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Schulleiterin der Beruflichen Schulen Bretten, Barbara Sellin, in Ruhestand verabschiedet
„Ich war nur der Motor“

Barbara Sellin geht in den Ruhestand.
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Bretten (swiz) In Bretten schreibt man das Jahr 2002, als Oberstudiendirektorin Barbara Sellin die Bühne der Beruflichen Schulen Bretten (BSB) betritt. 19 Jahre später wurde sie nun im Innenhof der von ihr so geliebten Schule feierlich in den am 1. August beginnenden Ruhestand verabschiedet. Und dies, der derzeit niedrigen Corona-Inzidenz sei Dank, sogar vor rund 50 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft, die es sich im Pandemiebedingten Abstand auf Stühlen bequem gemacht hatten. Durch den Vormittag, der von allem von Lob, Anerkennung und Respekt gegenüber Sellins Leistungen geprägt war, führte BSB-Lehrer und Stadtrat Bernd Neuschl.

Nicole Roeder wird kommissarische Schulleiterin

Die Marschrichtung der folgenden Reden setzte gleich zu Anfang die BSB-Studiendirektorin und Abteilungsleiterin Nicole Roeder, die noch einmal die bedeutsame Rolle Sellins für die Beruflichen Schulen und deren Erfolg betonte. Roeder selbst wird in Zukunft auch noch eine besondere Rolle zukommen. Denn, so verkündete die Abteilungspräsidentin im Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, Anja Bauer, zum 1. August „wird Nicole Roeder die kommissarische Leitung der BSB übernehmen“. Da allerdings sowohl der Schulleiter-Posten als auch der des Stellvertreters vakant sei, müssten auch die übrigen BSB-Abteilungsleiter ein Stück Leitung mit übernehmen. „Aber auf die ist Verlass“, war sich Bauer sicher.

"Engagement und eine gewisse Beharrlichkeit"

Vor dieser Ankündigung hatte die Abteilungspräsidentin noch einmal den Werdegang Sellins beleuchtet und betont: „Sie haben Ihre Aufgaben und ihre Funktion immer mit großem Engagement und einer gewissen Beharrlichkeit verfolgt“. Dies sei allerdings auch unerlässlich, wenn man über einen so langen Zeitraum einer so differenzierten Schule, die als größte ihrer Art im Bereich des RP Karlsruhe gilt, vorstehe. Besonders hervorzuheben sei laut Bauer auch die „wegweisende Vorreiterrolle“ der BSB im Hinblick auf die Kooperation mit der Wirtschaft.

"Gute und fruchtbare Jahre"

Von der „Beharrlichkeit“ einer Barbara Sellin wusste auch der Landrat des Landkreises Karlsruhe, Christoph Schnaudigel, ein Lied zu singen, auch wenn er in seiner Rede sogar das Wort „Hartnäckigkeit“ benutzte. „Sie haben sich für das, was Sie wollten, eingesetzt und waren dabei nicht immer bequem“, so Schnaudigel weiter. Aber letztendlich, gab der Landrat zu, „haben Sie meistens Recht gehabt“. So habe Sellin immer gesagt, der 2008 eingeweihte Erweiterungsbau an den BSB sei zu klein. Wenig später habe sich dann genau das bewahrheitet und man habe zusätzliche Räume in Bretten anmieten müssen. Letztendlich habe es Sellin, so Schnaudigel, immer geschafft, den Strukturwandel in Gesellschaft und Arbeitswelt auf die Angebote der Beruflichen Schulen zu übertragen. Als einen Meilenstein nannte der Landrat auch die Einführung der Lernfabrik 4.0, die unter anderem die verknüpfende Digitalisierung der industriellen Produktion zum Inhalt hat. Und auch darum seien es „gute und fruchtbare Jahre“ unter ihrer Schulleitung gewesen.

„Lieferant“ für Nachwuchskräfte

Auch der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff fand in der Folge nur lobende Worte für die Nachbarin – das Rathaus befindet sich nur wenige Meter Luftlinie von der Schule entfernt. Die BSB seien ein wichtiger „Lieferant“ für Nachwuchskräfte für die umliegenden Firmen, und es habe genauso immer eine gute Kooperation mit den Schulen in städtischer Trägerschaft gegeben. „Auch Frau Sellin selbst war immer ein guter und direkter Ansprechpartner, mit dem man schnelle und unbürokratische Lösungen finden konnte“, so Wolff. Darum ging es in seiner Rede auch dem Oberderdinger Bürgermeister Thomas Nowitzki: „Wichtig ist immer, die Menschen machen den Erfolg“. Und das habe man bei Sellin immer ganz besonders gemerkt, denn sie habe sich immer mit „ganzem Herzen für diese Schule engagiert“.

"Treiberin der Kooperation zwischen BSB und Wirtschaft"

Uneingeschränktes Lob kam auch von Wirtschafts-Seite und zwar in Person von Gabriele Lintner, Head of Corporate HR Management bei der Blanc und Fischer Familienholding. Sie bezeichnete Sellin vor allem als „eine Treiberin der Kooperation zwischen BSB und Wirtschaft“. Und weiter: „Neue Projekte und neue Kommunikationsformen haben Sie immer gefördert und es war ein stetiges Voran“. Als besonderen Meilenstein lobte auch Lintner die Einführung der Lernfabrik 4.0.

"Ich war nur der Motor von allem"

Nach den Worten der Vertreter des Personalrats der BSB, Gerd Geweniger (Vorsitzender) und Norbert Wolf (stellvertretender Vorsitzender, die Sellin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in nicht immer einfachen Zeiten bescheinigten, kam die so vielfach gelobte und geehrte Schulleiterin dann selbst zu Wort. Man habe, so Sellin, gemeinsam „eine sehr gute Zeit gehabt“. Doch diese werde es an den BSB auch weiterhin geben, denn die Unterstützung und Hilfsbereitschaft in und für die Schule sei groß. Sie habe es nie bereut, diese Stelle angetreten zu haben, denn es sei „der schönste Beruf der Welt“. Allerdings gelte ihr Dank auch allen, die in dieser Zeit an der Entwicklung der BSB mitgewirkt hätten, denn: „Ich war nur der Motor von allem“.

Ein ausführliches Interview mit Barbara Sellin lesen Sie hier.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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