kn) Am Montagmorgen stand für die Klasse 3b der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Heidelsheim die Erkundung eines Naturdenkmals der besonderen Art auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit Lehrerin Susanne Kümmerle und Jugendbegleiter Günter Kolb gingen die 21 Schülerinnen und Schüler zum Schwallenbrunnen, an dem es laut Kolb früher "ständig aufsprudelndes und wallendes Wasser" gegeben habe. Der Ort von heimatkundlicher Bedeutung liegt von Heidelsheim aus gesehen in Richtung Bruchsal.

Der Schwallenbrunnen in Heidelsheim ist ein sagenumwobener Ort

Auf halbem Weg taucht das Naturdenkmal vor der Gruppe auf, Exkursion und Erforschung können beginnen. Reichlich gespannt erwarteten die Kinder die Erklärungen und Erzählungen rund um den Schwallenbrunnen. "Wir sind hier an einem sagenumwobenen Ort von romantisch-unheimlicher Natur – gar nicht so einfach, hier überall hinzukommen", sagt Kolb. Früher sei der Schwallenbrunnen weitaus tiefer und größer gewesen, vor dem Bau der Eisenbahn sei das Wasser des Saalbachs direkt durch den Schwallenbrunnen gelaufen. Das Wasser habe auch immer etwa die gleiche Temperatur gehabt. Daher konnte der Bach an dieser Stelle zum Nutzen naheliegenden Mühle nicht gefrieren konnte.

Nixen sollen am Schwallenbrunnen gelebt haben

Das Haupteinzugsgebiet des am Schwallenbrunnen fließenden Wassers könnte die Bauschlotter Platte sein, sagt Kolb. Auf dem langen, unterirdischen Weg bis Heidelsheim reichere sich das Wasser mit Stoffen an, die für Fische nicht zuträglich seien. Keine Probleme mit dem glasklaren Wasser hatten jedoch wohl die sagenhaften Wassergeister und Nixen, die Besucher bei Mitternacht und Vollmond vielleicht noch auf der vorgelagerten Wiese die Nixen beim Tanzen beobachten können, erzählt Kolb den Kindern. "Das kann ich nicht so recht glauben", sagt einer der Schüler ganz spontan. Ebenso wenig glaubt er, dass die Nixe Schwalla dort mit ihrem Vater gelebt haben soll.

Tochter des Wassermanns soll laut Sage Schuld an Überschwemmungen des Ortes haben

Doch, so Kolb, werde noch heutzutage darüber berichtet und es stünde sogar im Internet, dass der wilde Wassermann, der König über die Elfen und Nixen ein junges Heidelsheimer Mädchen entführt und mit ihm im Schwallenbrunnen gelebt haben soll. Natürlich habe es auch Ärger gegeben und als die Tochter des Wassermanns trotz Verbot ihres Vaters die Spinnstuben in Heidelsheim besucht habe und nicht mehr zum Vater zurückkehren wollte, habe dieser derart heftig mit seinem Schwanz in den Saalbach geschlagen, dass ganz Heidelsheim überschwemmt worden ist. Aber nicht nur das, auch ein Fuhrmann, der zu heftig auf seine Pferde einschlug, soll mitsamt seinen vier Pferden spurlos in dem Gewässer versunken sein. Auch weiteren Geschichten hörte die Klasse aufmerksam zu – nicht alles wurde total ernst genommen – es sind ja schließlich auch Sagen und Geschichten, die mündlich überliefert wurden, sagt Kolb.

Hier die ganze Geschichte:
Vor langer Zeit lebte tief unten im Schwallenbrunnen, ein wilder Wassermann, der König über die Elfen und Nixen aller Kraichgau-Gewässer. Einst entführte der Wassermann ein Dorfmädchen, das an den Ufern des Wassers Kühlung gesucht hatte und eingeschlafen war. Viele Jahre zogen ins Land, ohne dass sich das Dunkel um das spurlose Verschwinden des Mädchens lichtete. Da besuchte eines Tages eine schöne Unbekannte die Heidelsheimer Spinnstuben. Schweigsam lauschte sie mit verträumtem Antlitz den Scherzen der Jugend. Ihre Herkunft war geheimnisvoll. Nur ihren Name „Iduna“ verriet sie.

Es ereignete sich, dass in einer dunklen Nacht ein Bursche, der ihrem Zauber verfallen war, der Schönen nachschlich. Mitternacht war vorbei, als er, Iduna nacheilend, zum Schwallenbrunnen kam. Sie war des Wassermanns Tochter und hatte ihres Vaters Gebot, vor der zwölften Stunde die Menschenwelt zu verlassen, übertreten. Von ihrem Vater wurde sie in rasendem Zorn beschimpft und geschlagen. Der Bursche nahm sich der Bewusstlosen an und brachte sie heim zu seiner Mutter. Jetzt erzählte Iduna von ihrem Leben im Schwallenbrunnen. Sie war das Kind des einstverschwundenen Dorfmädchens und dem Wassermann. Glücklich der Herrschaft des Vaters entkommen, heiratete sie ihren Retter und gebar ihm nach Jahresfrist ein Knäblein.

All die Zeit lastete der Zorn des Wassermanns schwer auf dem Dorf, das Iduna Zuflucht gewährt hatte. Große Überschwemmungen brachten Unheil und Not. In ihrer Verzweiflung wollten die Dörfler Iduna der Hexerei verklagen und verbrennen lassen. Iduna entschloß sich zum größten Opfer. Sie wollte ihren Mann und ihr Kind verlassen und sich wieder in die Gewalt des gefürchteten Vaters begeben, um ihn zu versöhnen. Die vereinten Bitten von Mutter und Tochter, als Beispiel ihrer grenzenlosen Menschenliebe schmolzen schließlich das harte Herz des Wassermannes. Iduna kehrte glücklich zu Mann und Kind zurück. Eintracht herrschte wieder im Dorf, und der Wassermann diente fortan wie gewohnt friedlich den Menschen.

Auf den Kaskaden des Schwallenbrunnens: Die Schüler der Klasse 3b der Dietrich-Bonhöfer Grundschule in Heidelsheim.
Die Erkundung eines Naturdenkmals
Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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