Marieluise Horsch ging nach zwölf Jahren neue Wege
"Gemeinschaft ist so wichtig, wie das Singen selbst"

Marieluise Horsch leitete zwölf Jahre lang den Diedelsheimer Kirchenchor.
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  • Marieluise Horsch leitete zwölf Jahre lang den Diedelsheimer Kirchenchor.
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Bretten (bea) Die Musik hat sie bereits ihr gesamtes Leben begleitet. Und so soll es bleiben, auch wenn Marieluise Horsch nach zwölf Jahren als Leiterin des evangelischen Kirchenchors in Diedelsheim einen neuen Weg eingeschlagen hat. Besonders in der Coronazeit hätten es ihre Sänger schwer gehabt, da ein gemeinsames Singen über eine lange Zeit nicht möglich war, sagt sie. Doch diese Periode hat Horsch mit mehreren persönlichen Briefen an jedes Chormitglied überbrückt, in denen sie jedem Mut zum Durchhalten gemacht und ein Lied zum Üben in jedes Sänger-Zuhause mitgeschickt hat.

Posten der Hausmutter im Missionsheim Waldwimmersbach wurde ihr angeboten

Traurig wurde ihr allerdings beim Schreiben eines bestimmten Briefs zumute, als sie ihren Sängern mitteilen musste, dass sich der Weg ihrer Chorleiterin künftig ändern wird. Gleichzeitig habe sie ihnen ein Bibelwort mitgegeben und sie dazu ermutigt, positiv nach vorne zu blicken. Ein Umbruch habe bei ihr schon vor einiger Zeit angestanden, sagt Horsch. Seit acht Jahren sei sie bereits im Vorstand des Missionsheims in Waldwimmersbach tätig. Nachdem das Ehepaar, das dort die Hausleitung übernommen hatte, in Ruhestand ging und kein Nachfolger gefunden werden konnte, entschied sich der Vorstand des Missionsheims, die vielfältigen Aufgaben in drei Posten aufzuteilen. Doch der Posten der Hausmutter konnte von keiner passenden Person besetzt werden und so sei der Vorstand auf sie zugekommen und habe sie gefragt, ob nicht sie diese Aufgabe übernehmen wolle, sagt Horsch.

"Das ist meine Berufung"

So ist sie seit Mitte November Ansprechperson für die derzeit 17 Bewohner des Heims in Waldwimmersbach, gestaltet gemeinsame Veranstaltungen, organisiert Betreuungsangebote, ist für die Seelsorge zuständig und begleitet die Menschen auf ihrem letzten Weg. Das Missionsheim wurde 1958 eingeweiht. Voraus ging der Auftrag, Missionarinnen, die im Ruhestand sind, nicht zu vergessen. "Ich bin schon gespannt auf das, was kommt, doch das ist meine Berufung." Bislang hat Horsch noch nicht ausschließlich mit älteren Menschen zusammengearbeitet. Doch da sie in einer großen Familie in Maulbronn aufgewachsen ist, beim CVJM mitgewirkt hat und auch bei ihrer bisherigen Arbeitsstelle mit vielen Menschen zu tun hatte, freut sie sich auf den neuen Weg.

Kirchenchor Diedelsheim hatte hohen Stellenwert

Dennoch habe der Kirchenchor in Diedelsheim für sie einen hohen Stellenwert gehabt und die Entscheidung für die Veränderung sei ihr schwergefallen. "Der Chor kam direkt nach meiner Arbeit." Auch wenn die Organisation viel Zeit in Anspruch genommen habe, sei sie nach jeder Probe glücklich über ihre Arbeit mit dem Chor gewesen. "Es war mir immer wichtig, den Chormitgliedern etwas für ihr Leben mitzugeben, Lieder, mit denen der Glaube in ihr Leben kommt. Und natürlich, dass Singen froh macht." Das habe ihr der Chor stets widergespiegelt.

"Das hat immer viel Spaß gemacht und mein Leben bereichert"

Daher schließt Horsch auch nicht aus, neue musikalische Projekte zu beginnen, sobald sie in Waldwimmersheim angekommen ist. So könnte es einen Chor der Bewohner oder ein Flötenensemble geben, das durch andere Instrumente - Horsch spielt Orgel, Klavier und Gitarre - ergänzt wird. Sie selbst hat mit 18 Jahren die C-Prüfung zur Chorleiterin abgelegt, hat dann gut 30 Jahre pausiert und ist durch eine Anfrage eines Ehepaars aus Diedelsheim dazu ermutigt worden, Chorleiterin zu werden. "Beim Rückblick auf die vergangenen zwölf Jahre haben wir uns bewusst gemacht, wie viele schöne Momente wir miteinander verbracht haben." Gerne möchte sie daher auch andere Musikbegeisterte dazu ermutigen, die Chorleitung in Diedelsheim zu übernehmen. "Auch bei mir kamen die Impulse immer von außen und ich bin den Weg gegangen. Das hat immer viel Spaß gemacht und mein Leben bereichert."

Neuer Chorleiter und Sänger herzlich willkommen

Nun hat Marieluise Horsch noch einmal neu begonnen, will jedoch mit den Chormitgliedern in Verbindung bleiben und sie auch mal nach Waldwimmersheim einladen. "Die Gemeinschaft ist mir genauso wichtig, wie das Singen selbst", sagt sie. Vorerst wird der Diedelsheimer Kirchenchor jedoch zum Projektchor. Eine der Sängerinnen hat sich bereit erklärt, drei Proben zu leiten und den Chor an Weihnachten zu dirigieren. Und für die Zeit danach hat sich bereits eine Chorleiterin gemeldet, mit der bereits ein Probetermin vereinbart ist, sagt Bezirkskantorin Bärbel Tschochohei.

Marieluise Horsch leitete zwölf Jahre lang den Diedelsheimer Kirchenchor.
Marieluise Horsch leitete zwölf Jahre lang den Diedelsheimer Kirchenchor.
Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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