Aktion macht auf Belange von Sehbehinderten aufmerksam
Poller mit Ringelmützen in Bretten

Ringelmützen für graue Poller: Helga Veitel, Ursula Sahner, Brigitte Schick (mit Hund Isis), Achim Kleinhans und Martin Wolff (von links)
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  • Ringelmützen für graue Poller: Helga Veitel, Ursula Sahner, Brigitte Schick (mit Hund Isis), Achim Kleinhans und Martin Wolff (von links)
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Bretten (ger) Die grauen Poller rund um die Stadtbücherei in der Unteren Kirchgasse, Ecke Pfarrgasse tragen zur Zeit Ringelmützen in Rot-Weiß. Allerdings ist es keine Textilkunst, die hier die Innenstadt verschönern möchte, sondern eine Aktion des Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins (BBSV). Anlässlich des Bundesweiten Sehbehindertentags, der alljährlich am 6. Juni stattfindet, haben die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Schick und ihre Mitstreiterinnen Ursula Sahner und Helga Veitel den Pollern, die sich normalerweise aufgrund ihrer dezenten Farbgebung kaum vom Hintergrund abheben, am Montag, 7. Juni, die rot-weißen Mützen aufgesetzt.

Ohne Kontrast leicht zu übersehen

Ohne Kontrastfarben werden die Absperrungen nämlich häufig zu Stolperfallen für Menschen mit Seheinschränkungen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat deshalb seine Mitgliedsorganisationen und -einrichtungen zu der bundesweiten Aktion aufgerufen, die vom Wollhersteller Schachenmayr unterstützt wird. Viele fleißige Hände haben in den vergangenen Wochen Pollermützen gehäkelt und gestrickt, die nun rund um den Sehbehindertentag zum Einsatz kommen. Im Gebiet der BBSV sind Pforzheim, Karlsruhe, Mannheim und Bretten mit dabei. Brigitte Schick hat acht Mützen gestrickt, ihre Freundin Juanita Kübler nochmals acht weitere gehäkelt, inklusive Bommel versteht sich.

BBSV hilft weiter

Vor dem Rathaus in Bretten stehen bereits Poller in Rot-Weiß. Laut Achim Kleinhans, im Ordnungsamt Sachgebietsleiter für Straßenverkehrs- und Bußgeldbehörde, werden in der Melanchthonstadt, soweit möglich, nach und nach die grauen Poller entweder durch kontrastfarbene ersetzt oder mit rot-weißen Markierungen beklebt. Warum es überhaupt so viele Poller in der Stadt gibt, ist laut Kleinhans dem Umstand geschuldet, dass „die Menschen am liebsten alles mit dem Auto befahren würden.“ Mit der Aktion sollen alle Menschen für die Belange von Blinden und Sehbehinderten sensibilisiert werden. Zugleich möchte sich so auch der BBSV bekannt machen, der eine kompetente und überaus hilfreiche Anlaufstelle für alle Menschen mit Seheinschränkungen ist. Die Ehrenamtlichen im Verein nehmen sich Zeit und helfen sowohl bei praktischen Fragestellungen wie Seh- und Lesehilfen, als auch bei juristischen Problemen weiter.

Spagat zwischen Stadtbild und Barrierefreiheit

Oberbürgermeister Martin Wolff lobte die originelle Aktion, wies aber auch darauf hin, dass es bisweilen ein Spagat zwischen Stadtbild und Barrierefreiheit sei und man fragen müsse, wo Auffälliges Sinn mache. Brigitte Schick stimmte ihm zu und attestierte Bretten zugleich, dass es dank vieler Leitsysteme schon sehr barrierefrei sei. Was, wie Helga Veitel anmerkte, gewiss auch Schicks Engagement, nicht zuletzt als langjährige Gemeinderätin, zu verdanken sei. Übrigens bekam die Stadt bei dem kurzen Termin bereits einen nächsten Sachverhalt zu prüfen: Ursula Sahner und Helga Veitel machten auf die Ketten um den Alfred-Leicht-Platz vor dem Rathaus aufmerksam, die auch eine gefährliche Stolperfalle für Sehbehinderte sein können.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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